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Flughafen Köln/BonnPünktlich zum Ferienstart: Neuerungen sollen Schlangen-Chaos verhindern

Eine Reisende gibt im Sicherheitsbereich am Flughafen Köln/Bonn ihr Handgepäck ab. Eine neue Anlage mit elf modernen CT-Kontrollspuren und Scannern soll künftig für schnellere, komfortablere und effizientere Abläufe sorgen.

Copyright: Oliver Berg/dpa

Eine Reisende gibt im Sicherheitsbereich am Flughafen Köln/Bonn ihr Handgepäck ab. Eine neue Anlage mit elf modernen CT-Kontrollspuren und Scannern soll künftig für schnellere, komfortablere und effizientere Abläufe sorgen.

Eine neue Technik soll Schlangen-Chaos am Köln/Bonner Flughafen beenden.

Entspannung am Flughafen Köln/Bonn: Eine neue Technik soll das Warten beenden. Für viele aus der Region könnte das den Urlaubsbeginn retten.

Das Terminal 1 am Airport Köln/Bonn glich über Monate einer riesigen Baustelle. Gerade während der Schulferien in NRW gehörten endlose Warteschlangen vor der Security zum gewohnten Bild. Die Menschen standen oft kreuz und quer durch die ganze Halle. Doch diese nervenaufreibenden Szenen sollen jetzt ein Ende haben.

Neue Sicherheitskontrolle am Flughafen Köln/Bonn

Der Airport Köln/Bonn hat am Dienstag seine komplett neue Sicherheitskontrolle feierlich eingeweiht. Die Umwälzungen sind hauptsächlich technologischer Art. Die bisherigen 17 Kontrollspuren wurden schrittweise demontiert und durch moderne Scanner ausgetauscht. Diese sind mit einer Computertomographen-Technik ausgestattet, die man sonst aus Krankenhäusern kennt.

Inzwischen laufen elf dieser Geräte auf Hochtouren. Der riesige Pluspunkt: Das Gepäckstück wird vom Scanner so präzise durchleuchtet, dass Fluggäste zum Beispiel ihre Notebooks nicht mehr vor der Überprüfung herausholen und einzeln auf das Förderband legen müssen. Die Abläufe an der Kontrolle sollen dadurch massiv schneller werden. Köln/Bonn ist somit der erste große deutsche Airport, der seine Security komplett mit dieser Technik ausgerüstet hat.

Und es gibt noch eine Neuerung: Reisende können ab Köln/Bonn wieder Flaschen mit Getränken oder sonstige Flüssigkeiten im Handgepäck transportieren. Erlaubt sind bis zu zwei Liter, sogar je Behälter. Das Sicherheitspersonal öffnet die Koffer und Taschen nur noch, wenn ein Verdachtsmoment besteht.

Beide Neuerungen verringern die Menge an Boxen, die durch die Schleuse laufen, was die Abfertigung zusätzlich beschleunigen dürfte.

Das Ende der nervigen Flüssigkeits-Regel

Die alten Kontrolllinien bewältigten pro Stunde lediglich rund 80 Fluggäste. Das führte bei 17 Spuren zu einer Obergrenze von fast 1400 Personen. Im Gegensatz dazu fertigen die neuen CT-Scanner 200 oder mehr Passagiere stündlich ab. Airport-Chef Thilo Schmid erklärte unserer Redaktion bei der Eröffnungszeremonie: „In Summe schaffen die neuen Geräte damit 2200 bis 2500 Passagiere pro Stunde“.

Die technologische Aufrüstung wird durch ein frisches Konzept für Licht und Akustik, eine selbsterklärende Routenführung und eine extra eingerichtete Spur für Familien, die „Kids Lane“, abgerundet. Dort können Kinder mithilfe von kleinen Treppen ihr eigenes Gepäck auf das Förderband legen und es sich wieder greifen.

