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„Habt Respekt“ E-Scooter aus dem Rhein in Köln geborgen – Initiator mit wichtiger Ansage

E-Scooter Bergung von K.R.A.K.E & PSM am linksseitigen Rheinufer unter der Hohenzollernbrücke.

Am Dienstag (12. Oktober 2021) wurden auf Höhe der Hohenzollernbrücke einige E-Scooter und Fahrräder aus dem Rhein geborgen. Christian Stock, erster Vorsitzender des KRAKE e.V., war dafür selbst im Fluss unterwegs.

Bei einer weiteren Bergungsaktion an der Hohenzollernbrücke wurden einige E-Scooter und Fahrräder aus dem Rhein gezogen. Ein Organisator der Aktion wendete sich danach direkt an die Roller-Werfer.

Köln. Der Rhein ist sauberer – zumindest ein wenig. Bei einer weiteren Bergungsaktion von E-Scootern und Fahrrädern am Dienstag (12. Oktober 2021) auf Höhe der Hohenzollernbrücke wurden erneut einige Miet-Roller aus dem Fluss gefischt.

Die Aktion war die erste Zusammenarbeit der E-Scooter-Verleihanbieter-Plattform Shared Mobility (PSM) und der Kölner-Rhein-Aufräum-Kommando-Einheit (KRAKE e.V.). Zuvor hatten beide Organisationen die Bergungsaktionen unabhängig voneinander durchgeführt.

Köln: E-Scooter-Bergung – „irgendwer muss es ja machen“

Christian Stock, erster Vorsitzender der KRAKE, stürzte sich dafür persönlich in den Rhein, um die Leichen der E-Scooter und Fahrräder zu bergen – natürlich gesichert, denn der Fluss hat auch an Ufernähe starke Strömungen.

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Nach seiner zweistündigen Aufräumaktion sagte Stock: „Irgendwer muss es ja machen, sonst würden die Roller weiter im Rhein liegen, da sich niemand darum kümmert. Es ist aber wirklich anstrengend und der Rhein ist eiskalt.“

Mindestens neun Scooter und vier Fahrräder bugsierten Stock und seine Helfer am Dienstag aus dem Rhein. Eine Mission, die ihm auch als erfahrenen Taucher einiges abverlangt: „Man kann so gut wie nichts erkennen. Ich bekomme von oben Anweisungen und bewege mich dann exakt zu der angegebenen Stelle. Die Roller und Fahrräder kann ich dabei nur durch Tasten verorten.“

Vier Fahrräder und neun E-Scooter wurden bei einer Bergungsaktion des KRAKE e.V. und PMS aus dem Rhein geborgen.

Der Ausbeute nach anderthalb Stunden: Vier Fahrräder und neun E-Scooter wurden aus dem Rhein geborgen.

Die geborgenen Zweiräder werden dann von Stock an einem Seil angebracht und von einigen Helfern die Ufermauern hochgezogen.

Taucher Christian Stock nach der Bergung von E-Scootern aus dem Rhein.

Christian Stock vom KRAKE e.V. engagiert sich für die Bergung der E-Scooter aus dem Rhein.

Es ist eine Arbeit, bei der sich der Initiator des „Rhine-Clean-Up-Day“, eine Müllsammel-Aktion entlang des Rheins, voll und ganz auf seine Kollegen verlassen muss: „Ich bin ja nicht lebensmüde. Die anderen sichern mich und ich folge dann ihren Anweisungen innerhalb des Wassers.“

E-Scooter-Bergung in Köln: Initiator mit klarer Ansage

E-Scooter und Fahrräder im Rhein in Köln – ein Phänomen, das in den vergangenen Monaten verstärkte Aufmerksamkeit bekommen hat. Eine Schätzung, wie viele der Fortbewegungsmittel im Fluss liegen, ist schwer zu beziffern. Caspar Spinnen, Sprecher von Voi Technology, eines der größten E-Scooter Start-Ups in Deutschland, sagte dazu vor Ort zu EXPRESS.de: „Wir gehen von insgesamt 100 Rollern im Rhein aus, allerdings gibt es dabei verschiedene Zahlen und Schätzungen.“

E-Scooter Bergung von K.R.A.K.E & PSM am linksseitigen Rheinufer unter der Hohenzollernbrücke.

Ein geborgener E-Scooter aus dem Rhein wird von Helfern die Ufermauer hochgezogen.

Allerdings sei es wichtig, die Bergungsaktionen zu unterstützen: „Wir hatten zuvor manchmal konträre Ansichten mit Christian Stock und der KRAKE, allerdings geht es uns allen darum, den Boden des Rheins wieder ein Stück weit sauberer zu machen. Das vereint uns – und deshalb ist es auch so wichtig, dass wir heute das erste Mal zusammen ein derart große Bergungsaktion gestartet haben.“

Für die Personen, die die Zweiräder in den Rhein werfen, hat Spinnen überhaupt kein Verständnis. „Ich kann nicht verstehen, wie diese Menschen so wenig an ihre eigene Stadt denken können, in der sie sonst so gerne leben. Die Leute sind dann abends unterwegs, haben eine gute Zeit und werden vermutlich übermütig. Diese gute Zeit haben sie aber nur, weil sie in einer schönen Stadt, mit einem schönen Gewässer und einer schönen Umwelt leben – dem sollten sich diese Personen endlich mal bewusst werden.“

Zum Schluss des Gesprächs wendet sich Caspar Spinnen dann noch einmal direkt an die Verursacher – und redet ihnen ins Gewissen: „Habt einfach mehr Respekt vor eurer Stadt und habt nicht Spaß auf Kosten eurer Stadt. Lasst es einfach, die Scooter in den Rhein zu werfen.“ Eine Ansage, die man so unterschreiben kann.

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