Der Kölner Holger Villmow aus Ehrenfeld verfilmt das Leben von jedem, der das möchte.
Neue GeschäftsideeKölner produziert den Film deines Lebens

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Holger Villmow aus Ehrenfeld verfilmt das Leben von jedem, der das möchte.

Eine Reise in die Vergangenheit als Geschäftsidee? Zu den Orten der Kindheit, der Familie, der Karriere, den Wendepunkten und Meilensteinen des Lebens – begleitet von einem Kameramann?
Was für viele Menschen schwer vorstellbar scheint, will der Kölner Holger Villmow (55) möglich machen. Er drehte Hunderte Filme und Dokus über Promis und Politiker – und schwenkt jetzt seinen Fokus auf jeden, der seine Biografie verfilmt haben will.
„Wir reflektieren das eigene Leben, besprechen die Höhen und Tiefen“
Es fing, wie so vieles im Leben, mit einer zufälligen Begegnung an, die seinem Leben eine neue Richtung gab: „Bei einem Drehtermin kam ein Mann auf mich zu, der mich bei meiner Arbeit beobachtet hatte. Er zeigte sich begeistert von meiner empathischen Art und fragte, ob ich nicht mal einen Film über ihn machen könnte.“
Einen Film über einen Unbekannten? Klar, konnte er. Mit dem Mann, einem Unternehmer aus Südtirol namens Hubert Peer, begann auch für Villmow ein neues Kapitel seiner Filmkarriere. Er sprach mit Peer zunächst ausführlich persönlich, besuchte dann mit ihm prägende Orte in der Heimat und ließ ihn vor der Kamera seine ganz eigene Geschichte erzählen.
Es wurde tiefgründig, emotional, berührend. Am Ende hatte der Unternehmer einen digitalisierten Film, den seine Mitarbeiter bereits sahen, aber auch noch seine Urenkel schauen können. Um zu erfahren: Was war unser Hubert für ein Mensch, was hat er wirklich erlebt?
„Im Grunde genommen ist der wirkliche Inhalt des Films die Frage: Was ist und was war der Sinn meines Lebens?“, betont Villmow, der auch als Trauerredner arbeitet. „Und diese Frage zu beantworten, dabei helfe ich. Wir gehen im wahrsten Sinne des Wortes zurück zu den Wurzeln. Wir reflektieren das eigene Leben, besprechen die Höhen und Tiefen und arbeiten so eine Art Resümee heraus. Und so ein gelebtes Leben spiegelt ja auch immer wider, was im Land und in der Welt passiert ist. Es ist also auch ein Stück ganz private Zeitgeschichte.“
Video-Biografien als Gegenstück zu KI-generierten Clips
Mit den „Vibiografien“ – eine Verkürzung von Video-Biografien – will Villmow zudem ein Gegenstück zu den allumfassenden KI-generierten Clips setzen, die die Grenzen zwischen Realität und Fiktion weiter verschwimmen lassen.
„Heute lässt sich mit künstlicher Intelligenz nahezu alles erzeugen –Gesichter, Stimmen, in Minuten erstellt. Gerade deshalb wird eines immer wertvoller: Echtheit. Wahre Authentizität. Die echte, unverwechselbare Stimme und das unverfälschte Aussehen eines Menschen. Das lässt sich durch keine Technologie ersetzen.“

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Holger Villmow (links) filmte Unternehmer Hubert Peer in Südtirol und die Geschichte seines Lebens.
Apropos Technologie: Wer sich schon mal mit Videoproduktionen beschäftigt hat, weiß, wie aufwendig selbst ein kurzer Film sein kann. Vorbesprechungen, Planungen, Recherchen, Drehorte finden, filmen, interviewen, schneiden, vertonen...
Da fragt sich Otto-Normalo natürlich: Was soll das alles kosten?
„Das ist natürlich sehr individuell, so wie jedes Leben und jeder Mensch ist“, sagt Villmow und gibt Einsicht in seine Preiskalkulation: „Es gibt eine Grundpauschale, dazu kommen je nach Wunsch Drehtage, Reisetage und entsprechende Reisekosten. Wer aber beispielsweise nicht mit mir zu seinem Geburtshaus fahren und dort interviewt werden möchte, sondern ein Foto davon zeigen will – dann ist das auch okay.“ Villmow weiter: „Zudem spielt natürlich auch die Filmlänge eine Rolle, also je nach Minuten, ebenso wie zusätzliche Faktoren, etwa gewünschte Musik, ein professioneller Sprecher oder Aufnahmen mit einer Drohne.“
Als „Basisproduktion“, also für einen komplett gestalteten Film von zehn Minuten Länge bei drei Drehtagen, nennt Villmow einen Richtwert von 13.500 Euro.
„Das ist natürlich viel Geld, aber der Film hat eine große Wertigkeit, wie man sie sonst nur aus Fernsehformaten, Talkshows oder Reportagen kennt. Und ist eine Herzenssache, die man eben nur einmal im Leben macht.“
