Merheim wird zur Gesundheits-Hauptstadt: Die Kliniken Köln bauen um – und das wird gigantisch.
„Wichtiges Signal“Köln-Projekt der Superlative: mit Spezial-Bunker und Sportplatz
Köln bekommt ein Krankenhaus der Superlative.
Auf dem Gelände des Klinikums Merheim entsteht bis 2031 ein riesiger Gesundheitscampus, der alles zusammenbringt, was die Stadt bisher auf drei Standorte verteilt hatte.
Drei Kölner Kliniken auf einem Gelände
Bisher betreiben die Kliniken Köln drei große Häuser: Merheim, Holweide und das Kinderkrankenhaus an der Amsterdamer Straße. Damit soll Schluss sein. Alles zieht nach Merheim. Der Stadtrat hatte das bereits im Juni 2023 beschlossen – jetzt nimmt das Mammutprojekt sichtbar Form an.
Aufsichtsratschef Dr. Ralf Unna macht klar, was auf dem Spiel steht: „Mit dem Beschluss zum Gesundheitscampus Merheim hat der Rat der Stadt Köln eine klare strategische Entscheidung für die Zukunft der städtischen Gesundheitsversorgung getroffen. Dass dieses Projekt nun sichtbar voranschreitet, ist ein wichtiges Signal für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Der neue Campus wird moderne Medizin, effiziente Strukturen und hohe Versorgungsqualität an einem Standort bündeln und damit die Kliniken Köln für die nächsten Jahrzehnte zukunftssicher aufstellen.“
Das Herzstück des neuen Campus: zwei nagelneue Gebäude nördlich des bestehenden Klinikums – ein neues Kinderkrankenhaus und ein Erweiterungsbau für die Erwachsenenmedizin. Zusammen kommen sie auf sagenhafte 95.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Zum Vergleich: Der Kölner Dom passt da locker rein – mehrfach.
Im neuen Kinderkrankenhaus finden das integrierte Kindernotfallzentrum, Spezialambulanzen, Kinderradiologie und das Sozialpädiatrische Zentrum ihren Platz. Auf dem Dach ist sogar ein Sportplatz geplant.

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So soll der Gesundheitscampus in Merheim aussehen.
Hinzu kommt ein nagelneues Perinatal-Zentrum Level 1, wo Geburtshilfe, Neonatologie und Kinderintensivmedizin unter einem Dach vereint werden. Riskante Verlegungen von Frühchen zwischen den Standorten gehören damit der Vergangenheit an.
Geschäftsführer Prof. Dr. Axel Goßmann schwärmt: „Wir schaffen jetzt mit dem Gesundheitscampus Merheim zukunftsweisende Voraussetzungen für eine moderne, vernetzte und hochprofessionelle Spezialmedizin, die ihresgleichen sucht. Gerade bei komplexen Krankheitsbildern profitieren Patientinnen und Patienten von kurzen Wegen, enger interdisziplinärer Zusammenarbeit und einer hochmodernen Infrastruktur.“
Intensivstation in der Tiefgarage Notfall-Zentrale obendrauf
Nicht weniger spektakulär: Unter den Neubauten entsteht eine zweigeschossige Tiefgarage – die aber im Ernstfall zum unterirdischen Krisenzentrum umgebaut werden kann. Eine Art Notfall-Bunker. Bei einem Massenanfall von Verletzten kann die Garage blitzschnell zur Notaufnahme unter der Erde werden. Eine Idee mit Pilotcharakter in ganz Deutschland.
Im Erdgeschoss des neuen Erweiterungsbaus zieht das Integrierte Notfallzentrum (INZ) ein – die künftige erste Anlaufstelle für alle Notfallpatienten Kölns. Mit CT, MRT und Röntgen direkt nebenan. Das Ziel: Kein Zeitverlust mehr bei der Diagnose.
Der Zeitplan für den Gesundheitscampus in Köln-Merheim:
- Ende 2026: Erste Umbaumaßnahmen im Bettenhaus fertig
- Sommer 2026: Abrissarbeiten beginnen
- 2027: Spatenstich für die Neubauten
- 2031: Fertigstellung des neuen Campus
- 2032/33: Neues Service- und Logistikzentrum
Die Planer denken auch ans Klima: Begrünte Dächer und Fassaden, Sonnenschutzsysteme und klimaangepasste Grünflächen sollen den Campus fit für heiße Kölner Sommer machen. Eine neue ÖPNV-Haltestelle direkt am Haupteingang sorgt dafür, dass Patienten und Patientinnen sowie Mitarbeitende bequem anreisen können.
Geschäftsführer Daniel Dellmann fasst zusammen: „Wir schaffen mit dem Ausbau des Gesundheitscampus Merheim nicht nur neue Gebäude, sondern vor allem neue Strukturen für eine moderne Krankenhausversorgung. Durch die Zusammenführung der bisherigen Standorte können wir medizinische Kompetenzen bündeln, Abläufe deutlich effizienter gestalten und gleichzeitig noch attraktivere Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeitenden schaffen.“ (mt)

