Verdi macht Druck Stillstand: KVB-Streik am Donnerstag in Köln

Streik_Breslauer

Leere Bahnsteige, wie hier am 29. September am Breslauer Platz, werden noch in dieser Woche wieder aktuell.

Köln – Schon wieder Warnstreiks in Köln: Nach den Aktionen der Gewerkschaft Verdi in der vergangenen Woche und den starken Einschränkungen bei der Kölner Stadtverwaltung am Dienstag (6. Oktober) fährt nun auch am Donnerstag weder Bus noch Bahn.

Denn es kommt in ganz NRW zu ganztägigen, flächendeckenden Warnstreiks, auch die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) sind betroffen.

KVB-Streik in Köln: Verdi bleibt hart

Verdi wirft den Arbeitgeberverbänden, auch nach den bereits erfolgten Streiks nicht bereit zu sein, über einen bundesweiten Tarifvertrag zu verhandeln. Unter anderem werden einheitliche Regelungen in Fragen wie Nachwuchsförderung, Entlastung sowie den Ausgleich von Überstunden und Zulagen für Schichtdienste gefordert.

„Auch die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs in NRW steht auf dem Spiel“, erklärte Peter Büddicker, Fachbereichsleiter Verkehr in NRW. „Es ist unverantwortlich gegenüber den Beschäftigten, angesichts des drohenden Fachkräftemangels einheitliche Regelungen zur Entlastung zu verweigern.“

Verdi fürchtet schrumpfendes Vertrauen in den öffentlichen Nahverkehr

Aber auch Fahrgäste könnten Vertrauen verlieren, denn Personalmangel und hohe Krankenstände führten immer häufiger zu Fahrtausfällen. „Wer immer wieder erlebt, dass er vergeblich an der Haltestelle steht oder der Anschluss nicht kommt, verliert das Vertrauen in den ÖPNV“, so Büddicker in einem Verdi-Schreiben weiter.

Im Vergleich zum Jahr 2000 sei die Zahl der Beschäftigten um 18 Prozent geschrumpft, während die Anzahl der Fahrgäste im gleichen Zeitraum um ein Viertel zugenommen hat. Aufgrund der Belastungen kommt es zu überdurchschnittlich hohen Krankenständen und der Anhäufung von Überstunden.

Personal-Situation im ÖPNV könnte sich weiter verschlechtern

Die Situation droht sich weiter zu verschärfen, denn der Altersdurchschnitt in den Unternehmen beträgt 49 Jahre, somit geht bis 2030 jeder zweite Beschäftigte in den Ruhestand.

Die VKA (Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände) verweist derweil auf Verhandlungen in den Ländern, eine einheitliche Lösung liege nicht in ihrem Aufgabenbereich. Neben den bundesweiten Forderungen laufen Verhandlungen in den Ländern zu regional spezifischen Forderungen der Beschäftigten. Die bisherigen Angebote sind für Verdi nach eigener Aussage aber „nicht tragfähig”.

KVB-Streik in Köln am Donnerstag von Betriebsbeginn bis -ende

„Für bundesweit einheitliche Arbeitsbedingungen in elementaren Fragen kommt nur die VKA als Spitzenverband in Betracht. Die anhaltende Verweigerung, in Verhandlungen einzutreten, zwingt uns zu weiteren Warnstreiks”, so Büddicker.

Gestreikt werden soll in NRW am Donnerstag den ganzen Tag, also von Betriebsbeginn bis -ende. (tw)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.