Nach Viral-Video zu Kölner Lichtern Jetzt spricht die 34-Jährige über ihren Wutanfall

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Kathrin Linden wundert sich über den Viral- Erfolg ihres Videos.

Köln – Als Kathrin Linden am Samstagabend eine geschlagene Stunde lang erfolglos erst durch ihr Agnesviertel und dann durch Nippes gefahren ist auf der Suche nach einem Parkplatz, wird es Zeit für einen Wutausbruch.

Linden parkt ihr Auto an der Tankstelle Riehler Straße, zückt ihr Smartphone und schimpft in breitestem Kölsch drauf los: „Ich bin jetzt eine Stunde umsonst durch ming Veedel gefahren“, beginnt sie ihren Monolog.

Es folgt eine sich zunehmend in Lautstärke steigernde Attacke auf die Besucher der Kölner Lichter, die selbst die Geheimplätze in ihrem Viertel zugeparkt haben. „Dass hier 500 Leute auf der Straße sind, das geht mir auf den Sack“, schimpft sich die 34-Jährige in Rage. Anschließend postet Linden das Video für ihre Freunde auf Instagram und auf Facebook – und kurvt noch eine dreiviertel Stunde lang weiter durch die Straßen, sogar in Weidenpesch, bis sie endlich einen Parkplatz gefunden hat.

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Ab Sonntagnachmittag stellt Linden dann plötzlich fest, dass ihr Video in den sozialen Netzwerken fleißig geteilt und kommentiert wird.

Bis Dienstagnachmittag ist ihr Video 274.000 Mal angesehen worden. „Mit diesem Ausmaß habe ich niemals gerechnet“, erzählt die PR-Agentin für TV-Moderatoren am Dienstag lachend.

Amüsiert habe sie vor allem, dass einige Kommentatoren ihres Videos davon ausgingen, sie sei ernsthaft wütend über die Besucher der Kölner Lichter gewesen. „Dabei war ich nur angenervt und wollte aus einer blöden Situation etwas Lustiges machen. Ich habe mich anschließend über mich selbst kaputt gelacht.“

Besucher kriegen ihr Fett weg

Die Besucher der Kölner Lichter hatten in dem Video ordentlich ihr Fett wegbekommen: „Schunkelt, singt, liegt euch in den Armen, ist mir drissegal, aber wenn du zu den Kölner Lichtern in mein Viertel kommst, dann nimmst du gefälligst die scheiß Bahn“, hatte sie geschimpft. Besonders die aus zwei bestimmten Regionen anreisenden Besucher nahm sie aufs Korn.

„Es gibt so wunderbare Bahnanbindungen“

„,Ich freue mich ja für die ganzen Sabrinas und Saschas aus BM und SU, dass die heute auch mal einen schönen Abend haben. Es ist nur so, es gibt so wunderbare Bahnanbindungen.“

Die Menschen aus dem Landkreis Bergheim und Siegburg hätten mit besonders viel Humor auf ihr Video reagiert, erzählt Linden. „Ich habe auch weder von Sabrinas noch Saschas blöde Kommentare bekommen und bin jetzt gründlich erleuchtet, was meine eigenen Vorurteile angeht.“

„Wutausbrüche sind auf Kölsch charmanter"

Die waschechte Kölnerin, die das Ursulinengymnasium besucht hat, spricht Kölsch meistens mit ihren Eltern. „Und ich finde, Wutausbrüche sind auf Kölsch einfach charmanter.“

Ihr zweifellos komisches Talent auf einer Bühne auszuleben, kann sie sich aber beim besten Willen nicht vorstellen. Selbst dann nicht, wenn von ihr sehr bewunderte Kölner Komikerinnen wie Carolin Kebekus oder Anke Engelke anklopfen würden: „Dafür bin ich nicht Rampensau genug. Leute, die in der Öffentlichkeit stehen, müssen ein wahnsinnig dickes Fell haben. Ich würde mir böse Kommentare zu sehr zu Herzen nehmen“, sagt sie.

Was Linden nicht daran hindern wird, weiterhin lustig Videos für ihre Freunde auf Facebook und Instagram zu posten.

Ob sich die KVB, für die sie in ihrem Wutausbruch ja kräftig Werbung gemacht hat, schon bei ihr gemeldet hat? „Nein, aber darauf warte ich natürlich täglich“, sagt sie gespielt beleidigt. Zumal ihr Auto gerade kaputt sei, weshalb sie am Samstag mit dem Auto ihrer Eltern unterwegs war, und die KVB häufig nutze. An ganz normalen Tagen einen Parkplatz im Agnesviertel zu finden, sei übrigens auch nicht immer leicht. „Aber länger als 20 Minuten suche ich normalerweise nie.“ So einen „cholerischen Ausraster im Auto“ empfiehlt Linden jedem, der einmal Dampf ablassen will: „Danach fühlt man sich befreit.“

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