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Total versifft – wer ist schuld?Kölner macht seinem Ärger Luft – und stellt unbequeme Frage

Auf der Breite Straße in Köln liegt Müll um einen Abfalleimer herum verteilt (Archivfoto).

Copyright: Leserreporter Peter B.

Auf der Breite Straße in Köln liegt Müll um einen Abfalleimer herum verteilt (Archivfoto).

Aktualisiert:

EXPRESS.de-Leserreporter Klaus Schilling macht seinem Ärger Luft – und stellt eine unbequeme Frage.

Leider ein Dauerthema in Köln: Kaputte Bänke, vermüllte Grünanlagen, beschmierte Wände – Vandalismus und Dreck gehören in vielen Kölner Stadtteilen zum traurigen Alltag.

Zuletzt wurde sogar auf einem Friedhof in Köln-Niehl randaliert. Doch wer trägt die Verantwortung? Für EXPRESS.de-Leserreporter Klaus Schilling (67) ist die Antwort klar – und sie ist unbequem.

Müll in Köln: „Es sind wir selbst!“

„Mal ehrlich: Wer versaut, versifft, verdreckt und zerstört denn unser aller Anlagen?“, fragt Schilling. Seine Antwort ist deutlich: Das Problem falle nicht einfach vom Himmel. Es sei kein unabänderliches Schicksal. „Es sind wir selbst!“

Der 67-Jährige blickt dabei über den Tellerrand – und zwar weit. In vielen asiatischen Ländern, so der Kölner, sei der Umgang mit Müll im öffentlichen Raum eine völlig andere Selbstverständlichkeit.

„Es gibt in Asien Länder, in denen Menschen sich für Dreck und Abfall schämen und ihn selbstverständlich selbst entsorgen“, so Schilling.

Sein Appell an alle Kölnerinnen und Kölner ist unmissverständlich: Schluss damit, die Verantwortung auf andere abzuschieben! „Wir Bürger der Stadt müssen den ganzen Dreck im öffentlichen Raum vermeiden“, fordert er.

Und am Ende stellt Klaus Schilling eine provokante Frage, die jeder oder jede von uns ruhig mal für sich beantworten sollte: „Bin ich Teil der Lösung des Problems, oder bin ich selbst das Problem?“

Müll und Vandalismus in Köln: Wie ist eure Meinung zu dem Thema? Meldet euch bei uns! Hier könnt ihr direkt kommentieren. Oder schickt eure Meinung direkt an matthias.trzeciak@kstamedien.de.

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EXPRESS.de-Faktencheck zum Thema Müll in Asien

✅ Die bekanntesten Beispiele für außergewöhnliche Sauberkeit in Asien sind tatsächlich Japan und Singapur:

Japan gilt als das sauberste Industrieland der Welt. Die Japaner und Japanerinnen trennen ihren Müll sehr penibel, tragen ihn zu festgelegten Sammelstellen – und das aus einer tief verwurzelten Kultur der Scham („Haji“), die das Beschmutzen öffentlicher Räume als gesellschaftliches Vergehen bewertet. Im „Environmental Performance Index 2024“ belegt Japan Platz 1 in ganz Asien.

Singapur gilt als die sauberste Stadt Asiens. Dort liegt allerdings ein wichtiger Unterschied: Die Sauberkeit wird nicht nur durch Schamgefühl, sondern auch durch strenge Gesetze und hohe Bußgelder erzwungen.

Viele asiatische Länder kämpfen massiv mit Müllproblemen

❌ In Ländern wie Indien, Indonesien, den Philippinen oder Vietnam liegen erhebliche Probleme mit Plastikabfall und fehlender Entsorgungsinfrastruktur vor. Asien ist sogar einer der größten Verursacher von Meeresplastik weltweit.

Klaus Schilling meint vermutlich Japan und Singapur – und mit Blick auf diese beiden Länder hat er recht. Die Idee, Müll als persönliche Verantwortung und gesellschaftliche Norm zu sehen, ist dort tatsächlich gelebte Kultur. Für „Asien“ als Ganzes stimmt die Aussage jedoch nicht.

Ein Mann in Anzug und weißem Hemd hat die Hände zur Raute gefaltet und lächelt in die Kamera. Im Hintergrund ist eine Treppe zu sehen.

Kölscher ZDF-Meteorologe

„Köln ist einmalig – aber nicht beim Wetter“