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Keine Sekunde gezögertMatthias und Marleen: Die Kölner Lebensretter von der A3

Der Kölner Kriminaloberkommissar Matthias S. (35) und Kriminaloberkommissarin Marleen N. (36) wurden zu Lebensrettern. Das Foto zeigt sie am Schreibtisch.

Copyright: Polizei Köln

Der Kölner Kriminaloberkommissar Matthias S. (35) und Kriminaloberkommissarin Marleen N. (36) wurden zu Lebensrettern.

Aktualisiert:

Das beherzte Eingreifen zweier Ermittler rettete einem Mann das Leben.

Sie sind echte Helden! Matthias und Marleen sind die Kölner Lebensretter von der A3. Als es um alles ging, haben sie sofort gehandelt. 

Rückblick: Es ist der 27. April 2026. Der Kölner Kriminaloberkommissar (KOK) Matthias S. (35) und Kriminaloberkommissarin Marleen N. (36) sind auf der A 3 unterwegs. In Höhe der Anschlussstelle Mülheim werden Sie Zeugen eines Verkehrsunfalls – und zögern keine Sekunde.

Durch ihr beherztes Eingreifen wird einem 70 Jahre alten Mann das Leben gerettet. Ein Einsatz, der auch bei erfahrenen Polizisten Spuren hinterlässt.

Lebensretter bescheiden: „Wir waren nur ein Teil der Rettungskette“

Im Gespräch mit EXPRESS.de geben sich die beiden Lebensretter bescheiden. „Wir waren nur ein Teil der Rettungskette“, sagt Matthias S. und berichtet, dass erste Zeugen und Zeuginnen vor Ort das Opfer bereits abgeschnallt hatten, als die beiden Kommissare zur Rettung eilten und mit der Reanimation des 70-Jährigen begannen.

Am Unfallort habe die Zusammenarbeit mit weiteren Helfern und Helferinnen sehr gut funktioniert. So habe ein Lkw-Fahrer angehalten und mit seinem Laster eine „Sicherheitszone“ ermöglicht. Zudem hätten beide Hilfe bei der Reanimation bekommen, unter anderem durch einen Mann mit intensivmedizinischer Erfahrung.

Der 35-jährige KOK hatte das aufwühlende Ereignis ebenso wie seine Kollegin reflektiert. „So ein Einsatz ist nie Routine, da fragt man sich natürlich, ob man alles richtig gemacht hat“, sagt er. Um mit solchen Zweifeln und Situationen klarzukommen, hilft es beiden, darüber zu reden. Miteinander, sowie im privaten und beruflichen Umfeld. Schon am Einsatzort haben sich beide intensiv ausgetauscht.

Für Marleen N. war es die erste Reanimation. „Ich habe mit meinem Mann darüber geredet, auch weil ich keine Erfahrung mit so einer Situation hatte“, berichtet die Kriminaloberkommissarin. Ihr Mann, ein Arzt, habe ihr die Zweifel nehmen können.

„Wir haben nur geholfen“

Auch Matthias S. beschäftigte das Erlebnis. „Für mich war es die dritte Reanimation im Dienst“, erzählt der 35-Jährige, der vorher im Rettungsdienst Erfahrung sammeln konnte. Doch diese Reflexion gehöre dazu, denn Routine sei so ein Einsatz nie. Es helfe natürlich, in regelmäßigen Abständen zu üben, um Abläufe und Handgriffe zu verinnerlichen, erklärt S.

Um das Erlebte verarbeiten zu können, steht den Beamtinnen und Beamten natürlich auch ein geschultes Team zur Seite. Direkt nach dem Einsatz habe sich eine Kollegin vom Opferschutz gemeldet, ist Matthias S. dankbar für ihre Unterstützung. „Wenn ich das Gefühl habe, ich müsse darüber reden, mache ich das“, erklärt der KOK.

Im Falle des Seniors habe natürlich auch die Nachricht geholfen, dass sein Zustand wieder stabil sei. „Wir waren froh zu hören, dass es ihm besser geht.“ Kontakt zu dem Mann gäbe es allerdings nicht. 

Für die beiden KOK stand im Anschluss übrigens „Dienst nach Vorschrift“ an. „Es hört sich komisch an, aber nach dem Unfall haben wir gewartet, bis sich der Stau aufgelöst hat, und sind dann ganz normal zur Dienststelle zurückgefahren“, sagte Marleen N., auch wenn es die Möglichkeit gegeben hätte, den Dienst vorzeitig zu beenden. Doch das war für den Kriminaloberkommissar und die Kriminaloberkommissarin an diesem besonderen Tag kein Thema.

Bescheiden, wie sie das Gespräch begonnen haben, beenden beide es auch. „Wir haben nur geholfen“, sagen sie und widmen sich wieder ihrer eigentlichen Arbeit als Ermittler. 

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