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Pfui Spinne!Monsignore Kleine spricht über Unart von Dom-Besuchern

In Zusammenarbeit der Firma Kärcher reinigten Mitarbeiter der Dombauhütte im Jahr 2021 den historischen Sandsteinboden und den Mosaikboden im Kölner Dom.

Copyright: Max Grönert

In Zusammenarbeit mit der Firma Kärcher reinigten Mitarbeiter der Dombauhütte im Jahr 2021 den historischen Sandsteinboden und den Mosaikboden im Kölner Dom. 

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Ein Besuch im Kölner Dom wird künftig Eintritt kosten. Domdechant Monsignore Robert Kleine verteidigt die Entscheidung und nennt erste Details.

Der Dom ist den Kölnern und Kölnerinnen heilig. Umso emotionaler wurde und wird die Entscheidung diskutiert, dass für einen Besuch in der Kathedrale künftig Eintritt fällig wird.

Domdechant Monsignore Robert Kleine (59) hat die Entscheidung nun in einem Interview verteidigt. Außerdem nannte er Details und kündigte an, dass es auch Ermäßigungen bis hin zu freiem Eintritt geben wird.

Domdechant Kleine: Ermäßigungen und freier Eintritt für Kölner Dom

In dem Interview mit der „Kölnischen Rundschau“ verteidigte Kleine die Maßnahme – und verwies unter anderem auf die gestiegenen Reinigungskosten. Unter anderem auch durch das Verhalten von Touristen und Touristinnen. Besonders im Blick hat er dabei Kaugummi-Ferkel!

Kleine sagte: „Wenn Sie sehen, wie viel Kaugummi im Dom-Inneren liegt, auch auf dem Mosaik von 1880 am Dreikönigsschrein, dann frage ich mich: Wer kommt auf die Idee, hier im Dom im Gehen sein Kaugummi auszuspucken? Man glaubt ja nicht, was sich hier alles abspielt im Dom.“

Zu den Ticketpreisen, die auch bei Prominenten wie Hape Kerkeling auf Unverständnis stoßen, sagte der Domdechant: „Wenn man Eintritt nimmt, gibt es auch einen ermäßigten Eintritt und einen freien Eintritt. Dieses Gefüge müssen wir uns genau anschauen. Ich denke, die Maßgabe bei der Kalkulation muss sein: Wie können wir durch den Eintritt die Mittel einnehmen, die wir für den Erhalt des Doms brauchen? Uns rennen die Kosten davon. Die bisherigen Schritte reichen nicht.“

Von der sogenannten Besichtigungsgebühr verspricht sich der Dechant auch ein Umdenken bei den Besuchern und Besucherinnen. „Wenn Menschen Eintritt für ihre Besichtigung bezahlen, wird ihnen auch verdeutlicht: Sie betreten jetzt einen besonderen Ort. Ich glaube, dass die Zugangsregelung zum Gebet und zur Besichtigung dem Dom insgesamt guttun wird“, sagt Kleine.

20.000 Besucher - aber nur 700 Euro in Spendenbox

Laut Kleine hatte man zunächst versucht, durch die Erhöhung des Eintritts für die Turmbesteigung und die Schatzkammer die Einnahmen zu erhöhen. Man habe im Dom auch ein Spendengefäß aus Plexiglas aufgestellt: „Hätte jeder Besucher einen Euro reingetan, hätten wir im Jahr sechs Millionen Euro zur Verfügung. Aber manchmal waren am Ende eines Tages mit rund 20.000 Besuchern da nur 700 Euro drin“, so Kleine.

Neben den Kosten für die Erhaltung des Bauwerks, so wie Sicherheit und Energie muss das Domkapitel laut Kleine auch immer mehr in die Reinigung stecken: „Wir machen leider die Erfahrung, dass manche Besucher im Dom ein Verhalten an den Tag legen, das uns zwingt, den gesamten Boden alle zwei Nächte feucht zu reinigen.“

Der Kölner Dom wird jährlich von rund sechs Millionen Menschen besucht, die meisten davon sind Touristen. Das Domkapitel hatte Anfang März angekündigt, demnächst von Touristen Eintrittsgeld zu verlangen. Gottesdienstbesucher und Betende sollen weiter gratis Zugang erhalten, ebenso Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins. (dpa)

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