Netto-Räuber vor Gericht Seine Überfälle tarnte er als „Übung“

Marius L.: Der falsche Revisor auf einem echten Foto.

Marius L.: Der falsche Revisor auf einem echten Foto.

Düsseldorf/Köln – Seit dem heutigen Montag steht in Köln der „Netto-Räuber“ Marius L. (38) vor Gericht. Innerhalb von zwei Jahren raubte er nach eigenem Geständnis 35 „Netto“-Filalen aus. Darunter eine Filiale in Eller.

Die Überfälle tarnte der falsche „Revisor“ immer als „Übung“. Der frühere Neusser Ex-Polizist reiste jeweils aus Kenia an, erbeute über 750.000 Euro. Ihm und seinem Komplizen Werner B. aus Weeze drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis.

Marius L. hatte für seine Coups einen Top-Informanten. Als sein Komplize und Fluchtfahrer wurde sein Schulfreund, der „Netto“-Gebietsleiter Werner B. (39), verhaftet und angeklagt.

Nach einer XY-Fahndung war L. so frech, dass er in einer „Netto“-Filiale in Verden mit dem Namensschild seines Kölner Kripo-Jägers Roland Küpper am Anzug auftauchte. L. war stets fein gekleidet, mit polierten Schuhen – eben ein „feiner Revisor“. Schnell galt L. als der „Lackschuh-Räuber“.

Die „Netto“-Mitarbeiter glaubten dem „Revisor“, der auch alle Namen der Chefs kannte. Sie ließen sich probeweise bewaffnet „überfallen“, einsperren, fesseln und händigten die Einnahmen aus. Doch „befreit“ wurden sie nicht. Das übernahm die Polizei.

L., der in Nairobi bei einer kenianischen Frau lebte, flog für ein oder zwei Überfälle ein und sofort wieder zurück. Zum Verhängnis wurden ihm sein Handy, dessen Nummer immer registriert wurde, wenn wieder ein Überfall stattfand.

Geplant hatte L. seine filmreifen Taten in Kenia. Damit „Netto“ mal zu Ruhe kam, schlug er übrigens zwischendurch auch mal bei „Minimal“ oder „Rewe“ zu.

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