Kölner Wald besetztPlattform auf Bäume gezogen – Polizei entdeckt Protestcamp

Polizisten stehen in einem Waldstück und sprechen mit Menschen.

Nach der Besetzung des Gremberger Wäldchens am Freitag (14. Juni 2024) ist die Kölner Polizei angerückt.

In Köln haben Aktivistinnen und Aktivisten Teile eines Waldstücks besetzt, das für den Ausbau der Autobahn A4 weichen soll.

von Adnan Akyüz (aa)

Aktivistinnen und Aktivisten haben am Freitag (14. Juni) Teile des Gremberger Wäldchens in Köln besetzt. Damit protestieren sie gegen den geplanten Autobahnausbau im Kölner Süden.

Wird das ein neues Hambi bleibt? Jetzt heißt es nämlich Grembi bleibt. Nach den vielen Aktionen für den Hambacher Forst oder gegen Tesla, setzen sich die rund 30 Aktivistinnen und Aktivisten nun für den Erhalt des Gremberger Wäldchens ein.

Köln: Gremberger Wäldchen soll für Autobauausbau gerodet werden

Laut einer Mitteilung der Initiave, die sich in sozialen Medien „disrupt__now“ nennt, sind am Freitag Plattformen auf mehrere Bäume gezogen worden. Wie ein Aktivist gegenüber EXPRESS.de erklärte, befinden sich mehrere Personen auf bisher drei Bäumen.

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Kurz darauf ist auch schon die Kölner Polizei mit mehreren Einsatzkräften eingetroffen. Die Einsatzkräfte haben die Aktivistinnen und Aktivisten und deren aufgebaute Zelte angetroffen. In der Nacht wurde offenbar ein Protestcamp errichtet.

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Die Waldbesetzung sei eine von vielen Initiativen vor Ort, „die den Ausbau der A4 von sechs auf acht Spuren verhindern will und stattdessen eine grundlegende Verkehrswende fordert“, heißt es weiter.

Die Besetzung richte sich gegen die Zementierung der aktuellen Verkehrspolitik inmitten der globalen Klimakrise. Alisa, die eine der Plattformen besetzt hält, sagt dazu: „Die CO2-Emissionen im Verkehrssektor steigen immer weiter an. In Brasilien und in Süddeutschland gibt es aktuell massive Überschwemmungen. Wie kann es sein, dass trotzdem weiter Autobahnen ausgebaut werden sollen?“.

Das Gremberger Wäldchen, zwischen Gremberg, Vingst und Poll gelegen, soll in Teilen für einen achtspurigen Ausbau der Autobahn A4 gerodet werden. Dagegen hatte sich auch die Initiative „Gremberger Wäldchen bleibt“ formiert. Nun gibt es weitere Aktivistinnen und Aktivisten, die den Ausbau verhindern wollen. Auch das Bündnis „Wald statt Asphalt“ setzt sich dafür ein.

Im Rahmen der Planungen der Autobahn GmbH des Bundes soll auch die Rodenkirchener Brücke abgerissen und breiter neu gebaut werden. Laut der Initiative müssten dafür dann auch Wohngebiete und Kleingarten-Anlagen weichen.

Ebenfalls vom Ausbau der Autobahn A4 betroffen wäre laut der Initiative der Gedenkort zum ehemaligen „Krankensammellager“, einem Barackenlager, in dem von 1942 bis 1945 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter gefangen gehalten und viele von den Nazis ermordet wurden.

Die Autobahn GmbH hingegen sieht den Ausbau als dringend notwendig an. Für das Projekt hat die Behörde eine eigene Internetseite erstellt.

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Da heißt es etwa, dass die sechs Spuren der A4 zwischen dem Autobahnkreuz Köln-Süd und dem Autobahnkreuz Köln-Gremberg dem gegenwärtigen Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen sind.

Am Samstag (15. Juni) soll im Gremberger Wäldchen ein Waldfest stattfinden, mit kulturellen und umweltpolitischen Programm.