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„Akt von Menschenfeindlichkeit“ Mahnmal in Köln kurz vor Gedenktag geschändet

Das Mahnmal für schwule und lesbische Oper des Nationalsozialismus an der Hohenzollernbrücke in Köln wurde beschmiert. Fotos: Zauberflöten e.V.

Das Mahnmal für schwule und lesbische Opfer des Nationalsozialismus an der Hohenzollernbrücke in Köln wurde Opfer von Vandalismus. 

In Köln wurde das Mahnmal für schwule und lesbische Opfer des Nationalsozialismus geschändet.

Kurz vor dem Gedenktag der schwulen und lesbischen Opfer des Nationalsozialismus wurde in Köln das Mahnmal an der Hohenzollernbrücke beschädigt. Der schwule Männerchor Zauberflöten aus Köln, Pate des Mahnmals, hat Anzeige bei der Polizei erstattet.

Der rosa Winkel erinnert an diejenigen Mitglieder der queeren Community, die in der Zeit des Nationalsozialismus kriminalisiert, verfolgt und getötet wurden. Seit 1995 steht er an der Hohenzollernbrücke. Um das Andenken an die queeren Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten, findet am Kölner Mahnmal jährlich anlässlich des Holocaust-Gedenktags am 27. Januar eine Gedenkveranstaltung statt. Auch dieses Jahr soll sie stattfinden.

Köln: Mahnmal für schwule und lesbische Opfer des Nationalsozialismus geschändet

Auf dem Mahnmal sind mehrere Schmierereien erkennbar, offenbar haben auch mutmaßlich Jugendliche ihre Namen auf das Mahnmal gekritzelt. In einer Mitteilung des Queeren Netzwerks NRW vom Samstag (15. Januar) heißt es, dass die Stadt Köln über den Vandalismus informiert wurde und eine zeitnahe Reinigung des Gedenksteins zugesagt haben soll. 

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Die Beschädigung des Mahnmals hat in Köln für große Empörung gesorgt. „Wir sind schockiert über die Schändung“, erklärt Thiemo Burghof-Parkin, erster Vorsitzender der „Zauberflöten“, in der Mitteilung. Im Gespräch mit EXPRESS.de erklärte er, dass die Schmierereien am Samstag (14. Januar) entdeckt wurden. „An Weihnachten waren sie noch nicht da“, sagte er.

Das Mahnmal für schwule und lesbische Oper des Nationalsozialismus an der Hohenzollernbrücke in Köln wurde beschmiert.

Das Mahnmal für schwule und lesbische Oper des Nationalsozialismus an der Hohenzollernbrücke in Köln wurde beschmiert.

Einen Ort mit so hoher emotionaler Bedeutung zu verschandeln, sei mehr als bloße Sachbeschädigung, sagt Burghof-Parkin. „Das ist ein Zeichen von Queerfeindlichkeit. Es zeugt von einer menschenfeindlichen Haltung, in der Minderheiten und vermeintlichen Randgruppen der Respekt abgesprochen und ihre historische Verfolgung verharmlost wird.“

„Diskriminierung und Hass dürfen in unserer Gesellschaft nirgends akzeptabel sein. Nicht als sprachliche Anfeindung, nicht als Sachbeschädigung und nicht in Form von körperlicher Gewalt“, sagte Lilith Raza, Vorstandsmitglied des Queeren Netzwerks.

Die Kölner Politik hat der Vorfall ebenfalls sehr betroffen gemacht. Fabian Spies, Vorsitzender der SPDqueer Köln, verurteilt diese Tat auf das Schärfste. „Wer zum feigem Vandalismus greift, entzieht sich dem demokratischen Diskurs. Wir hoffen, dass die Polizei die Täter*innen ausmachen wird.“

Der Kölner Bundestagsabgeordnete und Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann, sagte: „Die Verschandelung des Mahnmals ist ein Akt von Menschenfeindlichkeit. Köln ist eine weltoffene und vielfältige Stadt, die zu Recht stolz auf ihre queere Community ist. Das Gedenken an verfolgte und getötete Menschen auf solch eine Weise zu verunglimpfen, muss Konsequenzen haben.“

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