Über Geschenke freut man sich ja eigentlich. Aber ein Trend geht dem Kölner Peter F. gehörig auf die Nerven.
Kölner genervt von Trend„So was hat man doch früher nicht gemacht“

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Peter F. aus Köln-Sülz ist genervt von den Zu-verschenken-Kartons oder anderen Sachen, die einfach hingestellt werden, nach dem Motto: Irgendeiner wird es schon mitnehmen. Hier etwa ein Bügelbrett.

Warum korrekt und womöglich teuer entsorgen, wenn man es auch einfach und bequem vor die Tür stellen kann? Ein „Zu verschenken“-Schild drangepappt und fertig. Solche Kartons sieht man inzwischen fast überall in Köln.
Auch in Sülz, wie Peter F. (44) genervt erzählt. „Die stehen hier an jeder Ecke. Ich verstehe es nicht. Warum bringt man sowas nicht zum Schrott oder verkauft es auf Ebay?“, sagt er kopfschüttelnd.
Kölner Peter: „Man stolpert quasi fast über das Zeug“
Wenn es wenigstens Bücher oder DVDs wären, die man brauchen könnte, meint der Kölner. „Aber, wenn da ein Bügelbrett inklusive Hemd steht oder ein kaputter Drucker im Karton liegt – dann sind die Menschen einfach zu bequem, das richtig zu entsorgen.“
Er gehe auch häufig im Beethovenpark laufen. „Da stolpert man quasi fast über das Zeug“, berichtet Peter F. „Die Leute stellen es einfach dahin nach der Devise: Irgendeiner wird es schon mitnehmen. Das ist diese Ignoranz der Menschen.“
Es sähe zudem ja auch nicht schön aus, wenn ein Pappkarton, möglicherweise auch noch bei Regen, tagelang auf dem Gehweg stehen würde. Peter F.: „Sowas hat man doch früher nicht gemacht...“
AWB-Sprecherin Cordula Beckmann bestätigt: „Das Thema illegaler Müll beschäftigt die AWB tagtäglich, die Zu-verschenken-Kisten nehmen in der Tat in den vergangenen Jahren zu.“
Wie findet ihr die „Zu-verschenken-Kisten“ in Köln? Ärgert ihr euch darüber oder habt ihr schon mal was Tolles mitgenommen?
Hau raus!
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Es würden verschiedene Sachen vor den Häusern liegen: Geschirr, Spielzeug, Bücher, Möbel oder sogar Elektrogeräte. „Das ist ein Trend, der gut gemeint, aber nicht wirklich nachhaltig ist: Durch Vandalismus oder Regen werden selbst die Dinge, die noch zu verschenken wären, zerstört und bleiben als traurige Überreste stehen. Ein Mehraufwand und eine zusätzliche Belastung für unsere Kolleginnen und Kollegen bei der Stadtreinigung“, so Cordula Beckmann.

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Eine Kiste mit allerlei Kram und der Aufschrift „zu verschenken“ sieht man in Köln inzwischen überall (Archivfoto).
Extra-Trupps seien nicht im Einsatz. „Die Zu-Verschenken-Kisten werden im Rahmen der regulären Stadtreinigung entsorgt“, erklärt die AWB-Sprecherin und rät: „Wer wirklich nachhaltig sein möchte, verkauft oder verschenkt Dinge über Flohmärkte, Nachbarschaftsportale oder Tauschbörsen.“
Stadt Köln: Bußgeld bis zu 300 Euro drohen
Robert Baumanns vom städtischen Presseamt stellt klar: „Es ist nicht erlaubt, Gegenstände auf dem Bürgersteig oder im öffentlichen Raum abzustellen, da dadurch Stolperfallen entstehen und die Barrierefreiheit beeinträchtigt wird.“ Die Stadtverwaltung empfehle, zu verschenkende Gegenstände wie Bücher, Geschirr oder Textilien beispielsweise an karitative Einrichtungen zu geben, in Second-Hand-Läden oder zu Bücherschränken zu bringen.
„Bisher musste das Ordnungsamt wegen sogenannter ‚Geschenke‘-Kisten aber nicht tätig werden“, so Baumanns. Sollten der Karton und die zu verschenkenden Teile jedoch nicht innerhalb kurzer Zeit sachgerecht entsorgt werden, müsste die Stadt wegen illegaler Müllentsorgung einschreiten. Je nach Art und Menge der Gegenstände würde ein Verwarn- oder Bußgeld (bis zu 300 Euro) festgesetzt.
Robert Baumanns: „Kritisch ist, dass dort, wo Dinge herrenlos und verwahrlost herumliegen, schnell weiterer Unrat hinzukommt. Das kann man regelmäßig beim Sperrmüll beobachten.“ Ob das Abstellen einer „Geschenke“-Kiste auf privatem Grund erlaubt sei, müsse mit dem Hauseigentümer oder der Hauseigentümerin geklärt werden.
