Der Dombauverein wächst rasant: Fast 10.000 Menschen sind seit März neu beigetreten.
Großer ZulaufDomeintritt löst Ansturm aus – Tausende wollen Mitglieder werden

Copyright: Oliver Berg/dpa
Der Kölner Dom ist vor blauem Himmel zu sehen.
Aktualisiert:
Der Zentral-Dombauverein erlebt einen Mitgliederboom. Seit im März bekannt wurde, dass Besucher für den Kölner Dom künftig zahlen müssen, haben sich nach Angaben des Vereins knapp 10.000 Menschen neu angemeldet.
Das ist ein deutlicher Sprung. Zuvor verzeichnete der Verein nach eigenen Angaben lediglich rund 100 Beitritte im Monat. Besonders groß war der Andrang kurz vor der Einführung der Gebühr: Allein im Juni gingen rund 4500 Beitrittsgesuche ein. Im Juli kamen weitere 2500 hinzu. Insgesamt zählt der Dombauverein inzwischen etwa 27.000 Mitglieder.
20 Euro Mindestbeitrag – freier Eintritt in den Kölner Dom
Grund für den Zulauf ist die besondere Regelung für Vereinsmitglieder: Sie müssen für den Besuch des Doms weiterhin nichts bezahlen. Seit 1. Juli gilt dort eine Eintrittsgebühr von 12, ermäßigt 6 Euro. Der jährliche Mindestbeitrag im Verein liegt bei 20 Euro – Mitglieder sind allerdings gebeten, freiwillig mehr beizusteuern.
Damit kann sich die Mitgliedschaft für Menschen, die den Dom häufiger besuchen wollen, schnell rechnen. Zugleich unterstützen sie mit ihrem Beitrag den Dombauverein. Der Verein hatte vor der Einführung der Eintrittsgebühr deutlich weniger Zulauf.
Dom-Einnahmen steigen und decken in einem Monat Hälfte der Kosten
Parallel dazu bringen die Eintrittsgelder selbst zusätzliches Geld in die Kasse. Nach Angaben des Kölner Doms deckten sie im ersten Monat rund die Hälfte der laufenden Betriebskosten. Für Betrieb und Erhalt müssen demnach täglich etwa 44.000 Euro aufgebracht werden.
Für das laufende Jahr rechnet das Domkapitel mit Ausgaben von rund 16 Millionen Euro. Ohne die neuen Eintrittseinnahmen würden davon rund vier Millionen Euro fehlen.
Eine umfassende Bilanz der neuen Regelung will das Domkapitel Anfang 2027 ziehen. Beim Dombauverein ist die erste Bilanz dagegen schon deutlich: Der Streit um den Eintritt hat dem Verein Tausende neue Mitglieder beschert. (dpa/sbo)
