Herbert G. war Bundespolizist mit Leib und Seele. Der 57-jährige Kölner zerbrach an den Folgen eines brutalen Angriffs. Am Dienstag nahm er sich das Leben.
Nach Gewaltexzess vor KneipeKölner Türsteher Herbert G. (†57) nimmt sich das Leben

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Herbert G. wurde von mehreren Personen angegriffen und brutal verprügelt. An den Folgen zerbrach er.

Herbert G. (†57) war mit Leib und Seele Bundespolizist, trainierte Jugendliche im Boxring und stand nebenbei als Komparse für Serien wie „Alarm für Cobra 11“, „Wilsberg“ oder „SOKO“ vor der Kamera. Jetzt ist er tot!
Tochter Lina (32) ist völlig geschockt. „Mein Papa hat sich am Dienstag in Chorweiler das Leben genommen. Er hat sich von einem Hochhaus gestürzt“, sagt sie am Freitagabend (23. Oktober) unter Tränen im Gespräch mit EXPRESS.de.
Vor Kneipe in Köln-Nippes brutal niedergetreten und schwer verletzt
Rückblick: Herbert G. war im September 2025 Opfer eines brutalen Angriffs geworden. Eine Jugendclique hatte ihn nach seiner Schicht als Türsteher vor einer Kneipe in der Nippeser Florastraße überfallen und ihm nach den Worten des zuständigen Richters „mit Tötungsvorsatz und heimtückisch“ aufgelauert.
Fünf junge Männer im Alter von 18 und 20 Jahren traten laut Gerichtsurteil gezielt und wuchtig auf Rumpf und Kopf des Mannes ein, selbst als er bereits bewusstlos war. Herbert G. erlitt gebrochene Rippen, einen gebrochenen Lendenwirbel und eine gebrochene Nase, verlor Zähne und schwebte in akuter Lebensgefahr. Mehrere Tage lag er im künstlichen Koma auf der Intensivstation.
Im Mai 2026 fiel am Kölner Landgericht das Urteil: Die fünf jungen Täter wurden nach Jugendstrafrecht zu Haftstrafen zwischen drei und fünf Jahren verurteilt.
Für viele im Umfeld von Herbert G. zu wenig. „Die Täter haben alle nur geringe Strafen erhalten, der Haupttäter nur fünf Jahre“, sagt Gerd Dick, ein enger Freund und Bekannter der Familie, gegenüber EXPRESS.de.

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Der Angeklagte links (mit Verteidiger Frank Hatlé) gilt als Initiator, der Beschuldigte rechts (mit Verteidiger Michael Diwo) hatte den Angriff gestartet (Archivfoto).
Auch Herbert Gs. Schwester äußerte sich gegenüber EXPRESS.de: „Ich bin unfassbar traurig und wütend auf diese Jugendlichen, die vermutlich nicht mal wissen, was sie angerichtet haben.“
Die körperlichen Folgen des Angriffs hatten Herbert G. nicht mehr losgelassen. Der frühere Bundespolizist litt seit der Tat immer wieder unter Suizidgedanken und war mehrfach in psychiatrischer Behandlung, wie es im Prozess hieß.
Tochter Lina ist immer noch fassungslos: „Was haben die uns angetan?“ Auch Osman Gümüs, ein Jugendfreund, der mit ihm gemeinsam in Chorweiler aufgewachsen ist, trauert um Herbert G.: „Für uns alle kam das sehr unerwartet“, sagt Gümüs gegenüber EXPRESS.de.
Er hat gemeinsam mit Freunden eine Spendenaktion für die Familie gestartet. „Das würde der Familie sicher gut helfen, über die erste Etappe des Verlustes zu kommen“, so Gümüs. Ein kleiner Trost. Tochter Lina ist unendlich dankbar, denn so wird der Fall nochmal öffentlich. Das ist ihr wichtig.
Eure Gedanken hören nicht auf zu kreisen? Ihr befindet euch in einer scheinbar ausweglosen Situation und spielt mit dem Gedanken, euch das Leben zu nehmen? Wenn Ihr euch nicht im Familien- oder Freundeskreis Hilfe suchen könnt oder möchtet – hier findet Ihr anonyme Beratungs- und Seelsorgeangebote:
Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erreicht Ihr rund um die Uhr Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, mit denen Ihr eure Sorgen und Ängste teilen könnt. Auch ein Gespräch via Chat ist möglich. telefonseelsorge.de
Kinder- und Jugendtelefon: Das Angebot des Vereins „Nummer gegen Kummer“ richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr unter 11 6 111 oder 0800 – 111 0 333. Am Samstag nehmen die jungen Berater und Beraterinnen des Teams „Jugendliche beraten Jugendliche“ die Gespräche an. nummergegenkummer.de.
Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Ein Teil von ihnen spricht auch türkisch. mutes.de
Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Eine Übersicht aller telefonischer, regionaler, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland gibt es unter suizidprophylaxe.de
