Der Tierskulpturen-Klau von Köln – wie viel ist das erbeutete Metall überhaupt wert? Und weitere Einzelheiten zum „Panther“-Krimi.
Gestohlene Skulptur„Panther“ hatte auch Gegner in Köln

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Die Skulptur „Panther“ von Fritz Behn ist aus dem Südpark gestohlen worden.
Wieder ein Kunst-Diebstahl, wieder ist es eine Tierskulptur, die verschwunden ist: Nach dem Werk „Störche“, das aus dem Deutzer Rheinpark gestohlen wurde, bestätigte die Stadt auf EXPRESS-Nachfrage, dass auch die 1920 geschaffene Tierskulptur „Panther“ des Bildhauers Fritz Behn mutmaßlich von Metalldieben abgebrochen und weggeschafft worden ist.
Dieses Mal liegt der Tatort linksrheinisch: Der „Panther“ war seit vielen Jahrzehnten ein Wahrzeichen des Südparks in Marienburg. Erst die „Störche“, jetzt die ebenfalls bronzene Raubtierskulptur. Deren Fehlen war bereits am vergangenen Mittwoch von Spaziergängern festgestellt worden. EXPRESS.de fragte daraufhin bei der Stadt nach. Die Recherche nahm aufgrund eines Feier- und eines Brückentages längere Zeit in Anspruch. Jetzt ist Gewissheit, was zu befürchten war.
Die Stadt Köln hat Anzeige erstattet
Wörtlich teilte eine Stadtsprecherin am Montagmittag (8. Juni) mit: „Es gibt keine Informationen über einen Abbau der Skulptur für Sanierungsarbeiten oder Ähnliches. Da kein städtischer Auftrag vorliegt, müssen wir von einem schweren Diebstahl im Zeitraum vom 5. bis 7. Juni 2026 ausgehen. Die Stadt Köln hat unverzüglich Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet.“
Just als die Nachfrage nach dem Verbleib der Skulptur noch in Recherche war, war am Freitag die Nachricht vom Diebstahl der Skulptur „Die Störche“, eines 1956 geschaffenen Werks des deutschen Bildhauers Philipp Harth (1887-1968), durch die Stadt bekannt gemacht worden. Mutmaßlich wurde das Kunstwerk im Rheinpark von Metalldieben abgebrochen und weggebracht.
Es handelt sich um eine Replik des bereits vor zehn Jahren gestohlenen Originals, sie ist hohl und daher mit insgesamt 50 Kilo (25 je Storch) leichter als dieses. Nach Angaben aus dem Förderverein Rheinpark e.V., der sich auf eine Information der Kölner Kunstgießerei Schweitzer bezieht, beträgt der „Bronze-Schrottwert“ ca. 290 Euro.
Der bronzene Panther („ausdrucksstarke Plastik einer Großkatze in spannungsvoller Jagdhaltung“/Wikipedia) ist nach Angaben der Stadt schätzungsweise 150 bis 250 Kilogramm schwer (Länge 1,86 Meter, Höhe 71 Zentimeter). Legt man die obige Schätzung zu Grunde, läge der Schrottwert hier bei 900 bis 1500 Euro.

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Die Bronzeskulptur „Zwei Störche“ des Bildhauers Philipp Harth wurde bereits 2016 aus dem Rheinpark gestohlen, jetzt ist auch das Replikat weg,
Mitarbeiter des Grünflächenamtes hatten sich am Montag ein Bild vor Ort gemacht. Sie trafen auf einen leeren Sockel und eindeutige Spuren. Laut Stadt ist davon auszugehen, „dass die Täter mit einer Trennscheibe die Halterungen abgeschnitten haben, auf der die Figur befestigt war.“
Der Panther-Schöpfer, der aus Mecklenburg stammende Bildhauer Fritz Behn (1878-1970), wurde für seine Tierskulpturen auch durch Reisen nach Afrika inspiriert. Behn ist in der Kunstgeschichte als Person höchst umstritten, da er ein entschiedener Befürworter der Kolonialherrschaft war und dies auch mit rassistischen Thesen begründete. Weitere seiner Plastiken stehen in ganz Köln: „Stehende“ im Rheinpark, „Diana mit springender Antilope“ am Sachsenring, „Mädchen mit Panther“ im Zoo.
Die Skulptur war noch im vergangenen Jahr gereinigt worden
Marianne Bechhaus-Gerst, außerplanmäßige Professorin für Afrikanistik an der Universität zu Köln, machte im vergangenen Jahr keinen Hehl aus ihrer Haltung - im „Kölner Stadt-Anzeiger “ erklärte sie, die Plastiken für ein generelles Ärgernis zu halten: „Meine drei Kinder sind alle aufs Humboldt-Gymnasium gegangen und gegenüber auf dem Mittelstreifen sieht man die Diana mit springender Antilope, aber es steht nicht mal da, wer der Künstler ist, ganz zu schweigen davon, welche Überzeugungen er hatte“, monierte sie und ergänzte: „Ich würde mir wünschen, dass die Skulpturen abgeräumt werden, wenn ich ganz ehrlich bin.“
Gleichwohl der Kontroversen um Behn war der „Panther“ für viele Kölner eine vertraute Attraktion. Im vergangenen Jahr befreiten engagierte Bürger die Skulptur von Farbschmierereien. Mit dem Diebstahl der seit Juli 1980 als Kleindenkmal unter Schutz stehenden Plastik hat die Reihe von Diebstählen von öffentlicher Kunst in Form metallener Skulpturen einen neuen, traurigen Höhepunkt erreicht.
