Kioskbetreiber Azad Hawrami widersetzt sich der Kündigung seines Vermieters. Jetzt versucht auch eine TV-Legende zu vermitteln.
Kölner „besetzt“ KioskJetzt setzt sich auch TV-Legende für Büdchen-Mann ein

Copyright: Alexander Schwaiger
Azad Hawrami steht in seinem Internationalen Kiosk (Foto vom 31. Oktober 2025).
Autor
Aktualisiert
Der Wirbel um den Internationalen Kiosk in Köln-Ehrenfeld: Obwohl die Kündigung seines Vermieters zum 31. Dezember 2025 rechtens ist, hat Betreiber Azad Hawrami (65) „seinen“ Kiosk seit nun mehr fast zwei Monaten „besetzt“.
Er will den Ort, an dem er seit 15 Jahren seine Kundschaft empfängt, nicht kampflos aufgeben. Sogar eine TV-Legende setzt sich jetzt für den beliebten Büdchen-Mann ein: Günter Wallraff.
Kölner Kiosk: Auch Günter Wallraff setzt sich für Azad ein
„Ich habe mich an den Vermieter mit dem Hinweis gewandt, dass man in Ehrenfeld solche Probleme mit gegenseitigem Respekt versucht zu lösen. Auch habe ich darauf verwiesen, dass der Internationale Kiosk für viele Menschen aus der Nachbarschaft ein Ort für Begegnungen, der gegenseitigen Hilfe und des kulturellen Austausches ist“, erklärte Günter Wallraff gegenüber EXPRESS.de.
Ende Januar hatte der Investigativ-Journalist und Schriftsteller („Ganz unten“), der selbst in Ehrenfeld wohnt, auch versucht, den Vermieter telefonisch zu erreichen und ihm nach eigener Aussage auf die Mailbox gesprochen. Am 2. Februar versuchte er es noch mit einer SMS und bat um einen Rückruf.
Bis heute sei leider keine Reaktion erfolgt, so der prominente Kölner. Auch EXPRESS.de hatte den Vermieter vergeblich um Stellungnahme gebeten.
Die Kündigung zum 31. Dezember letzten Jahres ist rechtens, das hatte auch eine Prüfung durch den Mieterverein ergeben. Doch der Fall ist für viele längst zu einem emotionalen Thema geworden. Er hat zahlreiche Untersützerinnen und Unterstützer, die bereits mehrere Aktionen durchgeführt haben, auch wurde eine Petition gestartet. In Azads Kiosk werden Geburtstage gefeiert, finden kleine Konzerte statt, trifft man sich. Für den 65-Jährigen selbst ist es ein Lebenswerk, etwas, das man nicht einfach so an einen anderen Ort verlagern kann.
„Das Leben ist ein ständiger Kampf und ich kämpfe weiter. Aufgeben ist keine Option, schon gar nicht, wenn es um meinen Kiosk geht“, hatte Azad Hawrami Ende letzten Jahres gegenüber EXPRESS.de erklärt. Am Samstag (28. Februar) läuft eine weitere Frist seines Vermieters ab.


