Bissiger Auftritt in KölnMario Barth poltert los: „Ich habe keine Zeit für so eine Scheiße“

Mario Barth beim Auftritt in der Lanxess Arena.

Mario Barth teilte bei seinem Auftritt am Sonntag (14. Mai 2023) in der Lanxess Arena gewohnt bissig aus.

Komiker Mario Barth präsentierte in der Kölner Lanxess-Arena sein achtes Stand-up-Programm „Männer sind Frauen manchmal aber auch… vielleicht“. Dabei teilte der Berliner gewohnt bissig aus.

von Marcel Schwamborn (msw)

Er nennt sich selbst den „größten Komiker aller Zeiten“. Aber Mario Barth (50) polarisiert enorm. Die einen finden ihn unfassbar komisch, die anderen einen grausamen stammtischnahen Dampfplauderer.

Seit fast einem Vierteljahrhundert begeistert der Comedian schon seine Fans. Am Sonntag (14. Mai 2023) stellte er in der Lanxess-Arena sein bereits achtes Programm „Männer sind Frauen manchmal aber auch… vielleicht“ vor. So merkwürdig gespreizt wie der Titel gestalteten sich auch die zwei Stunden.

Mario Barth: Berliner präsentierte in Köln bereits sein achtes Programm

Zum einen lieferte der Berliner wieder brillante Situationskomik, wenn er die Unterschiede zwischen Männern und Frauen beschrieb. Gleichfalls gab er aber auch wieder den Poltergeist, der sich über Gendern und vegane Ernährung in Rage redete. Dem Publikum gefiel’s. Die knapp 10.000 Fans johlten begeistert. „Er hat doch recht“, war dutzendfach zu hören.

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Schon beim Blick auf den Merchandise-Stand fielen die Parolen auf den Shirts auf: „Corona ist ein Arschloch“, „Halt die Fresse“ oder „Ich kann das alles nicht mehr hören“ war da zu lesen. Und so ging es auch gleich los. „Berlin ist so tolerant. Montag bist du da Mann, Dienstag Straßenschild, Mittwoch Hund“.

Barths Bühnenoutfit ist Pink, grell wie ein Textmarker. Und grell auch die ersten Ansagen: „Wer Wert auf Gendern legt, kann noch gehen. Ich verweigere das, weil ich keine Zeit für so einen Scheiß habe. Ich fange an zu gendern, wenn die Frauen das gleiche Geld wie die Männer im Job verdienen“.

Angefangen habe „der ganze Schrott mit dem Verbot der Zigeunersauce.“ Auch Winnetou, Indianer, Cowboy und Arzthelferin dürfe man ja nicht mehr sagen. Schuld sei die Homeoffice-Phase der Beamten während Corona. „Die konnten keinen Mittagsschlaf machen, weil Mutti sie gestört hat. Und wir wissen alle: Nach müde kommt doof“.

Ähnlich seine Haltung zu Veganern. „Ich habe nichts gegen sie. Ich hasse nur die, die einen belehren wollen und vorwurfsvoll anschauen. Ich esse gerne Fleisch, grille gerne. Veganer denken, sie werden durch ihre Ernährung 400 Jahre alt und schlucken lieber Pillen mit Vitamin B12“.

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Wenn Barth vom Besuch im Berliner Café berichtet, als die Bestellung eines Latte Macchiato zur langen Prozedur wird, weil die Milchfrage geklärt werden muss, ist es herrlich komisch. Warum er keine Intoleranzen habe, hätte ihn der Barista gefragt. „Ich komme von früher. Da haben wir auch alles vertragen. Du bist aus der Generation Feuchttücher“, lautete seine Antwort.

Auf stillem Wasser habe er den Aufdruck „vegan“ entdeckt. „Was war denn da früher drin? Hack? Die denken doch, da rennen nur noch Doofe draußen rum“, polterte der Comedian. Dann bekamen auch noch die „lustigen Klebefische“ auf den Straßen einen mit: „Schon Oma hat gesagt: Die Doofen bleiben kleben“.

Köstlich gelungen waren die Episoden, als er seinen Freund mit zur Entbindung der Tochter begleitete, dieser dann in Ohnmacht fiel und Barth plötzlich die Hauptrolle im Kreißsaal spielen musste. „So ein Neugeborenes riecht nicht nach April-Frische. Die Käseschmiere am Baby hat nichts mit Nachos und Käsesoße zu tun. Das war wie bei der Teufelsaustreibung“.

Auch die Story, als er die siebenjährige Tochter seiner Bekannten Babsi betreuen sollte, war ein Knaller. Die hatte vorgegeben, dass er mit dem Kind nur Tierfilme aus den 70er Jahren mit Lerneffekt schauen solle. Die Wahl fiel auf „Der Weiße Hai“. Als der Berliner dann noch von seinen Erfahrungen aus der Check-up-Klinik samt Einlauf, Prostata-Untersuchung und trinkfreudiger Seniorin erzählte, liefen bei vielen in der Arena die Freudentränen.

Mario Barth präsentierte schon Ausschnitt aus Programm für 2025

„Viele behaupten ja, ich sei frauenfeindlich“, verteidigte sich der 50-Jährige. „68 Prozent meiner Fans sind Frauen. Die sind doch nicht alle doof“. Ein Ende der „Frauen und Männer“-Comedy ist auch noch nicht in Sicht. Am 18. Februar 2024 kommt Barth erneut mit dem aktuellen Programm in die Lanxess-Arena, ehe die Tour im Mai auf der Berliner Waldbühne endet.

Und vom dann 2025 startenden Programm gab es auch schon eine Kostprobe. Sein Freund Carsten hatte ihm eine SMS mit den Worten „Ich und Heike haben uns getrennt“ geschickt. Dies war der Anlass für viele Fragen seiner Freundin. „Ist er fremdgegangen? Hat er eine Jüngere? Wie machen sie das mit den Kindern?“ Fazit Barth: „Frauen haben mehr Fragen als Männer Antworten“.