Hinter der Kinderspur steckt aber nicht nur ein familienfreundliches Angebot, sondern auch eine clevere Überlegung zur Effizienz. Das Durchlaufen der Sicherheitschecks kann für Familien, insbesondere mit mehreren Kindern, zu einer echten Belastungsprobe werden. Die Kleinen kennen die Prozeduren nicht und sind vor dem Flug sowieso schon hibbelig. Dies alles hat zur Folge, dass Familien durchschnittlich viel mehr Zeit bei der Kontrolle benötigen. Die „Kids Lane“ trennt diese Gruppen von den üblicherweise zügigeren alleinreisenden Erwachsenen, was das Tempo für alle steigert.

Eigene Spuren für Kids und Vielflieger

Zusätzlich zur „Kids Lane“ existiert auch eine „Fast Lane“. Diese ist primär für Business-Reisende gedacht, die aufgrund ihrer Flugerfahrung und ihres meist kleinen Gepäcks in der Regel zügiger durch die Checks kommen. Man kann diesen Sonderservice im Voraus beim Airport oder der Fluggesellschaft reservieren.

Flughafenchef Schmid zeigt sich optimistisch, dass lange Warteschlangen in der Halle bald nicht mehr vorkommen werden. Ein Grund dafür ist neben den neuen Kontrolllinien auch ein neuer Wartebereich, der wohl ab Donnerstag oder Freitag genutzt werden kann. Falls es an den Sicherheitschecks doch zu Stauungen kommt, können die Passagiere dort warten, bis sie drankommen. Dieser Bereich soll vermeiden, dass sich wie in der Vergangenheit wieder Schlangen direkt im Terminal bilden.

Der Flughafen hat für die Umgestaltung etwa 25 Millionen Euro in die Hand genommen. Der neue Kontrollbereich ist gleichzeitig ein wesentlicher Teil des großangelegten Modernisierungsprojekts „Next Chapter“. Im Rahmen dieses Programms sollen die Terminals des Airports nach und nach auf den neuesten Stand gebracht werden.

Die Mitarbeiterin einer Sicherheitsfirma leitet im Sicherheitsbereich am Flughafen Köln/Bonn eine Reisende in einen Körperscanner. Eine neue Anlage mit elf modernen CT-Kontrollspuren und Scannern soll künftig für schnellere, komfortablere und effizientere Abläufe sorgen.

Copyright: Oliver Berg/dpa

Die Mitarbeiterin einer Sicherheitsfirma leitet im Sicherheitsbereich am Flughafen Köln/Bonn eine Reisende in einen Körperscanner. Eine neue Anlage mit elf modernen CT-Kontrollspuren und Scannern soll künftig für schnellere, komfortablere und effizientere Abläufe sorgen.

„Unser Ziel war es, Sicherheit, Effizienz und Aufenthaltsqualität auf ein neues Niveau zu heben“, erläuterte Airport-Geschäftsführer Cenk Özöztürk. Bei der Einweihung sagte NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne): „Mit dem Einsatz dieser modernsten CT-Technologie können die Abläufe effizienter gestaltet werden. Das ist gut für die Passagiere, und gleichzeitig erhöht die neue Technik die Sicherheit in der Luftfahrt“.

Teresa De Bellis-Olinger, die Bürgermeisterin von Köln (CDU), äußerte sich ebenfalls: „Für die Stadt Köln und die gesamte Region ist die neue Sicherheitskontrolle ein echter Meilenstein, der unseren Wirtschafts- und Tourismusstandort nachhaltig stärkt“. Eurowings-Chef Max Kownatzki fügte hinzu: „Gerade die Sicherheitskontrolle ist für viele Fluggäste der Moment, der darüber entscheidet, ob die Reise entspannt beginnt“. Seine Fluggesellschaft, eine Tochter der Lufthansa, ist der bei weitem bedeutendste Partner des Flughafens.

Die Modernisierung ist rechtzeitig vor dem Start der Sommerferien in NRW abgeschlossen. Der größte Reiseansturm des Jahres setzt am 18. Juli ein, sowohl in Köln/Bonn als auch am Airport Düsseldorf. Der Airport Köln/Bonn rechnet in den nächsten sechseinhalb Wochen mit 1,8 Millionen Passagieren. Am vierten Wochenende der Ferien Mitte August wird es mit circa 122.700 Fluggästen am vollsten. Der absolute Spitzentag ist der 9. August, an dem allein etwa 42.000 Menschen am Flughafen abheben oder ankommen werden. (red)

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