Joggerin in Köln vergewaltigt? Alles wohl nur erfunden: Diese Strafe droht ihr jetzt

Polizeieinheiten durchsuchen einen Wald.

Nach der angeblichen Vergewaltigung startete die Polizei am 25. Februar eine Suchaktion im Stadtwald.

Eine Joggerin gab an, dass sie am Decksteiner Weiher in Köln vergewaltigt worden sei. Doch dann wendete sich der Fall: Jetzt ist gegen die Frau, die sich als Opfer ausgegeben hatte, Anklage erhoben worden.

Köln. Er sei 1,90 Meter groß gewesen, der Täter. Am Morgen des 24. Februars 2021 habe er eine Joggerin in ein Gebüsch am Decksteiner Weiher gezerrt und vergewaltigt.

Decksteiner Weiher in Köln: Vergewaltigung von Joggerin wohl nur erfunden

So schilderte es das angebliche Opfer der Polizei. Der Fall sorgte in Köln für Entsetzen. Was damals noch keiner wissen konnte: Offenbar war alles frei erfunden.

Stattdessen wurden Sorgen laut, der Vergewaltiger könnte erneut zuschlagen: „Aufgrund des atypischen Vorgehens des Täters, zu dem die Polizei aus Gründen des Opferschutzes keine weiteren Angaben macht, sehen die Ermittler die Gefahr einer Wiederholungstat“, erklärte damals ein Polizeisprecher.

Daraufhin startete ein Großeinsatz – Beamte der Einsatzhundertschaft durchkämmen einen Bereich nach des „Haus am See“, wo der Tatort angegeben worden war. Auch wurden Passanten gefragt, die in dem Gebiet häufiger unterwegs sind, ob sie verdächtige Beobachtungen gemacht haben.

Polizisten befragen zwei Hundehalterinnen

Polizeibeamte befragten am 26. Februar Spaziergänger nahe des Decksteiner Weihers, ob sie zuvor verdächtige Beobachtungen gemacht hätten.

Die überraschende Wende folgte am 1. März: Die Ermittler erklärten, dass es starke Zweifel an der Aussage der Frau gebe. Knapp einen Monat später stellten Staatsanwaltschaft und Polizei Köln die Tätersuche zum ein. Stattdessen nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen die Frau auf – wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat.

Nun könnte es zum Prozess gegen die Frau kommen. Die Kölner Staatsanwaltschaft hat den Fall zur Anklage gebracht, wie am Dienstag, 5. Oktober bekannt wurde. Zum Motiv der Frau, warum sie die Vergwaltigung offenbar erfunden hat, wurden keine Angaben gemacht. Sollte die Frau verurteilt werden, sieht das Strafgesetzbuch Geld- oder Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren vor. (jan)

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