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Dom-Gebühr löst Hype ausKölner Verein wird überrannt – sogar aus New York kommen Anträge

Eintritt für den Kölner Dom? Seit der Ankündigung haben sich mehr als 500 Menschen beim Zentral-Dombau-Verein angemeldet.

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Seit der Ankündigung, dass der Dom künftig Eintritt kosten wird, haben sich mehr als 500 Menschen beim Zentral-Dombau-Verein angemeldet.

Über 500 neue Anträge: Die angekündigte Gebühr für den Dom-Besuch sorgt für eine riesige Beitrittswelle beim Dombau-Verein.

Das T-Shirt-Bekenntnis „I was in the queue“ (Ich stand in der Schlange) zeugte vergangenen Sommer vom riesigen Andrang auf die Konzerte der britischen Organistin Anna Lapwood. Viele Fans versuchten am 15. Juli vergeblich, einen der begehrten Plätze für ihre Auftritte im Kölner Dom zu bekommen.

Ganz so einen Kultstatus wie die 30-jährige Musikerin hat der Zentral-Dombau-Verein (ZDV) vielleicht nicht. Doch seit der Bekanntgabe des Domkapitels vor einer Woche, eine Gebühr für den Besuch der Kathedrale einzuführen, erlebt der ehrwürdige Verein einen ähnlichen Hype. Die Telefone bei Verwalterin Katja Bergerhoff stehen nicht mehr still. Sie meldet, dass mittlerweile über 500 neue Anmeldungen eingegangen sind.

Dom-Liebe kennt keine Grenzen: Anträge aus aller Welt

Gegründet wurde der Verein 1842, um den Weiterbau der gotischen Kathedrale zu unterstützen. Bis heute ist er der entscheidende Geldgeber für den Erhalt des Doms. Durch den aktuellen Zulauf rückt die magische Grenze von 20.000 Mitgliedern blitzschnell näher. Dieses Ziel hatte sich Präsidentin Barbara Schock-Werner eigentlich für das ganze Jahr gesetzt.

Die ehemalige Dombaumeisterin ist ein Marketing-Profi und muss sich hinter Anna Lapwood nicht verstecken. Die, wie sie es nennt, „sehr, sehr bedauerliche Entscheidung“ gegen den freien Eintritt nutzt sie clever für eine Kampagne des ZDV. Ihr Plan: Vereinsmitglieder gelten als bewiesene Unterstützer und sollen weiterhin freien Zutritt zu allen Teilen der Kathedrale genießen – Turmbesteigung und Schatzkammer inklusive. Den Jahresbeitrag von nur 20 Euro nennt Schock-Werner deshalb eine „Flatrate für den Dom“ und den neuen Ausweis eine „Jahreskarte“.

Katja Bergerhoff erklärte im „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass etwa zwei Drittel der neuen Unterstützer aus dem Postleitzahlengebiet 5 stammen. Dieses Gebiet deckt nicht nur Köln, sondern auch das Umland ab und erstreckt sich südlich bis Trier und Mainz sowie nordöstlich bis Soest. Der Fokus liegt klar auf den Menschen direkt aus Köln und der Umgebung. Das restliche Drittel verteilt sich über ganz Deutschland, von Bayern bis Berlin.

Der absolute Wahnsinn: Ein Antrag erreichte den ZDV sogar aus New York. „Das sind, soweit wir es erkennen können, versprengte Kölnerinnen und Kölner, die gelegentlich ihre Familien im Rheinland besuchen und dann ganz selbstverständlich auch in den Dom gehen wollen.“

Ein kleiner Anteil der Neuzugänge, laut Bergerhoff etwa drei Prozent, sind Partner von langjährigen Mitgliedern. Diese hätten das Engagement für den Verein zwar schon immer mitgetragen, traten aber bislang nicht selbst als Förderer in Erscheinung. „Jetzt geben sie sich aufgrund des avisierten Eintritts in den Dom zu erkennen.“

Anders als bei früheren Beitrittswellen – etwa zum 175-Jahr-Feier der ZDV-Gründung 2017 oder nach einem Special im „Kölner Stadt-Anzeiger“ ein Jahr darauf – zahlen aktuell zwei Drittel der Neuen den Mindestbeitrag von 20 Euro. Höhere Beträge sind momentan die Ausnahme. Die großzügigste freiwillige Erhöhung beträgt laut ZDV-Informationen 500 Euro pro Jahr.

Barbara Schock-Werner stellt klar, dass der Verein seinem Zweck – der Mitfinanzierung der Dombauhütte mit über vier Millionen Euro pro Jahr – nicht nachkommen könnte, wenn alle der bald 20.000 Mitglieder nur 20 Euro zahlen würden. Dennoch sei der Betrag völlig in Ordnung: „Es war immer ZDV-Politik, eine sehr niedrige Mindestgebühr zu nehmen. Die kann sich jeder und jede leisten.“

Das große Geld kommt von zahlungskräftigen Förderern, über Spenden, Patenschaften und Erbschaften. Bergerhoff erzählt, dass manche Anrufer in den letzten Tagen direkt fragten: „Wie viel Geld braucht ihr denn? Wie viel soll ich geben?“ Die Verwalterin hat darauf eine weise Antwort von Michael Hoffmann, Schock-Werners Vorgänger, parat: Jeder gebe zu seiner Zeit und nach seinen Möglichkeiten. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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