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Ist das noch in Ordnung?Café-Besuch mit Hund in Köln löst große Diskussion aus

Das Café Elefant in der Weißenburgstraße (Archivfoto)

Copyright: Alexander Schwaiger

Das Café Elefant in der Weißenburgstraße (Archivfoto)

Ein feuchter Hund, ein wertvolles Erbstück und eine schlechte Google-Bewertung: Das Kölner Café Elefant sorgt für Diskussionen – diesmal geht es um Hunde.

Das Café Elefant in der Weißenburgstraße im Agnesviertel ist mittlerweile bekannt dafür, klare Ansagen an seine Kundschaft zu machen. Erst im vergangenen Herbst hatte Betreiber Michael Hamacher auf Facebook unmissverständlich formuliert, dass sein seit Oktober 1980 bestehendes Café „NICHT der geeignete Ort für kleine Kinder“ sei – zumindest nicht für solche, „die in Begleitung von Eltern bei uns zu Gast sind, die der Meinung sind, hier darf ihr Kind all das, was es zu Hause nicht darf“.

Der Post schlug damals hohe Wellen. Jetzt ist Hamacher erneut in der Diskussion – diesmal geht es um Hunde.

„Wir wurden dann mit den Worten, wir seien im falschen Café, hinauskomplementiert“

Ausgelöst wurde der Streit durch eine Google-Bewertung der Nutzerin „Kathrin“, die dem Café einen von fünf Sternen gab. Sie schilderte, wie sie mit ihrem nassen Hund des Lokals verwiesen wurde: „Wir hatten unseren vom Regen nicht leicht feuchten Hund dabei und wurden des Cafés verwiesen, weil mein Hündchen sich naturgemäß am Fell der Sitzbank das Schnäuzchen kurz gerieben hat.“

Als sie den Hund daraufhin auf ihren Schoß gesetzt habe, um ihn vom Lammfell fernzuhalten, sei auch das beanstandet worden. „Wir wurden dann, mit den Worten, wir seien im falschen Café, hinauskomplementiert“, schrieb sie. Kaffee und Kuchen bewertete sie mit vier beziehungsweise fünf Sternen – den Service nun mit einem. Zurecht?

Hamacher erklärt seine Sicht

Betreiber Hamacher antwortete ausführlich auf diese Kritik. Er schilderte auf Facebook zu einem Screenshot der Google-Bewertung, dass er die Gäste freundlich begrüße, grundsätzlich Hunde erlaube und auch bei „Kathrin“ die Situation zunächst mit einem Witz entspannt habe.

Dann sei der Hund auf das Lammfell der Sitzbank – nach seinen Angaben ein altes Erbstück – gesprungen und habe sich daran trocken gerieben.

Als der Hund anschließend auf dem Schoß der Besitzerin den Kopf auf die Tischplatte gelegt habe, habe der Besitzer darum gebeten, ihn auf den Boden zu setzen. Kathrins Antwort sei dann gewesen: „Das kann er nicht.“ Hamachers Reaktion: „Ok, dann sind wir wohl nicht das richtige Café für Euch.“

In seinem Post schrieb er: „Du bewertest also selbst unser Ambiente mit 5 Sternen und scheinst aber gleichzeitig nicht in der Lage oder Willens zu sein, mit diesem Ambiente wertschätzend umzugehen.“

Und weiter: „Deine Bewertung sagt – und auch das ist für jedermann nachvollziehbar – tatsächlich nichts Negatives über mich, dabei aber einiges über Dich.“ Gleichzeitig fragte der Besitzer seine Community, ob er die Google-Bewertung löschen lassen sollte – oder einfach so stehen lassen. 

Das Netz diskutiert – und stellt sich hinter das Café

Unter dem Post entbrannte eine lebhafte Diskussion, in der sich die große Mehrheit auf Hamachers Seite schlug. Eine Hundebesitzerin schrieb: „Ich, selbst Hundebesitzerin, sage ganz klar: Hunde gehören in einem Café auf den Boden! Zu Hause darf meiner auch nicht mit am Tisch sitzen. Was stimmt denn mit manchen Menschen nicht?!“

Ein weiterer Nutzer, ebenfalls Hundebesitzer, kommentierte: „Volles Verständnis für euch. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Hund auf Tischplatten-Höhe den Kopf dort auflegen würde, und das ist ein No-Go. Auch ist es ein No-Go, wenn das Tier die Gast-Umgebung dreckig macht – dazu gehört auch ‚Schnäuzchen reiben‘.“ Ein anderer fasste es schlicht zusammen: „Dein Café, deine Regeln, so einfach ist das!“

Das Café Elefant kommt laut Hamacher aktuell auf 650 Google-Bewertungen mit einem Schnitt von 4,8 Sternen. Hamachers Fazit zu Kathrins Bewertung fiel trocken aus: Die Bewertung löschen lassen wolle er nicht – sie zeige für jeden nachvollziehbar beide Seiten der Geschichte. (mg)

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