Damit dürfte er wohl einen Rekord halten: Der Kölner Francisco Medina ist zum zehnten Mal in einer der beliebtesten RTL-Serien ausgestiegen. Uns hat er die „Achterbahnfahrt“ erklärt.
Rekord?!Kölner verlässt RTL-Serie zum zehnten Mal

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Francisco Medina spielte in „Alles was zählt “ (hier mit Erol Sander) fast 20 Jahre lang die Rolle des Maximilian von Altenburg.
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Das muss ihm erst mal einer nachmachen! Zum zehnten Mal hat Francisco Medina (49), seit 2007 der „Badguy“ in „Alles was zählt“, die RTL-Soap jetzt verlassen. Damit dürfte er Rekordhalter als „Serienaussteiger“ sein. Warum er diesmal den Schlussstrich gezogen hat und ob die Figur Maximilian von Altenberg noch mal auferstehen wird, verrät er im Gespräch mit EXPRESS.
Es sei wie beim Essen, schmunzelt Medina. „Ich liebe Spaghetti Bolognese, aber manchmal möchte ich halt das gesamte Buffet probieren.“ Heißt: Viel Zeit für andere Projekte (Coaching, Buch, Regie) und Familie haben! Seine Zwillinge Carlos und Ruben sind gerade mal ein Jahr alt. Die will er öfter sehen. Und die Eltern. „Ich hatte wirklich Glück bei der Elternlotterie. Beide waren erfolgreiche Theatermacher, kämpften für die Menschenrechte in Chile, flüchteten 1977 in die DDR (ich war damals noch im Bauch meiner Mutter) und sie haben mich immer unterstützt. Jetzt sind Sie über 80 und ich möchte die Zeit mit ihnen genießen.“
Francisco Medina: Vom Soap-Star zum gefragten Coach
Beruflich hat der RTL-Schauspieler sich schon seit Jahren ein zweites Standbein aufgebaut, steht als Coach vor Tausenden auf der Bühne oder begleitet sie im Einzelcoaching bei persönlichen und beruflichen Entwicklungsprozessen wie die Olympiasieger Aline Rotter-Focken oder Frank Stäbler, Eintracht Frankfurt-Torwart Jens Grahl oder Schauspielerinnen wie Anne Ratte-Polle. Ist Medina einer, von dem man einfach gern einen Ratschlag annimmt? Er wiegelt ab. „Coaching ist immer auch Handwerk. Ich habe 15 Ausbildungen absolviert und weiß, was ich tue, weil ich ein Gespür für Menschen habe.“
Doch wichtiger als Zertifikate seien in dem Metier Praxiserfahrung, vielleicht auch ein Alleinstellungsmerkmal. Da kann der Kölner von seiner 30-jährigen Schauspielkarriere profitieren. Er fühlt sich wohl auf der Bühne, strahlt Selbstbewusstsein aus. Was allerdings nicht immer so war. „Ich habe als Jugendlicher viel Mist gebaut“, gesteht der Darsteller aus „Alles was zählt“.

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Vielseitig unterwegs: Schauspieler Francisco Medina (alias Maximilian von Altenburg) macht Schluss mit „Alles was zählt“, hat aber viele andere Eisen im Feuer.
Auch als Schauspieler stellte er sich immer wieder in Frage. Das Coaching habe ihm geholfen, zu sich zu finden. „Je mehr wir uns mit uns selbst beschäftigen, desto selbstbewusster werden wir. Ich kenne meine Schwächen, kann schlecht Autofahren, noch schlechter kochen, aber ich kenne auch meine Stärken. Und: Ich kann mich gut in andere hineinversetzen.“
In seinem Buch „Alles, was wirklich zählt“ (19 Euro, Next Level) setzt sich Medina mit Rollenbildern, Identität und der Frage auseinander, wie Menschen ihr Leben bewusster gestalten können. E stellt viele Fragen zu Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Erklärt, wie man damit aufhören kann, nur eine Rolle im Drehbuch anderer zu spielen, stattdessen sein Leben nach eigenen Regeln zu gestalten. Heißt das, der AWZ-Abschied ist dieses Mal für immer? Er schmunzelt: „Man soll niemals nie sagen.“


