Wie schlimm ist der Leerstand in Köln? Neue Zahlen geben jetzt Entwarnung.
Kölns City vor dem Aus?Neue Analyse enthüllt die Wahrheit

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Seit 2022 steht das ehemalige Wempe-Ladenlokal an der Hohe Straße leer. Es soll mitsamt der Nachbarhäuser demnächst abgebrochen werden. Erst 2029 soll der Neubau fertig sein.
Verwaiste Schaufenster machen vielen Kölnern Sorgen. Doch die Stadt steht besser da, als man denkt. Eine neue Analyse bringt Klarheit.
Es ist ein Bild, das schmerzt: verklebte Fensterfronten in den Einkaufsmeilen. Die Sorge um den Zustand der Stadt ist groß, und die Kritik an leeren Geschäften wird oft laut. Doch was ist dran?
Die Wirtschaftsförderung Köln-Business hat jetzt Fakten geschaffen. Bei einer genauen Zählung Ende 2024 und mit Nacherhebungen 2025 wurden sämtliche 33.000 Ladenlokale unter die Lupe genommen. Das Resultat: Zwar ist die Quote ungenutzter Flächen seit der Erhebung von 2022 um rund 1,6 Prozentpunkte angewachsen. Laut Köln-Business liegt die Stadt damit aber immer noch klar unter dem deutschen Mittelwert von circa 10 Prozent.
Über das gesamte Stadtgebiet hinweg liegt die Quote für leer stehende Flächen in allen Geschossen bei 5,1 Prozent (verglichen mit 3,5 Prozent im Jahr 2022). Im Zentrum ist sie mit 5,7 Prozent ein wenig höher. Gerade in der City sei dies aber meist nur ein vorübergehendes Problem. Die Begründung: Die Nachfrage nach Geschäftsräumen sei dort konstant groß, weshalb freie Flächen oft zügig neue Mieter finden würden.
Experte: Köln hat „gesundes“ Maß an Leerstand
Manfred Janssen, der Chef von Köln-Business, gibt Entwarnung. Für ihn ist die Situation unbedenklich. „Eine Leerstandsquote um rund fünf Prozent ist ein gesunder Leerstand, damit Betriebe umziehen, sich vergrößern oder verkleinern oder neu nach Köln kommen können. Viele Städte haben große Probleme mit dauerhaften, großflächigen Leerständen. Köln dagegen nicht“, stellt der Geschäftsführer laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ klar.
Häufig handle es sich laut Köln-Business nur um einen „Leerstand auf den ersten Blick“. Das bedeutet: Ein Geschäft wirkt zwar verlassen, doch im Hintergrund laufen bereits die Vorbereitungen für den Nachfolger. Bis ein neuer Mieter einzieht, können Verhandlungen, Baugenehmigungen und die Umbauarbeiten aber dauern. Ein Hotspot für solche Verzögerungen ist die Hohe Straße, wo die marode Bausubstanz aus der Nachkriegszeit für einen erheblichen Sanierungsbedarf sorgt.
Ein bekanntes Beispiel: Im August 2025 wurde verkündet, dass die Kaffeerösterei Starbucks das Gebäude an der Ecke Hohe Straße/Brückenstraße übernimmt, das über zwei Jahre ungenutzt war. Die Umbauphase startet jetzt, die Eröffnung soll im Frühjahr 2027 folgen. Auch das frühere Wempe-Geschäft auf der Hohe Straße ist seit 2022 verwaist. Dieses Gebäude wird zusammen mit den angrenzenden Häusern bald abgerissen. Ein neues Bauwerk soll dort erst 2029 stehen.
So bewerten die Kölner ihre Veedel
Doch wie ist die Laune in den Stadtteilen? Auch das hat Köln-Business untersucht. In den Haupteinkaufsstraßen von zwölf Veedeln wurden 2400 Menschen befragt. Das Stimmungsbild hat sich gegenüber einer vergleichbaren Umfrage aus 2023 deutlich aufgehellt: Die Gesamtnote kletterte von 2,9 auf eine starke 2,4. Etwa zwei von drei Befragten gaben sogar die Bestnoten eins oder zwei. Nahezu alle geprüften Stadtteile konnten ihr Ergebnis von 2023 verbessern oder halten.
Einen riesigen Sprung nach vorne machten Dellbrück (von 3,3 auf 2,5), Porz (von 3,9 auf 3,2) und der nördliche Teil der Innenstadt (von 2,8 auf 2,1). Einzig in Ehrenfeld trübte sich die Stimmung leicht ein (von 2,0 auf 2,3). Die Spitzenplätze sicherten sich Lindenthal, Sülz und die südliche Innenstadt mit einer Note von 2,0. Das Schlusslicht bildet, trotz einer positiven Entwicklung, Kalk mit einer Bewertung von 3,5.
Die Kölnerinnen und Kölner zeigen eine starke Bindung zu ihrem Viertel: 85 Prozent sind mindestens wöchentlich im Zentrum ihres Veedels unterwegs (2023: 81 Prozent). Der Hauptzweck bleibt mit 51 Prozent das Shopping, auch wenn dieser Grund an Boden verliert (2023: 61 Prozent). Dafür wird der Besuch von Cafés und Restaurants immer wichtiger: Der Anteil stieg von 25 auf 30 Prozent. Ein starkes Zeichen: 78 Prozent der Umfrageteilnehmer fühlen sich in ihrem Viertel heimisch. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
