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Außergewöhnliche EntwicklungKölner Hitze-Rekord von 1947 wird fallen

In Köln könnte bald ein Hitze-Rekord gebrochen werden.

Copyright: Michael Bause

In Köln könnte bald ein Hitze-Rekord gebrochen werden.

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In Köln könnte am Freitag ein Juni-Allzeit-Hitzerekord von 1947 fallen.

Köln steht vor einem Hitzetag, der in die Wettergeschichte eingehen könnte. Am Freitag (26. Juni) könnte in der Stadt der Juni-Allzeit-Rekord geknackt werden.

Für Thomas Kesseler-Lauterkorn, stellvertretender Leiter des Klimabüro Essen vom Deutschen Wetterdienst, ist klar: „Es ist aus meiner Sicht nun nicht mehr die Frage, ob der Juni-Temperaturrekord übertroffen wird, sondern um wieviel.“ Der Diplom-Meteorologe ist sicher: die 37,9 Grad Celsius von 1947 werden fallen.

Heißester Tag in Köln: 41,1 Grad

„Auch wenn wir am Ende nicht ganz an die ganz großen Hitzewellen Juni/Juli 1976, August 2003, Juli 2006, Juli 2018 herankommen werden, sind die kommenden Tage dennoch als „historisch“ zu bezeichnen“, sagt der Wetter- und Klima-Experte.

Der Blick in die Kölner Wetterchronik zeigt: Ganz oben steht seit Jahren der 25. Juli 2019. Damals wurde an der Station des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Köln-Stammheim der bislang höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen: 41,1 Grad!

Unter den Top 13 befinden sich ausschließlich Juli- und August-Werte. Auffällig: Juni-Temperaturen sind nicht dabei.

So richtig auf Touren kommt der Sommer erst ab Juli/August. Da erreichen die Temperaturen ihr Maximum.

Der DWD hat für EXPRESS.de die Kölner Hitzerekorde zusammengefasst.

Die höchsten Temperaturen an den drei Kölner DWD-Stationen:

  1. Platz 1: 25. Juli 2019, 41,1 Grad (gemessen an der Wetterstation Köln-Stammheim)
  2. Platz 2: 25. Juli 2019, 40,3 Grad (Köln/Bonn-Flughafen)
  3. Platz 3: 26. Juli 2019, 39,8 Grad (Köln-Stammheim)
  4. Platz 4: 26. Juli 2019, 39,6 Grad (Köln/Bonn-Flughafen)
  5. Platz 5: 24. Juli 2019, 39,5 Grad (Köln/Bonn-Flughafen)
  6. Platz 6: 4. Juli 1957, 39,3 Grad (Köln-Botanischer Garten)
  7. Platz 7: 24. Juli 2019, 39,2 Grad (Köln-Stammheim)
  8. Platz 8: 6. Juli 1957, 39,1 Grad (Köln-Botanischer Garten)
  9. Platz 9: 12. August 2003, 38,8 Grad (Köln/Bonn-Flughafen)
  10. Platz 10: 8. August 2003, 38,4 Grad (Köln/Bonn-Flughafen)
  11. Platz 11: 8. August 2003, 38,3 Grad (Köln-Stammheim)
  12. Platz 12: 7. August 2018, 38,3 Grad (Köln/Bonn-Flughafen)
  13. Platz 13: 7. August 2018, 38,2 Grad (Köln-Stammheim)

Eine weitere Liste zeigt die Hitze-Rekorde im Juni. Auf Platz 1: Am 27. Juni 1947 wurden an der Wetterstation in Stammheim 37,9 Grad gemessen. „Dieser Allzeit-Juni-Rekord könnte nun am Freitag geknackt werden“, so der DWD-Meteorologe Thomas Kesseler-Lauterkorn auf EXPRESS.de-Nachfrage.

Die höchsten Juni-Temperaturen in Köln:

  1. Platz 1: 27. Juni 1947, 37,9 Grad (Köln-Stammheim)
  2. Platz 2: 18. Juni 2002, 37 Grad (Köln-Stammheim)
  3. Platz 3: 22. Juni 2017, 37 Grad (Köln-Stammheim)
  4. Platz 4: 18. Juni 2002, 36,8 Grad (Köln/Bonn-Flughafen)
  5. Platz 5: 22. Juni 2017, 36,7 Grad (Köln/Bonn-Flughafen)
  6. Platz 6: 25. Juni 2019, 36,2 Grad (Köln/Bonn-Flughafen)

Sollte es am Freitag tatsächlich so weit kommen, wäre das nicht nur ein neuer Juni-Spitzenwert, sondern ein Wettermoment mit Seltenheitswert.

Die Kölner Wetterdaten zeigen damit, wie außergewöhnlich die aktuelle Entwicklung ist. In den vergangenen Jahren häuften sich die Extreme. Der neue Vergleichswert wäre ein weiterer Beleg dafür, wie sehr sich das Wetter in Köln verschiebt.

Hinweise auf eine Abkühlung liefern die Wettermodelle nach aktuellem Stand frühestens ab kommendem Wochenende. Doch Thomas Kesseler-Lauterkorn unterstreicht: „Solche Hitzewellen treten im Klimawandel vermehrt auf und sollen sich in Zukunft noch häufiger einstellen.“ Er verweist auf eine Änderung der Groß-Wetterlagen. „Das heißt, solch blockierende oder auch stationäre Wetterlagen sind häufiger zu erwarten. Und: Der Klimawandel sorgt dafür, dass bei entsprechenden Wetterlagen die absoluten Höchstwerte etwas höher ausfallen.“

Bei der Hitzewelle Ende Juli 2019 wurde mit einer sogenannten Attributionsstudie herausgearbeitet, dass eine vergleichbare Hitzewelle ohne Klimawandel 1,5 bis 3,0 °C kühler verlaufen wäre. „Und genau so sieht es jetzt wieder aus: Ich gehe davon aus, dass bisherige Höchst- und höchste Tiefstwerte in NRW etwa in diesem Bereich (1,5 bis 3 Grad) übertroffen werden. Klimatologisch eine enorme Hausnummer!“, so Kesseler-Lauterkorn.

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