Abo

„Unvergesslich“Andrea Sawatzki über Party-Nacht mit Bill Kaulitz in Köln

Eine Frau sitzt am Steuer eines Taxis und schaut ungläubig, ein Mann auf dem Beifahrersitz, der eine schwarze Mütze trägt, deutet mit dem Finger.

Andrea Sawatzki und Christian Berkel sind seit 28 Jahren ein Paar und auch im Film ein Dreamteam. Im „Liebestaxi“ fahren sie in der Komödie unter anderem an den Kölner Kranhäusern vorüber.

Andrea Sawatzki und Ehemann Christian Berkel haben im „Liebestaxi“ in Köln gedreht. Die Schauspielerin erinnert sich im EXPRESS u. a. an eine Party-Nacht mit Bill Kaulitz auf der Schaafenstraße.

Wenn Andrea Sawatzki (62) und Ehemann Christian Berkel (68) gemeinsam vor der Kamera stehen, wird es meist lustig. Und der vierte Film ihrer Komödienreihe „Ein Taxi für zwei“ (16. Januar, ARD, 20,15) ist da keine Ausnahme.

Sie spielt die hoffnungslos romantische Taxifahrerin Elke, die für den griesgrämigen und öffentlichkeitsscheuen Autor Gregor in die Rolle der Bestsellerautorin schlüpft, um seinen Preis entgegenzunehmen. Die Dreharbeiten fanden in Köln statt. Und das Berliner Schauspielerpaar hat das Rheinland wieder mal schätzen gelernt, wie uns die beiden im großen EXPRESS-Interview berichten.

Andrea Sawatzki und Christian Berkel: Loblieder auf Köln

Was gefällt Ihnen an Köln oder überhaupt am Rheinland?

Andrea Sawatzki: Die Menschen. Die Herzlichkeit, die Hilfsbereitschaft und der Mut zum Humor – das ist heutzutage ja eher selten.

Christian Berkel: Ich mag die Offenheit Kölns, die kulturellen Angebote, besonders im Bereich der Bildenden Kunst. Ich liebe das Museum Ludwig. Architektonisch nehmen sich Berlin und Köln nicht viel, beide Städte leben nicht von einer Schönheit auf den ersten Blick, das macht sie aber auf andere Weise interessant.

Leben Sie während der Dreharbeiten im Hotel eigentlich auf engstem Raum zusammen?

Andrea Sawatzki: Ich liebe das Hotel Savoy. Wir sind da praktisch Stammgäste und haben feste, aber getrennte Hotelzimmer während der Drehs. Die Abholzeiten morgens sind bei uns doch hin und wieder sehr unterschiedlich. Deshalb ist es ganz nett, wenn man ein bisschen länger schlafen kann, wenn der andere schon um 5 Uhr abgeholt wird.

Christian Berkel: Wir sehen uns ausschließlich am Set. Auf diese Weise stellen wir künstlich eine Fremdheit her, die es uns ermöglicht, uns in unseren Figuren zu begegnen.

Was behalten Sie als besonders schön in Erinnerung an Ihren Dreh?

Andrea Sawatzki: Wir haben eine Nacht am Rhein gedreht, das war wunderschön: die beleuchtete Stadt, der herrliche Dom … das ist einzigartig. Und ich war eine Nacht mit Bill Kaulitz und Freunden in einigen angesagten Gay-Bars im Bermudadreieck. Das „Excorner“ in der Schaafenstraße ist großartig, genau wie die anderen Bars dort in der Nähe. Die Stimmung ist unvergleichlich, jene Nacht war unvergesslich – und ich komme sicher wieder.

Christian Berkel: Aber meist sind die Dreharbeiten so intensiv, dass kaum Zeit bleibt, um die Stadt zu erkunden. In jedem Fall beneide ich die Kölner um die Nähe zu Belgien, Frankreich und den Niederlanden.

Wie stehen Sie zur rheinischen Küche?

Andrea Sawatzki: Nun ja, ich liebe veganen Flammkuchen …

Christian Berkel: ... und mir schmeckt Himmel und Ääd ganz hervorragend!

