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„Wovor hat man Angst?“ Vereine schießen gegen Stadt bei Mahnwache vor „Russenhäusern“ in Köln 

Eine Gruppe von Männern steht bei einer Mahnwache zusammen.

Bei der Mahnwache in Sülz am Samstag (20. August) waren neben Kabarettist Jürgen Becker (Mitte) auch Konrad Adenauer (3. v.l), Vorsitzender des Haus- und Grundbesitzervereins und Mieterverein-Chef Franz-Xaver Corneth (5. v.l.) dabei.

Vor den Gebäuden der Russischen Föderation in Köln hat es am Samstag eine Mahnwache gegen den Leerstand der Häuser gegeben.

Die Häuser der Russischen Föderation in Köln erhitzen weiter die Gemüter. Bei einer Mahnwache am Samstag (20. August) haben mehrere Vereine und Initiativen den Leerstand kritisiert und forderten die Stadt Köln zum Handeln auf.

Seit der ersten Demo im März 2021 hat es bereits mehrere Kundgebungen vor den Häusern der Russischen Föderation in Sülz gegeben. Am Samstag waren aber erstmals auch der Haus- und Grundbesitzerverein mit dessen Vorsitzenden Konrad Adenauer und der Kölner Mieterverein mit Chef Franz-Xaver Corneth dabei. Beide forderten die Stadt auf, endlich tätig zu werden und die Gebäude zu beschlagnahmen.

Köln: Mahnwache kritisiert Stadt für Umgang mit leerstehenden Häusern der Russischen Föderation

Neben Kabarettist Jürgen Becker, Rainer Kippe von der Sozialistischen Selbsthilfe Mülheim, Pfarrer Hans Meurer, Kalle Gerigk von der Initiative „Recht auf Stadt“ und Stadtführer Martin Stankowski, der die Mahnwache initiiert hatte, war auch Jürgen Bremer vor Ort.

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Bremer hat eine Petition zur Enteignung der Häuser ins Leben gerufen, die mittlerweile fast 8000 Menschen unterschrieben haben. Beim Erreichen des Ziels von 10.000 Unterschriften will er die Petition im Rathaus bei Oberbürgermeisterin Henriette Reker einreichen.

Blick auf ein Gebäude mit parkenden Autos davor.

Die „Russenhäuser“ in Sülz, hier eine Aufnahme vom März: 80 Wohnungen der Russischen Föderation stehen hier leer. Immer wieder gibt es hier Protestkundgebungen, wie am Samstag (20. August).

Nach mehrere Mahnwachen in Köln und einer Demo vor der russischen Botschaft in Berlin haben die Demonstrantinnen und Demonstranten sowie die Menschen, die sie unterstützen, kein Verständnis mehr für die Zurückhaltung der Stadt.

Kalle Gerigk sagt im Gespräch mit EXPRESS.de: „Es traut sich niemand da dran zu gehen. Wir fragen uns, wovor man Angst hat. Erst recht nach dem Angriffskrieg durch Russland sollten hier geflüchtete Menschen oder überhaupt Menschen, die eine Unterkunft brauchen, rein.“

Die Stadt hatte im März 2022 auf Anfrage von EXPRESS.de erklärt, dass die Häuser nicht beschlagnahmt werden können, da ein wesentlicher Teil der Räume Büro-, Besprechungs- und Konferenzräume sowie Unterbringungsräume für die Botschaftsangehörigen seien. Somit handele „es sich nicht um geschützten Wohnraum“.

Solange es keine Einigung mit der Russischen Föderation gebe, sei eine Änderung der Eigentumslage unmöglich, hatte die Stadt erklärt.

Die Kölner Aktivistinnen und Aktivisten sehen das anders und wollen nicht nachgeben. Bei der Mahnwache am Samstag wurde erklärt, dass es ab sofort jeden Samstag um 11.11 Uhr eine Mahnwache an der Berrenrather Straße Ecke Friedrich-Engels-Straße geben soll. „Bis die Stadt sich rührt“, so Kalle Gerigk.

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