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Pokémon Go  Irre: Gamer-Schlacht um den Kölner Dom

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Schatzkammer Dom: Wer hier spielt, findet  viele Pokémon, und eine Kampf-Arena, die erobert werden kann. Herr des Kölner Doms zu sein – für viele ein Traum.  

Köln – Der Kölner Dom, berühmteste Kathedrale der Welt – sechs Millionen Menschen besuchen jährlich das Gotteshaus. Doch jetzt ist der Teufel los, besser: sind die Teufel los. Sie heißen Pikachu, Glumanda und Bisasam. Ganze Horden meist junger „Pokémon Go“-Spieler bevölkern den Dom auf der Suche nach diesen virtuellen Wesen in der realen Welt. Das will das Domkapitel nun unterbinden – Pokémon raus dem Dom!

Zunächst fallen die Kinder, Jugendlichen und jungen  Erwachsenen nicht auf, wie sie scheinbar andächtig in den Kirchenbänken des Doms sitzen. Doch sie lesen nicht im Gotteslob – und sie beten nur für eins: Dass möglichst bald ein Pokémon auf ihrem Handydisplay auftauchen möge.

Ab hier ist es vorbei mit der Ruhe

Sobald das passiert, ist es mit der Ruhe vorbei, wird laut gerufen, zuweilen geschrien, geht es über die Bänke hin zum Ort, an dem der Pokémon aufblitzt. Der Dom ist nämlich Pokémon-Go-„Arena“. Und das heißt: Hierhin schicken Spieler ihre stärksten Pokémon, um diese gegen andere Spieler kämpfen zu lassen.

Wer die Duelle gewinnt, kann die Arena – also den Dom – einnehmen. Bis der nächste, stärkere Spieler kommt – Dauer-Poké-Krieg am Dom also. Jede Stunde gibt es hier neue „Gefechte“. So beschreibt es Domschweizer Fabian Frerich (28). Er ist empört. „Ich spiele das Spiel selbst, denn es erinnert mich an meine eigene Kindheit und Jugend.

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Pokémon-Fan Lukas (23) erklärt Stadtdechant und Vize-Dompropst Robert Kleine (49) die neue Poké-Welt. Lukas: „Das Schönste an dem Spiel ist, dass wir so auch viel unterwegs sind, und neue Teile der Stadt entdecken können.“

„Das muss ein Ende haben“

Aber der Dom ist ein Gotteshaus. Hier hat Pokémon Go nichts zu suchen. Wenn wir jemanden beim Spielen erwischen, werfen wir ihn umgehend raus.“ Auch Stadtdechant und Vize-Dompropst Monsignore Robert Kleine (49) platzt der Kragen seiner Soutane. „Das muss ein Ende haben“, fordert er.

„Wir dürfen erwarten, dass man dem Dom mit der ihm gebührenden Würde begegnet. Er ist ein Gotteshaus, kein Spielplatz. Das Domkapitel hat einen Anwalt eingeschaltet. Zunächst werden wir die Entwickler des Spiels freundlich bitten, den Dom zur Pokémon-freien Zone zu machen.“ Über weitere juristische Schritte werde nach der Antwort des Spielentwicklers entschieden.

Dombaumeister Peter Füssenich (44) ist ebenfalls auf dem Baum: „Pokémon Go verwendet offenbar Fotos aus dem Dom, etwa von der Dreikönigenkapelle, in der sich dann Pokémon verbergen. Diese Fotos wurden ohne Genehmigung gemacht und dementsprechend ist auch die Verwendung nicht erlaubt. Wir haben auch aus diesem Grund einen Anwalt eingeschaltet.“

Leben Sie noch hinterm „Poké“-Mond?

Seit zwei Wochen ist das Rheinland im Poké-Fieber – Tausende zocken das Handy-Spiel. Sind sie schon drin, oder leben Sie noch hinter dem Poké-Mond?  EXPRESS erklärt den Hype.

Was sind die Pokémon überhaupt?

Pokémon sind Wesen unterschiedlichster Gestalt und Größe, die im Wasser leben, in der Wildnis oder in der Luft. Sie können von Menschen gefangen werden und werden dann von ihren Eigentümern, den „Trainern“, ausgebildet.

Pokémon wachsen so und werden stärker. Der Reiz liegt im Sammeln der Wesen – und darin, dass Trainer ihre Pokémon gegeneinander in Kämpfen antreten lassen.

Warum laufen alle mit dem Smartphone durch die Gegend?

„Pokémon Go“ ist ein positionsbezogenes Spiel. Heißt: Mit Hilfe von GPS wird der Spieler geortet und virtuell auf einer Landkarte positioniert. Dann heißt es: Pokémon fangen.
Um sich in der Spielewelt zu bewegen, um sie zu finden, muss auch der Spieler die Bewegungen in der realen Welt ausführen.

Bestimmte Pokémon halten sich nur in einer speziellen Umgebung auf: Wasser-Pokémon etwa bei Gewässern. In der Nähe von großen Gebäuden verstecken sich oft besonders wertvolle Pokémon.

Was sind Pokéstops und Arenen?

Pokéstops sind Orte, an denen Spieler Spielgegenstände wie etwa Pokébälle erhalten. Sehenswürdigkeiten, interessante Orte, auffällige Stadtbilder können in der virtuellen Spielwelt Pokéstops sein.

Der Spieler muss sie besuchen, um sein Reservoir an Bällen aufzufrischen. Arenen sind wiederum Austragungsorte für Pokémon-Kämpfe –  in der realen Welt meistens große Gebäude oder Sehenswürdigkeiten.

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