Nun zum Film: Wer von Ihnen ist privat eher der Griesgram?

Andrea Sawatzki: Jeder von uns ist mal griesgrämig, das bringt das Leben so mit sich. Immer fröhlich und gut gelaunt zu sein, ist auf Dauer doch langweilig. Wir haben unsere Tricks, uns da gegenseitig wieder rauszuholen. Wir nehmen den jeweiligen Griesgram dann gern auf den Arm (wörtlich gemeint) und lachen über uns – das funktioniert ganz gut.

Christian Berkel: Ach, griesgrämig sind wir beide nicht. Aufbrausend zum Glück meist nur im Wechsel, geschieht es gleichzeitig, müssen wir ziemlich schnell lachen.

Ein Mann und eine Frau stehen vor einem Wohnmobil unter einem Baum. Der Mann trägt einen hellen Anzug, die Frau hält ein mit Alufolie umwickeltes Paket in der Hand.

Spielt die Rolle der Gundula und hat die „Bundschuh“-Bücher selbst geschrieben: Andrea Sawatzki, hier mit Axel Milberg als Gerald in „Familie Bundschuh - Wir machen Camping“ 2025. Im Hintergrund essen Stephan Grossmann (alias Hadi) und Eva Löbau (also Rose).

Wie in der Komödie schreiben Sie auch privat Bücher. Gibt es da schon mal Neid, wenn einer den absoluten Bestseller landet – oder arbeiten Sie gemeinsam dran?

Andrea Sawatzki: Neid kennen wir nicht. Neid macht einen eng im Kopf, das kann man in kreativen Berufen und auch sonst schlecht brauchen. Und nein: Wir lesen nur unsere fertig gedruckten Bücher.

Christian Berkel: Die Frage nach dem Neid wird uns gestellt, seit wir zusammen sind. Eine merkwürdige Frage. Neid oder Missgunst gehören zu den größten Beziehungskillern. Ich wage zu behaupten, dass wir frei davon sind. Dass unsere Bücher immer wieder das Interesse der Leser wecken konnten, ist ein Glück, aber wir kämen nie auf die Idee, unsere Verkaufszahlen zu vergleichen. Wozu?

Mal ehrlich: Könnten Sie mittlerweile auch vom Schreiben leben?

Andrea Sawatzki: Schwierig, da müssen die Bücher schon wahnsinnig erfolgreich sein. Die Lesereisen sind rentabel, und wenn Bücher – wie zum Beispiel „Die Familie Bundschuh“ – verfilmt werden, ist das natürlich der große Coup. Vor allem, wenn man eine selbst ausgedachte Rolle wie meine Gundula spielen kann.

Christian Berkel: Unter bestimmten Bedingungen könnten wir das, zum Beispiel, weil wir keine Kinder mehr ernähren müssen. Aber wir haben diese Berufe, das Spielen und das Schreiben, nie gewählt, um damit Geld zu verdienen. Umso dankbarer sind wir, dass wir davon leben können.

Andrea Sawatzki & Christian Berkel: Das lesen die Promis privat

Welche Literatur bevorzugen Sie privat – auch Komödien?

Andrea Sawatzki: Eher ernste Stoffe. Ich lese gerade das neueste Buch von Wolf Haas, „Wackelkontakt“, und „Glück“ von Constantin Schreiber.

Christian Berkel: Die französischen und russischen Autoren des 19. Jahrhunderts und alle darauf basierende moderne Literatur.

Frau Sawatzki, wie schwer fällt es Ihnen, in Ihren Büchern über Privates wie die Demenz Ihrer Mutter zu schreiben?

Andrea Sawatzki: Ich fühle mich mit dem Thema ganz und gar nicht allein. Ich habe bei meinen Lesereisen das Gefühl, auf Menschen zu treffen, die Ähnliches erlebt haben oder gerade mitten in einer Pflegesituation stehen. Das tröstet. Es hilft, wenn man sich in dieser Situation nicht so allein fühlt. Eventuell kann ich einigen Menschen in diesem harten und zeitweise absolut überfordernden Lebensabschnitt ein bisschen Mut machen. Da sind Ehrlichkeit und Authentizität wichtig.