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Nächstes Großprojekt geplatztKölner Unternehmen stoppt Pläne für 103-Meter-Hochhaus

Architektenentwurf für ein Hochhaus in Köln-Deutz

So sollte das am Deutzer Messegelände geplante Hochhaus aussehen.

Aus für den nächsten Kölner Wolkenkratzer!

Für neue Hochhäuser in Köln sind es keine guten Zeiten.

Nachdem bereits die DEVK-Versicherung den Bau ihres 144-Meter-Büroturms offiziell nur noch überprüft, stoppt nun laut Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ auch der Vermögensverwalter Flossbach von Storch die Pläne für seine neue 103-Meter-Zentrale an der Messe.

Architektenentwurf für Hochhaus in Köln-Deutz lag bereits vor

Das Unternehmen selbst wollte sich am Montag (12. Januar) auf Anfrage nicht dazu äußern, doch mehrere mit der Sache vertraute Quellen haben die Nachricht bestätigt. Das Großbauprojekt an der Deutz-Mülheimer Straße ist demnach nicht nur aufgeschoben, sondern komplett vom Tisch.

Hinter vorgehaltener Hand heißt es zu den Gründen, dass sich die Rahmenbedingungen geändert hätten, ebenso wie die weltweiten Risiken und ihre Auswirkungen – auch auf die Aktienmärkte. Darüber hinaus haben besonders Büroimmobilien mit Nachfrageproblemen zu kämpfen, wie etwa beim neuen Gewerbegebiet I/D Cologne.

Bert Flossbach und Kurt von Storch gründeten ihre Vermögensverwaltung im Jahr 1998. Heute betreuen rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter etwa 70 Milliarden Euro von Privatkunden und institutionellen Investoren.

Für die Firma hätte eine Investition im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich ein erhebliches Risiko dargestellt. Das neue Hochhaus sollte eigentlich um 2029 fertig sein. Daraus wird nun nichts. Was mit dem Grundstück geschieht, ist unklar, da die Entscheidung noch sehr neu ist.

Erst am 15. Mai 2025 hatte die eigens von Flossbach von Storch gegründete Entwicklungsgesellschaft KDM30 Immobilien GmbH die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens beantragt. Der Stadtentwicklungsausschuss des Rates stimmte vier Wochen später zu. Ein Architektenentwurf des Büros Baumschlager Eberle Architekten aus Berlin liegt seit Oktober 2024 vor.

In dem 103-Meter-Turm mit viergeschossigem Anbau sollten die Mitarbeitenden des Unternehmens zusammenkommen, die derzeit im Köln-Turm (149 Meter) im Mediapark und an einem anderen Standort in Deutz arbeiten. Die Idee war, sie an einem Ort zu bündeln.

Hochhaus-Bauten sind in Köln wegen des Doms ein sensibles Thema

Flossbach von Storch plante jedoch auch, Etagen zu vermieten, wodurch insgesamt rund tausend Arbeitsplätze entstehen sollten. Ein weiteres, sechsgeschossiges Gebäude sollte das Hochhaus ergänzen. Geplant waren zudem ein Parkhaus und eine Tiefgarage.

Hochhaus-Bauten sind in Köln wegen des Doms (157 Meter) ein sensibles Thema. Schon früher hatten solche Pläne für viel Streit gesorgt, als in Deutz neue Gebäude entstehen sollten. Der Dom stand deshalb von 2004 bis 2006 sogar auf der Roten Liste der gefährdeten Welterbestätten der Unesco. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.