Studenten heizen bei „Rund um Köln“ mit KVB-Rädern ins Ziel.
Verrückte Aktion bei „Rund um Köln“Studenten rasen mit KVB-Rädern ins Ziel
Bei der 108. Auflage von „Rund um Köln“ waren am Sonntag mehr als 8500 Menschen dabei. Zwei Teilnehmer bewältigten die 30-Kilometer-Distanz auf eine absolut kuriose Art.
Mit solch einem Resultat hätten Hendrik Berndt (23) und Jonathan Schmiegel (27) niemals gerechnet, wie sie dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ erklären.
Nur eine Stunde und eine Minute benötigten sie vom Start in Bergisch Gladbach bis zum Rheinauhafen in Köln, bei einem mittleren Tempo von 27 Stundenkilometern – und das Ganze auf KVB-Leihrädern, die lediglich drei Gänge besitzen.
„Wir waren bedeutend schneller, als wir dachten, obwohl wir im ersten Abschnitt in Bensberg unsere Probleme mit den Höhenmetern hatten. Es hat unfassbar viel Spaß gemacht und wir haben viel Jubel entlang der Strecke bekommen“, berichtet Berndt dieser Redaktion.

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Jonathan Schmiegel (l., 27) und Hendrik Berndt (r., 23) haben es mit den KVB-Leihrädern in nur einer Stunde von Bergisch Gladbach an den Rheinauhafen geschafft. Durchschnittliche Geschwindigkeit: 27 Kilometer pro Stunde.
Die Leihräder wurden vor dem Start in einer Werkstatt von Nextbike, dem Partnerunternehmen der KVB, extra präpariert. Ein leichteres Schloss, spezielle Rennradreifen und Halterungen für Getränke wurden montiert, um das Gewicht zu optimieren. Der Rest war original.
Die beiden Freunde absolvierten so am Sonntag bei der 108. Ausgabe von „Rund um Köln“ die 30-Kilometer-Strecke in einer beachtlichen Zeit. Im Vordergrund stand für die Studenten aber der Spaßfaktor.
Kuriose Idee war nur ein Höhepunkt des Rad-Klassikers
Berndt sei seit jeher ein „begeisterter Rennradfahrer“ und Jonathan Schmiegel, laut eigener Aussage, „begeisterter Fahrer des KVB-Rads, mit dem ich in meinem Alltag quer durch Köln fahre“. Daraus entwickelte sich der Plan, mit den Mieträdern anzutreten. Die KVB fand die Aktion so großartig, dass sie diese auf ihren Social-Media-Kanälen präsentierte.

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Radrennen „Rund um Köln“. Während die Profisportler fast 200 Kilometer zurücklegen, haben Hobbyathleten die Wahl zwischen drei Distanzen von 30 bis 120 Kilometern.
Bei den übrigen Startern ging es deutlich sportlicher zur Sache. Die Begeisterung für Deutschlands ältestes Eintagesrennen ist riesig: Ungefähr 8700 Teilnehmende gingen am Sonntag auf den Distanzen von 30, 60 oder 120 Kilometern an den Start – eine neue Bestmarke. 2023 zählte man noch 4700. Markus Frisch, der Geschäftsführer der Kölner Ausdauersport GmbH als Veranstalter, redet von einem „Riesenboom“. Das Starterfeld wird im Durchschnitt jünger und der Frauenanteil steigt.
Das könnte auch daran liegen, dass vor circa drei Jahren bei „Rund um Köln“ der Frauenblock eingeführt wurde, in dem Starterinnen auf Wunsch gebündelt losfahren können. Dies könne Schwellenängste reduzieren. Dieser Meinung ist zumindest Lotte Kütemeier. Die 26-Jährige war schon zum dritten Mal mit von der Partie, ihre Freundin Lucca Berger feierte Premiere. „Es ist gut, dass Frauen sich mehr trauen. Man muss den Männern mal trotzen“, meint Berger. „Frauen fahren auch rücksichtsvoller und fahren weniger den Ellenbogen aus“, fügt Kütemeier hinzu.
