Wie geht es mit der Kölner Gastronomie weiter? EXPRESS.de-Leser Finn Reinke spricht von einer traurigen Entwicklung.
Kölner Gastro-SterbenKein Wunder – „Familie ist über 100 Euro los“

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EXPRESS.de-Leser Finn Reinke hat sich zum Kölner Gastro-Sterben geäußert.
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Immer mehr alteingesessene Kneipen und Restaurants schließen in Köln. Auch das bei den FC-Fans beliebte „Schill-Eck“ in Nippes wird es Ende März nicht mehr geben.
EXPRESS.de-Leser Finn Reinke hält die Entwicklung für bedenklich und äußert scharfe Kritik.
„Mit dem Rauchverbot in Kneipen fing es an...“
„Das wird das neue Ausgehen. Eine Fastfood-Bude an der nächsten, dafür immer weniger Restaurants“, so der 43-Jährige.
Einen Schuldigen für die Misere hat er auch schon gefunden: die Politik. „Mit dem Rauchverbot in Kneipen fing es an...“, sagt Reinke.
„Bei immer mehr Gästen blieb das 3., 4. oder 10. Kölsch weg. Damit sank der Umsatz, die Gerichte wurden alle peu à peu teurer.“ Corona, Ukrainekrieg, Umweltschutz haben die Preise steigen lassen, argumentiert er und rechnet vor:
„Eine Familie im Restaurant ist über 100 Euro los für einmal Essen gehen. Da bietet es sich an, das Erlebnis in die Pommesbude zu verlegen und ‚nur 50 Euro‘ auf den Tisch zu legen. Natürlich auch viel zu teuer, aber wenn das Geld fehlt, fangen wir Menschen an zu sparen.“
Steht es wirklich so schlimm um die Kölner Gastronomie? Was meint ihr?
Man könne das Phänomen seit Jahren beobachten. „Die Leute investieren eine Menge von dem, was sie alle kaum noch haben. Nämlich Zeit. In einem Kölner Großsupermarkt stellen sich Leute in eine lange Warteschlange. Und das nur, für ein Mettbrötchen für 1,40 Euro oder ein Leberkäsebrötchen für 1 Euro. Da geht es nicht um gesunde Ernährung, sondern um billig.“
„Das gesellige Miteinander wird immer weniger, der Egoismus immer größer. Ich will nicht schwarzmalen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sich das gesamte Restaurant-Business in den nächsten zehn Jahren halbieren wird. Die Lohnkosten, der bürokratische Aufwand etc. werden die Gastronomie letzten Endes aufs Kreuz legen. Da bringt auch eine Mehrwertsteuersenkung nix“, lautet sein bitteres Fazit.


