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+++ EILMELDUNG +++ Bis zu drei Jahre Kölner Museum soll vorübergehend dichtmachen

+++ EILMELDUNG +++ Bis zu drei Jahre Kölner Museum soll vorübergehend dichtmachen

Bis zu drei JahreKölner Museum soll vorübergehend dichtmachen

Blick auf das Interim des Römisch-Germanischen Museums im Belgischen Haus am Neumarkt.

Copyright: Alexander Roll

Blick auf das Interim des Römisch-Germanischen Museums im Belgischen Haus am Neumarkt.

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Die drei Fraktionen wollen die Miete sparen: Das Interim des Römisch-Germanischen Museums soll ersatzlos wegfallen.

Geht beim Römisch-Germanischen Museum (RGM) für bis zu drei Jahre komplett das Licht aus? Genau das will das Haushaltsbündnis aus Grünen, CDU und SPD im Kölner Stadtrat. Die Idee: Ab voraussichtlich 2028 soll das RGM sein Interim im Belgischen Haus an der Cäcilienstraße nahe dem Neumarkt aufgeben. So sollen die Mietkosten wegfallen. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Die Folge: Einen festen Ort für die Sammlung gäbe es dann nicht mehr, bis das Haupthaus am Dom saniert ist. Die Arbeiten kosten 177 Millionen Euro. Die Verwaltung rechnet derzeit damit, dass das Haus Ende 2030 wieder öffnet.

Kosten für den Mietvertrag sollen gespart werden

Heißt im Klartext: Ab 2028 könnte das RGM bis zu drei Jahre lang komplett geschlossen bleiben. Nur ein Teil der Stücke wäre dann noch zu sehen, und zwar an anderen Orten in der Stadt.

Die drei Fraktionen wollen damit die jährlichen Kosten für den Mietvertrag sparen. In ihrer Sparliste, die sie am Donnerstag vorgestellt haben, steht dafür ein Betrag von 500.000 Euro.

Der Vorschlag gehört zum sogenannten Veränderungsnachweis. Damit wollen Grüne, CDU und SPD den Entwurf der Verwaltung für den Haushalt der Jahre 2027 und 2028 etwas abändern. Pro Jahr werden 25 Millionen Euro umgeschichtet. Für viele Initiativen und Verbände ist das eine Erleichterung: Sie bekommen nun doch Geld, anders als von der Verwaltung vorgesehen.

Stadtrat stimmt am 12. November ab

Im Verhältnis zum Gesamtetat sind die Verschiebungen allerdings klein. Für das nächste Jahr sind Ausgaben von 7,15 Milliarden Euro geplant, für 2028 sind es 7,49 Milliarden Euro. Die Umschichtungen machen davon nur 0,35 beziehungsweise 0,33 Prozent aus.

Zuerst ist am Freitag der Finanzausschuss dran. Das letzte Wort hat der Stadtrat am 12. November. Dort gilt die Mehrheit als sicher: Die drei Fraktionen haben zusammen 58 der 90 Sitze. Anschließend prüft die Bezirksregierung, ob sie den Haushalt genehmigt. Denn jedes Jahr klafft ein Minus von mehr als 800 Millionen Euro.

Wallraf-Richartz-Museum als Vorbild

CDU-Fraktionschef Bernd Petelkau zog beim Thema RGM den Vergleich zum Wallraf-Richartz-Museum (WRM). Das hat gerade ebenfalls dauerhaft geschlossen, bis das Haupthaus saniert und der Anbau fertig ist. Nach einer Pause von fast zweieinhalb Jahren soll das WRM Ende 2028 wieder aufmachen.

„Beim WRM haben wir gesehen, dass gegebenenfalls auch mal ein Museum ein Jahr zu ist“, sagte Petelkau. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass man den laufenden Mietvertrag für das Belgische Haus und dessen Bedingungen im Blick behalten müsse. Außerdem werde laut Petelkau daran gearbeitet, die Sanierung des RGM früher abzuschließen als bisher geplant.

Grüne verweisen auf schwache Besucherzahlen

Grünen-Fraktionschefin Christiane Martin sagt, das Interim sei sowieso „schlecht besucht“. Seit 2019 zeigt das RGM seine Ausstellung im Belgischen Haus, einen Kilometer vom Dom entfernt und auf deutlich weniger Fläche. Im Jahr der Schließung am Dom kamen noch 193.200 Besucherinnen und Besucher. Im vergangenen Jahr waren es gerade mal 35.319. Lässt man die Corona-Jahre weg, ist das der niedrigste Wert.

Ganz neu ist die Idee nicht. Bereits vor zwei Jahren wollte die Verwaltung das Interim dichtmachen, auch damals, um die Miete zu sparen. Das RGM sollte stattdessen in das Kulturzentrum Neumarkt (KAN) direkt gegenüber ziehen. Dort sind das Rautenstrauch-Joest-Museum und das Museum Schnütgen zu Hause.

Gegen diesen Plan gab es starke Kritik von Kulturpolitikern und Kulturförderern. Der Grund: Keines der beteiligten Häuser hätte in dieser Zeit noch größere Sonderausstellungen zeigen können. Carla Cugini, geschäftsführende Vorständin der Peter und Irene Ludwig Stiftung, warnte vor einem „katastrophalen Reputationsverlust für Köln als international renommierte Kunst- und Kulturmetropole“.

Auch Klaus Piehler, Vorstandsvorsitzender der Museumsgesellschaft des Rautenstrauch-Joest-Museums, fand deutliche Worte. Er bezeichnete das Vorhaben als „im höchsten Maße unglücklich“. Am Ende kassierte die Stadt die Pläne wieder. (red)