Die Anwohner der Breite Straße sind den Anblick von Polizei und Spurensicherung inzwischen gewohnt. Zum dritten Mal wurde auf ein Uhrengeschäft geschossen.
Schüsse in der NachtDritter Angriff auf Kölner Laden – Betreiber schweigt
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Zwei Mal im August – jetzt der dritte Angriff! Ein Uhrengeschäft in der Breite Straße ist zum wiederholten Male Opfer von nächtlichen Schüssen geworden.
Am 5. August hatten Mitarbeiter Einschusslöcher in der Glastür des Ladens in der Innenstadt entdeckt. Gestohlen wurde offenbar nichts, auch verletzt wurde niemand. Nur eine Woche später, die erneute Attacke. Am 12. August meldeten Anwohner gegen 3.45 Uhr Schüsse – mehrere Einschusslöcher in der Scheibe und der Fassade des Geschäfts belegen das Geschehen. Eine heiße Spur bleibt zunächst aus.
Schüsse auf Kölner Uhrengeschäft: Betreiber schweigt
Jetzt die dritte Tat in der Nacht auf Mittwoch. Als EXPRESS.de den Betreiber des Ladens am Mittwochmorgen telefonisch erreicht, will dieser sich nicht äußern. Er verweist darauf, dass die Polizei ihm dies geraten habe.
Die Beamten haben derweil eine erste heiße Spur. In Deutz konnten zwei Verdächtige festgenommen werden. Weitere Details wollte eine Sprecherin auf Nachfrage zunächst nicht nennen.
Schüsse in Köln und NRW: Fälle häufen sich
Klar ist: In Köln und NRW häufen sich die Schüsse auf Geschäfte und Wohnhäuser.
Ob es einen Zusammenhang bei den zahlreichen Fällen in den vergangenen Tagen gibt, müssten noch die laufenden Ermittlungen zeigen, sagte der Landesvorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamte, Oliver Huth.
„Wir haben im Moment verschiedene Protagonisten auf dem Markt, die mit Gewalt von sich reden machen“, erklärte er. Hinter einem großen Teil solcher Schüsse sei Schutzgelderpressung durch die Gen-Z-Mafia zu vermuten.
Dabei handele es sich um türkische Jugendliche mit hoher krimineller Energie, die sich illegal in der EU aufhielten. Diese Gruppierungen seien sehr mobil, wenn in NRW Schüsse fielen, könnten die Täter wenig später im Ausland sein.
Die Gen-Z-Mafia nehme vornehmlich türkische Geschäftsleute ins Visier. Die Ziele würden relativ willkürlich ausgewählt. Erst werde auf Häuser geschossen und dann eine Geldforderung bei den Zufallsopfern platziert oder umgekehrt.
„Sie versuchen auf dem Weg, von den Opfern Geld zu erpressen, teilweise unter Verwendung von Kriegswaffen“, erläutert Huth. Das bedeute, zum Teil setzen Täter auch Maschinenpistolen bei den Einschüchterungsversuchen ein.
Es bestehe für die Bevölkerung zwar keine konkrete Gefahr, aber eine abstrakte. Durch die Schüsse, die zum Teil auch aus fahrenden Autos abgegeben würden, könnten Menschen in den Häusern getroffen werden. (sku, mt, dpa)