Vanessa Sossnowski, die Siegerin über die 60-Kilometer-Distanz, entschied sich als versierte Fahrerin für einen Start im gemischten Feld. Sie erreichte das Ziel nach einer Stunde und 34 Minuten. Die 29-jährige Gynäkologin arbeitet im Schichtbetrieb. „Ich trainiere in jeder freien Minute. Mein Verlobter ist auch begeisterter Radsportler und es ist einfach schön, diese Leidenschaft zu teilen. Beim Radfahren in der Natur hat man ein unglaubliches Freiheitsgefühl“, sagt Sossnowski.
Sieger der 60er-Strecke verrät sein Erfolgsgeheimnis
Den Sieg auf der 60er-Strecke holte sich der Dürener Joschua Schotten. „Ich trainiere seit Jahren 12 bis 15 Stunden pro Woche. Das Wetter war gut, nur leichter Regen zwischendurch“, so der 29-jährige Landschaftsgärtner. Er benötigte für die Strecke vom Rheinauhafen über die Severinsbrücke ins Rechtsrheinische, über Lohmar, Overath und Rösrath zurück nach Köln eine Stunde und 27 Minuten bei einem Schnitt von 46,2 km/h. Männer und Frauen erhalten eine getrennte Wertung.
Ali, der mit dem Kölner Radsportverein RTC DSD und 47 weiteren Mitgliedern als Team antrat, wirkte bei der Ankunft sichtlich erschöpft. „Wir fahren viele Kilometer im Jahr, die waren nicht das Problem. Auf der Spur bleiben, sich darauf zu konzentrieren, nicht hinzufallen – das ist anstrengend. Der Start ist hektisch, alles ist eng und im Bergischen gibt es viele Schlaglöcher. Nach wenigen Kilometern gab es auch den ersten Sturz“, erklärt der 35-Jährige. Seine Gruppe sicherte sich den dritten Platz in der Team-Kategorie.
Die Atmosphäre rund um den Harry-Blum-Platz am Rheinauhafen war trotz des leichten Regens durchgehend fantastisch.
Volksfest-Stimmung und Gänsehaut am Streckenrand
Für Kinder gab es ein Laufrad-Rennen und an den Verkaufsständen von 30 Ausstellern am Harry-Blum-Platz konnte man sich mit Radsport-Zubehör eindecken. Zuschauer am Streckenrand feuerten ihre Familienmitglieder an, wie Christina Böttcher und ihr Ehemann Dieter aus Osnabrück. „Mein Sohn wohnt in Köln und fährt heute 120 Kilometer. Dieses Jahr ist er in Hamburg schon den Halbmarathon gelaufen und heute ist sein erstes Radrennen“, erzählt Mutter Christina. Sobald ihr Sohn Bjarne vorbeikommt – sein Name ist eine Hommage an den dänischen Tour-de-France-Sieger von 1996, Bjarne Riis –, will das Ehepaar in Köln noch einen Kaffee trinken gehen.
Für den Teilnehmer Bernd Kolter ging es nach den 60 Kilometern zurück in seine Heimat Forsbach, um als Ordner beim restlichen Rennen auszuhelfen. Der 73-Jährige nahm bereits zum achten Mal teil. „Ich habe ja in der Rente Zeit dafür.“ Er habe sein Radtraining zuletzt wieder verstärkt, sei aber schon immer sportlich gewesen. Er ist begeistert, dass der Radklassiker in den letzten Jahren so populär geworden ist – und dass immer mehr Frauen mitfahren. „Die Mädels haben echt in Menge und auch Qualität zugenommen“, so Kolter.
Die Königsetappe über 120 Kilometer gewann Tim Jäger in 2 Stunden, 52 Minuten und 55 Sekunden. Schnellste Frau war Sina Zoé Temmen mit einer Zeit von 3 Stunden und 0 Minuten. Alle Ergebnisse sind online zu finden. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
