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Kölner RheinparkKunsträuber wollten wieder zuschlagen – jetzt greift die Stadt durch

Die Bronze „Sinnende“ von Ludwig Kasper im Kölner Rheinpark.

Copyright: Förderverein Kölner Rheinpark/jvf/CC BY-SA 4.0

Die Bronzeplastik „Sinnende“ von Ludwig Kasper aus dem Jahr 1943 im Kölner Rheinpark. Diebe haben am 18. Juni 2026 versucht, das Kunstwerk zu stehlen.

Die Serie von Kunstdiebstählen geht weiter. Nach einem neuen Versuch im Rheinpark zieht die Stadt nun die Reißleine.

Die Serie von Kunstdiebstählen in Köln geht weiter. Nach einem neuen, dreisten Versuch im Rheinpark zieht die Stadtverwaltung eine drastische Konsequenz, die alle Kunstfreunde trifft.

Nur kurz nach zwei spektakulären Kunstdiebstählen, die für Wirbel sorgten, gab es den nächsten Angriff auf das Kölner Kulturgut. Erst jetzt wurde der Vorfall aus der Nacht vom 17. auf den 18. Juni in der großen Parkanlage in Deutz öffentlich.

Diebe hatten es auf drei Frauen-Figuren abgesehen

Das Ziel: die Bronzeplastik „Sinnende“, ein Werk von Ludwig Kasper aus dem Jahr 1943. Mitarbeiter des Rheinparks entdeckten am Morgen bei ihrem Kontrollgang die Bescherung: Die lebensgroße Frauenfigur stand schief, jemand hatte versucht, sie brutal von ihrem Steinsockel zu hebeln.

Doch das war noch nicht alles. Die Diebe hatten es offenbar auf eine ganze Reihe von Kunstwerken abgesehen. Laut einer Sprecherin der Stadt war auch die 195 Zentimeter hohe Bronze „Assunta“ von Georg Kolbe (1921) am selben Morgen leicht verschoben.

Auch an der Bronze „Gaea“ von Gerhard Marcks, die seit 2007 im Rosengarten steht, machten sich die Täter zu schaffen. Wären sie nicht gestört worden, hätte der Rheinpark drei seiner bedeutendsten Kunstwerke auf einen Schlag verloren. „Die Täter sind vermutlich gestört worden“, so die knappe Einschätzung der Stadtsprecherin.

Nach diesem dreisten Diebstahl-Versuch zog die Stadt Köln die Reißleine. Am Tag nach dem versuchten Klau wurden nicht nur die „Sinnende“, sondern auch die letzten beiden verbliebenen Originale – die „Gaea“ und die „Sitzende“ von Kurt Lehmann – abgebaut. Sie lagern jetzt, wie die anderen Originale, in einem sicheren Depot. Für Besucherinnen und Besucher bedeutet das: Im Rheinpark sind nur noch Abgüsse zu sehen. Eine bittere Pille, sollte der Park doch einst Gartenkunst und bildende Kunst vereinen.

Hinter den Taten steckt oft nur die Gier nach dem reinen Materialwert. Für Bronze zahlen Schrotthändler je nach Qualität fünf bis sieben Euro pro Kilo, für Kupfer sogar bis zu zehn Euro. Viele unersetzliche Kunstwerke landen so im Schmelzofen und sind für immer verloren.

Polizei tappt bei „Panther“ und „Störchen“ im Dunkeln

Dieses Schicksal könnten auch der „Panther“ und die „Zwei Störche“ erlitten haben. Von den vor rund acht Wochen gestohlenen Kunstwerken fehlt laut Polizei jede Spur. „Bislang liegen keine konkreten Hinweise auf eine bestimmte Person sowie den Verbleib der Bronzen vor“, erklärt Polizeioberkommissarin Christina Walsemann.

Ob es einen Zusammenhang zwischen den Taten gibt, ist unklar. Die Ermittlungen laufen, aber ohne Spuren oder Zeugen stehen die Chancen schlecht.

Die Bronzeplastik „Assunta“ von Georg Kolbe.

Copyright: jvf/CC BY-SA 4.0

Die Bronzeplastik „Assunta“ von Georg Kolbe im Kölner Rheinpark.

Die Diebes-Serie beschränkt sich nicht nur auf Köln. Fast zeitgleich zum versuchten Raub im Rheinpark schlugen Täter auch in Leverkusen zu. Im Stadtteil Bürrig verschwand zwischen dem 16. Juni, 16.00 Uhr, und dem 18. Juni, 09.00 Uhr, ein Bronze-Schwein, das zu einem Kunstwerk von Kurtz Arentz gehörte.

Die Statistik ist ernüchternd: Allein in diesem Jahr gab es in Köln schon rund 40 Anzeigen wegen Metall-Diebstahls. Die Aufklärungsquote ist verschwindend gering. In den Jahren 2025 und 2024 wurde laut Polizei jeweils nur ein Verdächtiger gefasst, 2023 waren es fünf.

Förderverein will für neue Kunstwerke kämpfen

Der Förderverein Rheinpark hat seine Führungen zu den Skulpturen vorerst abgesagt. Die Einlagerung der Originale sei zum Schutz, „bis ein dauerhaftes Sicherheitskonzept für ihre Wiederaufstellung umgesetzt werden kann“, so der Verein. Die Idee, den Park einzuzäunen, wurde verworfen. „Der Zaun wäre innerhalb kürzester Zeit zerstört“, sagt Geschäftsführer Gerhard Böckmann.

Immerhin: Der Diebstahl der „Zwei Störche“ wurde von der Versicherung anerkannt. Was mit den eingelagerten Originalen passiert, steht aber in den Sternen. Die Stadt plant, die gestohlenen Skulpturen durch neue Bronze-Abgüsse zu ersetzen, doch die Finanzierung muss erst stehen. „Mit der Präventionsstelle der Polizei und gegebenenfalls der Versicherung werden Möglichkeiten des erweiterten Diebstahlsschutzes geprüft“, heißt es von der Stadt.

Aufgeben will der Förderverein aber nicht. Man wolle sich weiter dafür einsetzen, dass die Kunst im Rheinpark für alle zugänglich bleibt. Gerhard Böckmann kündigt an: „Wir wollen eine Spendenaktion starten, um Nachgüsse zu finanzieren.“ (red)

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