Rhein in Köln „Ungewöhnlich“: Niedrigwasser früher als sonst, das hat Konsequenzen

Rhein-Pegel mit Niedrigwasser in Köln

Der Rhein bei Köln (hier aufgenommen 2021): Am Freitagmorgen (15. Juli) lag der Pegelstand bei 1,36 Meter.

Der Rheinpegel bei Köln hat schon sehr früh im Jahr ein Niedrigwasser zu verzeichnen. Und der Pegel soll weiter sinken.

Sommer, Sonne – und leider auch Dürre. Damit hat aktuell auch wieder Väterchen Rhein zu kämpfen. Am Freitag (15. Juli) lag der Pegelstand laut Stadtentwässerungsbetriebe (SteB) bei 1,36 Meter. Für Samstag werden 1,30 Meter erwartet, mit fallender Tendenz.

Das bedeutet für die Schifffahrt auf dem Rhein, dass sie schon jetzt mit Einschränkungen in Sachen Ladung zurechtkommen muss.

Köln: Rheinpegel sinkt weiter

„In den kommenden Tagen ist mit weiter fallenden Wasserständen zu rechnen. Die derzeitigen Wasserstände sind für diese Jahreszeit sehr niedrig. Sie sind Folge der fehlenden Niederschläge der vergangenen Wochen und Monate und kommen im Juli eher selten vor“, so Valeska Bergmann vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein aus Duisburg auf EXPRESS.de-Nachfrage.

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Allerdings: Wann ein Schiff mit weniger Ladung fährt, hängt laut der Expertin von vielen Faktoren ab. „Seitens der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung werden aufgrund der niedrigen Wasserstände keine Einschränkungen der Schifffahrt angeordnet. Die Auswirkungen des Niedrigwassers auf die Schifffahrt sind faktischer Natur“, sagt sie.

Bedeutet: In erster Linie sind die Kapitäninnen und Kapitäne dafür verantwortlich, wann und ob sie mit welcher Ladung losfahren. Darüber hinaus hänge es von vielen anderen Dingen (Ist der Fahrweg frei?) ab, zum Beispiel von den jeweiligen Häfen in den Rheinabschnitten, die die Vorgaben machen.

Häfen in Köln sehen sich gut gerüstet

In Köln ist dafür die Häfen- und Güterverkehr AG (HGK) zuständig. Dort sieht man sich gut gerüstet für das Niedrigwasser. „Außergewöhnlich ist allerdings, dass das Niedrigwasser in diesem Jahr relativ früh auftritt“, so HGK-Sprecher Christian Lorenz auf Nachfrage. Da die Schiffe nicht mehr so viel laden könnten, würden die Unternehmen mehr Schiffe einsetzen.

Bedeutet für die Häfen: Um Zeit zu sparen, werden beim Umschlag nicht zwingend notwendige Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Reinigung, nicht unbedingt durchgeführt. Ein aktuelles Problem liege derzeit bei einem Anleger für Hotelschiffe vor. Der Liegeplatz 5 am Konrad-Adenauer-Ufer kann derzeit aufgrund einer Fehlstelle nicht angefahren werden.

Wie sich der Pegel unterdessen entwickelt, kann niemand genau vorhersagen. Am 23. Oktober 2018 wurde der bislang niedrigste Pegelstand von 67 Zentimetern gemessen. Im Durchschnitt liegt die Marke in Köln bei 2,97 Metern.

Schwimmerinnen und Schwimmer sollten bei Niedrigwasser übrigens besonders gut aufpassen. Denn wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt, müsse man insbesondere bei geringem Rheinpegel immer wieder ausrücken, um Badende aus dem Rhein zu holen.

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