Die Feinkost-Kette Oil & Vinegar kämpft ums Überleben — auch in Köln gibt es eine Filiale.
Feinkost-Kette in der KriseUnternehmen insolvent – Filiale auch in Köln

Copyright: Oil & Vinegar / Assisi B.V.
Oil & Vinegar Deutschland in vorläufiger Insolvenz.
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Die beliebte Feinkost-Kette Oil & Vinegar steckt in der Krise. Der deutsche Ableger des Unternehmens ist zahlungsunfähig — und Tausende Kunden fragen sich jetzt: Bleibt der Laden in meiner Stadt geöffnet?
Das Amtsgericht Cochem hat bereits die vorläufige Insolvenzverwaltung über die Francisco Deutschland GmbH angeordnet, jene Gesellschaft, die Oil & Vinegar hierzulande betreibt. Das teilt die Kanzlei Lieser am Dienstag (26. Mai) mit. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Jens Lieser bestellt.
Alle 19 Filialen bleiben vorerst geöffnet
Die gute Nachricht zuerst: Alle 19 Filialen in Deutschland bleiben vorerst geöffnet. Auch die Kölner Filiale in der Breite Straße — bei Kunden beliebt und auf Google mit starken 4,5 von 5 Sternen bewertet — ist weiterhin in Betrieb.
Die insgesamt rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen wurden in einer Betriebsversammlung über die Lage informiert. Ihre Gehälter sind über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit für die Monate Mai bis Juli 2026 gesichert.
Wer allerdings online bestellen wollte, schaut derzeit in die Röhre: Der Online-Shop ist abgeschaltet.
Mutterkonzern in den Niederlanden in der Krise
Der Ursprung der Krise liegt in den Niederlanden. Die Muttergesellschaft Assisi B.V. mit Sitz in Oosterhout hatte bereits im April 2026 Insolvenz angemeldet. Die Krise bekommt auch die deutsche Tochter direkt zu spüren.

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Blick in eine US-Filiale von Oil & Vinegar
Neben den 19 eigenen Geschäften betreibt die Francisco Deutschland GmbH das Franchise-System auch für drei weitere Standorte, die von unabhängigen Partnern geführt werden.
Edel-Öl in schwierigen Zeiten
Oil & Vinegar wurde 1999 in den Niederlanden gegründet — aus der Leidenschaft für hochwertige Lebensmittel und erlesene Zutaten, wie es das Unternehmen selbst beschreibt. Heute ist die Marke in sieben Ländern vertreten: den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Österreich, der Schweiz, den USA und Brasilien. Das Markenzeichen: durchschnittlich 60 verschiedene Öl- und Essigsorten, die Kunden vor Ort probieren und riechen können — ergänzt durch Dips, Dressings, Gewürze und kulinarische Spezialitäten.
Das Konzept klingt verlockend: hochwertige Produkte, persönliche Beratung, Einkaufen als Erlebnis. Doch genau dieses Modell hat seinen Preis. Personal, Mieten, aufwendige Ladengestaltung — das alles kostet.
Und wenn die Kunden in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten jeden Euro zweimal umdrehen, trifft es spezialisierte Feinkost-Händler besonders hart.
„Erste Interessenten haben sich bereits gemeldet“
Insolvenzverwalter Jens Lieser hat die Arbeit aufgenommen. Er sagt: „Mein Team und ich verschaffen uns derzeit einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens. Erste Interessenten haben sich bereits gemeldet, die die Filialen fortführen möchten.“ Ein Zeichen dafür, dass die Marke Oil & Vinegar trotz allem Strahlkraft hat.
In den kommenden Wochen sollen Gespräche mit Vermietern, Lieferanten, Banken und möglichen Investoren folgen. Ziel sei der Erhalt des Unternehmens und möglichst vieler Arbeitsplätze, so die Kanzlei.
Ob am Ende eine Übernahme, ein Neustart unter neuer Führung oder die schrittweise Schließung von Filialen steht — das ist noch offen. Klar ist: Die nächsten Wochen entscheiden darüber, ob Oil & Vinegar in Deutschland eine Zukunft hat. (mg)
