„Abscheulich“ Unfassbare Schmiererei an Gedenkstelle für NS-Opfer in Köln

In Köln wurden drei Stolpersteine mit dem Kürzel NSU beschmiert.

Die Stolpersteine, die an die von den Nazis ermordete Familie Hirsch aus Köln erinnern, wurden mit dem Kürzel „NSU“ beschmiert. 

Dieser Fall sorgt für pure Fassungslosigkeit. In Köln wurden Gedenksteine für Opfer des NS-Regimes böswillig beschmiert. 

In der Kölner Südstadt sind drei Stolpersteine mit dem Kürzel „NSU“ beschmiert worden. Der Fall wurde der städtischen Meldestelle für Antisemitismus gemeldet. Der Staatsschutz der Polizei ermittelt bereits.

Die Stolpersteine in der Straße „Am Trutzenberg“ erinnern an die Eheleute David und Carola Hirsch sowie deren Tochter Karola-Ruth Hirsch, die am 20. Juli 1942 zunächst ins Ghetto Minsk deportiert und anschließend im Vernichtungslager Maly Trostinez ermordet wurden. Die Gedenksteine waren auf Initiative des jüdischen Karnevalsvereins „Kölsche Kippa Köpp e.V. vun 2017“ am 27. September 2021 eingeweiht worden.

Köln: Stolpersteine für jüdische NS-Opfer mit „NSU“-Kürzel beschmiert

Der Vorfall wurde der Stadt bereits am 30. Oktober gemeldet, wie das NS-Dok am Dienstag (11. Januar 2022) mitteilte. Daniel Vymyslicky, Mitarbeiter der Meldestelle für antisemitische Vorfälle des NS-Dok, macht der Fall sehr betroffen. Vorsätzliche Schmierereien an oder Beschädigungen von Stolpersteinen jüdischer NS-Opfer stellten per se immer einen antisemitischen Vorfall dar, „da auf diese Weise versucht wird, das Erinnern an im Nationalsozialismus verfolgte Jüdinnen und Juden zu negieren und zu behindern.“

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Das verwendete Kürzel ‚NSU‘ verschärfe „die aggressive Aussage dieser Schmiererei noch durch das Bekenntnis der Täterinnen und Täter zur neo-nazistischen Terrororganisation ‚Nationalsozialistischer Untergrund‘ (NSU)“. Er sagt: „Der schriftliche Bezug zu diesen abscheulichen, menschenverachtenden Gewalttaten auf den beschmierten Stolpersteinen stellt entsprechend eine massive Bedrohung nicht nur jüdischer Passantinnen und Passanten dar.“

Aaron Knappstein und Künstler Gunter Demnig verlegen drei Stolpersteine

Künstler Gunter Demnig (r.) und Aaron Knappstein beim Verlegen der Stolpersteine für Familie Hirsch am 27. September 2021 in Köln. 

Die Stolpersteine hat der Kölner Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen. Inzwischen sind über 2.400 Stolpersteine im ganzen Stadtgebiet in Köln verlegt worden.

Nach der Einweihung des „Kleinen Kölner Klub Wegs“ am 12. November 2021 gingen die Mitglieder der „Kippa Köpp“ zu den Stolpersteinen von David Hirsch und seiner Familie, da einige der Gäste mit der Familie verwandt waren. Da wusste aber noch niemand, dass die Steine geschändet worden waren. 

Enthüllung des Straßenschildes Kleiner-Kölner-Klub-Weg

Die Straße „Kleiner-Kölner-Klub-Weg“ wurde am 12. November 2021 durch Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (3.v.l.), Aaron Knappstein (2.v.r.,Präsident der Kölsche Kippa Köpp), FK-Präsident Christoph Kuckelkorn (ganz rechts) und Angehörigen von Max Salomon (ehem. Präsident Kleiner Kölner Klub) sowie jüdischen Karnevalisten aus Israel und den USA eingeweiht.

„Zu diesem Zeitpunkt hatte zwar weder der Karnevalsverein noch die Meldestelle von der Beschädigung der Steine Kenntnis erhalten, die Schmierereien waren aber erfreulicherweise bereits zuvor wieder gereinigt worden“, schildert Daniel Vymyslicky, dessen vollständiger Bericht auf der Internetseite www.antisemitismus-melden.koeln nachzulesen ist.

Am 7. September wurde der Meldestelle bekannt, dass zwei Stolpersteine an der Mittelstraße 30 mit Eiern beworfen worden waren. In beiden Fällen, ebenso wie im Fall der die Terrororganisation NSU verherrlichenden Schmiererei, wurde Strafantrag bei der Polizei gestellt.

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