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Kurz vor GerichtsprozessKölner Büdchen-Mann mit Nachricht, die keiner erwartet hat

Drei Männer stehen vor einem Kiosk.

Copyright: Kalle Gerigk

Azad Hawrami steht TV-Legende Günter Wallraff (M.) und Aktivist Kalle Gerigk vor seinem Internationalen Kiosk in Köln-Ehrenfeld. 

Er hat nie aufgegeben: Jetzt hat der Kölner Kioskbetreiber Azad Hawrami eine Nachricht, die niemand erwartet hat. 

Der Kölner Büdchen-Mann, der gleich zwei Kündigungen nicht akzeptierte und stattdessen seinen Kiosk in Ehrenfeld „besetzte“: Jetzt kann er richtig feiern!

Dienstagvormittag (8. September) hat Azad Hawrami (65) die Nachricht von seinem Anwalt bekommen, dass er bis Juni nächsten Jahres im Kiosk bleiben kann. Kurz vor knapp: Am Donnerstag (10. September) sollte eigentlich vor dem Kölner Amtsgericht über die Räumungsklage entschieden werden, die Azads Vermieter schlussendlich am 2. Juni eingereicht hatte. Die ist jetzt vom Tisch.

Kölner Kioskbetreiber: Anwälte einigen sich

„Ich bin überglücklich und danke allen für die große Solidarität. Es zeigt, dass es sich lohnt, zu kämpfen“, erklärt er gegenüber EXPRESS.de. Azad Hawrami, der seit über 15 Jahren den beliebten Internationalen Kiosk betreibt, hatte zahlreiche Unterstützer. Darunter TV-Legende Günter Wallraff – und allen voran Kalle Gerigk, Kölns bekannter Aktivist und Mietrebell.

„Azads Anwalt hat sich mit dem Anwalt des Vermieters geeinigt. Ich freue mich wirklich riesig darüber und könnte gerade echt heulen vor Freude“, jubelt Kalle Gerigk. „Wir haben jetzt Zeit gewonnen, um in Ruhe nach einem anderen Gewerberaum in Ehrenfeld zu suchen und eine gute Lösung für die Zukunft des Kiosks zu finden.“

Azads Anwalt habe selbst gesagt, das sei ein Sechser im Lotto, so Kalle Gerigk: „Ich glaube aber, dass unser Einsatz ganz wesentlich dazu beigetragen hat.“ So gab es Demonstrationen, Ausstellungen, eine Petition sowie eine Spendenaktion für die drohenden Gerichtskosten – und ganz viel herzliche Unterstützung und Zuspruch für den Ehrenfelder Büdchen-Mann. In seinem Kiosk war immer was los. 

Nach der ersten Kündigung zum 31. Dezember 2025 stieg im Kiosk zum Jahreswechsel sogar eine Party. Kurz darauf wurden die Räumlichkeiten symbolisch besetzt. Bei seinem Kampf gegen die Kündigung bekräftigte Azad immer wieder: „Ich will nicht tatenlos zusehen, wie kleine Gewerbetreibende verdrängt werden. Es geht hier nicht nur um mich. Ich kämpfe für alle, auch, wenn ich am Ende verliere.“

Feier nach Fristverlängerung für Kiosk in Köln-Ehrenfeld

Doch er hat nicht verloren. Dank der Anwälte, die laut Kalle Gerigk das Ganze praktisch unter sich geregelt haben. Aber natürlich auch dank des Vermieters, der dem zugestimmt hat. Allerdings muss Azad die Kosten von circa 3500 Euro übernehmen. 

„Klar ist aber auch, dass Azad am 30. Juni 2027 den Kiosk dann wirklich verlassen muss“, erklärt Kalle Gerigk. Aber bis dahin würde man sicher eine gute Lösung für den Kiosk finden, ist er optimistisch. 

Jetzt wird am Donnerstag, als der Aktivist vor dem Kölner Amtsgericht eigentlich eine Demo zur Unterstützung von Azad geplant hatte, die Fristverlängerung tüchtig gefeiert. 

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