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Die letzten Bilder?Mit Kölner Sänger (†47) im Karneval – wenige Stunden später wird er ermordet

Der Kölner Sänger Jim Reeves mit einer verkleideten Frau beim Karnevalsumzug in Berlin.

Ein schöner Tag, aber aus heutiger Sicht eine grausame Erinnerung: Sänger Jim Reeves (r.) mit EXPRESS-Leserin Andrea Strohband 2016 beim Karnevalszug in Berlin. In der Nacht darauf wurde der Kölner Sänger getötet.

EXPRESS-Leserin Andrea Strohband traf 2016 durch Zufall in Berlin auf den Kölner Sänger Jim Reeves. Nur wenige Stunden später wurde er ermordet.

von Thomas Werner (tw)

60 Jahre EXPRESS und tausende von Geschichten über die Menschen in Köln und darüber hinaus. Mal emotional, mal kurios, mal brutal oder schockierend – oder eben alles zusammen. Zum Jubiläum zeigen wir besondere Erinnerungen unserer Leserinnen und Leser noch einmal.

So wie im Fall von Andrea Strohband aus Bergstein (Hürtgenwald). Sie gehörte dank EXPRESS und Deiters 2016 zu den 111 Glücklichen, die als Delegation am Karnevalszug in Berlin teilnehmen durften und dort die kölsche Fahne sprichwörtlich hochhielten.

Kurz vor dem Tod von Jim Reeves feierte er noch mit der Kölner Delegation Karneval

Mit euch habe ich ein einmaliges Abenteuer erlebt, blickt Strohband am Donnerstag (18. April 2024) gegenüber EXPRESS.de zurück.

Alles zum Thema Rosenmontagszug

Unter anderem traf sie vor Ort die TV-Köche Mario Kotaska, Ralf Zacherl – und Sänger Jim Reeves. Für Strohband damals ein tolles Erlebnis, aus heutiger Sicht unglaublich emotional.

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Denn: In der Nacht auf den nächsten Tag (1. Februar 2016) wird Jim Reeves, Bruder von Moderatorin Shary (heute 54) und Cousin von TV-Star Mola Adebisi, der vor wenigen Wochen einen schweren Unfall mit seiner schwangeren Frau erlebte, in einem Berliner Hostel ermordet, er wird nur 47 Jahre alt.

„Es sind die vielleicht letzten Bilder von ihm vor seinem unnützen Tod“, sagt Strohband heute. Reeves gerät mehr oder weniger zufällig in den Berliner Karnevalszug, feierte aber spontan mit und sorgte für gute Laune. Am nächsten Morgen um 7.45 Uhr wird seine blutüberströmte Leiche gefunden.

Der im Kölner Stadtteil Kalk aufgewachsene Jim, der seit einigen Jahren in Berlin lebte, hatte Streit mit Freundin Bettina. Deshalb war er für einige Zeit ins Hostel nach Charlottenburg gezogen.

Dort übernachtete er im Sechs-Bett-Zimmer unter anderem mit zwei Männern aus Polen, die später als Täter identifiziert und im Oktober 2018 vom Berliner Landgericht wegen Totschlags im besonders schweren Fall zu 13 bzw. 14 Jahren Haft verurteilt wurden.

Du verbindest auch ein besonderes Erlebnis mit dem EXPRESS? Erzähle uns zum 60-jährigen Jubiläum die Geschichte und schreib uns per Mail an koeln@express.de.

Die Berliner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die zwei Männer den bisexuellen Sänger aus homophoben Motiven schwer misshandelt haben. Wie seine Obduktion ergab, starb er durch stumpfe Gewalteinwirkung gegen den Kopf.

Jim Reeves wurde auf dem Ostfriedhof in Köln beigesetzt

„Viel zu früh und grausam wurde Jim aus dem Leben gerissen. Wir als Familie sind schockiert und fassungslos“. sagte Bruder Andrew damals im Namen der Familie gegenüber EXPRESS. „Er ist und bleibt ein Teil unserer Familie, unserer Wurzeln. Jim wünschen wir, dass er Frieden findet, dort, wo er jetzt ist. Er ruhe in Frieden.“

Jim Reeves war Anfang der 90er mit seinen Geschwistern Shary, Terry und Andrew als „4 Reeves“ bekannt geworden. Später gründete er die Band „Squeezer“, der mit dem Song „Blue Jeans“ ein großer Erfolg gelang. Auch als Solokünstler brachte er Lieder auf den Markt, war zudem als Produzent tätig. Reeves wurde auf dem Ostfriedhof in Köln beigesetzt.