Über ein Jahrzehnt untergetaucht, nun die Heimkehr in einer Kiste.
Rätsel-Tod im IranLeiche von Kölner Rocker-Boss am Flughafen beschlagnahmt

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November 2015: Bestatter holen die Leiche des Erschossenen (†29) aus der Kölner Kneipe „No Name“ ab. Erkan A. galt als mutmaßlicher Schütze, tauchte in der Türkei unter.
Die elf Jahre andauernde Jagd ist beendet. Am Dienstag endete am Airport Köln/Bonn die Flucht des Mannes, der als Deutschlands meistgesuchter Rocker galt: Erkan A. (39). Der Kölner mit türkischen Wurzeln, der per internationalem Haftbefehl wegen Mordes nach einer Bluttat in der Kölner Kneipe „No Name“ gesucht wurde, kehrte nicht lebend zurück – sondern in einem Sarg.
Beamte sicherten den Sarg unmittelbar nach der Landung. Den Sachverhalt bestätigte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer mit den Worten: „Der Leichnam ist am Dienstag nach der Ankunft am Flughafen beschlagnahmt worden – um zu prüfen, ob es sich tatsächlich um Erkan A. handelt.“ Danach erfolgte der Transport des Toten zur Rechtsmedizin in Köln. Das berichtet „bild.de“.
Kein Zweifel an der Identität
Mittlerweile ist das Resultat der Obduktion da und es lässt keine Fragen offen. Bremer dazu: „Die Untersuchung hat zweifelsfrei bestätigt, dass es sich um Erkan A. handelt.“ Allerdings geben die Umstände seines Ablebens Rätsel auf. Vor zehn Tagen verstarb der frühere Anführer der Hells Angels unter rätselhaften Umständen in Karadsch, einer Millionenmetropole im Iran.
Dorthin hatte sich Erkan A. aus der Türkei abgesetzt, nachdem ein Attentat auf ihn fehlschlug. Offiziellen Angaben aus dem Iran zufolge erlitt er in einem Hotel einen Herzanfall, nur kurz nach einem Arzttermin. Im Bekanntenkreis des Rockers gibt es aber massive Zweifel an dieser Geschichte – es wird über eine Vergiftung spekuliert.
Offiziell existieren dafür jedoch keinerlei Beweise. Hierzu sagte Oberstaatsanwalt Bremer: „Es haben sich bislang keine Hinweise auf ein Fremdverschulden ergeben.“ Das Ableben des Mannes hat für die Justiz in Köln eine eindeutige Folge: Das Verfahren wegen Mordes wird beendet.
Bremer erläutert: „Da die Strafprozessordnung Ermittlungen gegen Verstorbene nicht vorsieht, wird das Verfahren eingestellt. Die Fahndungsmaßnahmen werden aufgehoben.“ Das Verbrechen, das die langjährige Suche zur Folge hatte, geschah 2015 in der Kölner Gaststätte „No Name“. Ein 29 Jahre alter Mann kam dort durch Schüsse ums Leben.
Als Hauptverdächtige galten Erkan A. sowie ein Komplize. Der Hintergrund war mutmaßlich ein Racheakt, weil das Opfer zuvor in eine Shisha-Bar der Hells Angels eingedrungen sein und Bargeld aus Glücksspielautomaten entwendet haben soll. Unmittelbar nach dem Verbrechen setzte sich Erkan A. in die Türkei ab.
Sein Leben in der Türkei war ebenfalls ereignisreich. In Izmir konnte er 2021 nach einer Verhaftung den Beamten entkommen. Erst vor einem Jahr überstand er in Istanbul ein Attentat, bei dem ein Auftragskiller auf ihn schoss und ihn schwer verwundete. Eine Kugel traf die Arterie im Oberschenkel, er verblutete fast.
Die Rückführung nach Deutschland gestaltete sich schwierig. Wegen eines bestehenden Flugverbots mussten Angehörige den Verstorbenen über Land aus dem Iran in die Türkei transportieren. Von dort aus wurde er dann per Flugzeug nach Köln gebracht. Die Beisetzung von Erkan A. ist für Freitag auf einem Friedhof in Köln geplant. Es werden etwa 400 Trauernde erwartet, begleitet von massiven Sicherheitsmaßnahmen. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.


