Zwei ausverkaufte Abende in der Lanxess-Arena, 29.000 Fans, ein neues Album: Im ARD-Morgenmagazin blicken Kasalla auf ihr Jubiläumswochenende zurück.
Klartext im „Morgenmagazin“Kölner Band in ARD: „Das hilft wirklich niemandem“

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Kasalla-Sänger Bastian Campmann (ganz links) und Gitarrist Flo Peil (rechts daneben) sind zu Gast im ARD-„Morgenmagazin“, um mit dem Moderatoren-Duo Susan Link und Till Nassif über ihr 15-jähriges Bühnenjubiläum zu sprechen.
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Am Wochenende haben sie mit zwei ausverkauften Konzerten in der Köln Lanxess-Arena alles gegeben. Insgesamt 29.000 Fans feierten mit. Am Dienstagmorgen (20. Oktober) sitzen Sänger Bastian Campmann und Gitarrist Flo Peil von Kasalla schon wieder im Studio des ARD‑Morgenmagazins. Und blicken zurück auf ein verrücktes Wochenende und noch verrücktere 15 Jahre.
Moderatorin Susan Link schaut die beiden an und stellt fest: „Ihr seht doch noch ganz gut aus nach der ganzen Partymacherei.“ Campmann lacht. „Wir verarbeiten das alles immer noch, aber körperlich sind wir wiederhergestellt. Gestern wäre schwieriger gewesen.“
„Jetzt haben wir erstmal eine Hürde geschafft“
Peil gibt zu: Solche Konzerte kosten viel Energie, „aber man bekommt auch viel Energie zurück. Am Ende ist es sehr überwältigend.“ Es seien nicht nur die Konzerte gewesen, sondern auch die sehr intensive Vorbereitung über Monate und die Produktion des neuen Albums. „Es war eine Menge los. Jetzt haben wir erstmal eine Hürde geschafft, so fühlt es sich an.“

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Kasalla im Kölner Tanzbrunnen, beim 50. Konzert der Bläck Föös Ende August. (Archivbild)
Zwei ausverkaufte Shows in der Lanxess-Arena, für Kasalla war das eine Rückkehr: Schon ihren fünften Geburtstag hatten sie 2016 mit zwei ausverkauften Konzerten an genau diesem Ort gefeiert, damals zum fünften Geburtstag.
Vom Opa bis zum Enkel: Alle feiern mit Kasalla
Groß geworden im Karneval, hat die Band längst ganz Deutschland erobert. Link will wissen: Wie funktioniert das, mit kölschen Liedern auch in Österreich und der Schweiz Erfolg zu haben? Campmann: „Wenn man das wüsste. Wir machen das, was wir lieben und worauf wir Bock haben. Man kann ja nie beeinflussen, wie Menschen das aufnehmen. Das ist einfach ein großes Geschenk, wir sind sehr dankbar.“
Das zeige sich auch in den Konzerten: „Wir sehen das auch auf der Bühne, dass der Opa mit dem Enkel da steht.“ Campmann schmunzelt: „Erklären kann man das aber nicht.“ Bis 2027 sind Kasalla auf Tour.
Alles begann in der Küche
Moderator Till Nassif erinnert an die große Tradition des Kölsch-Pop, an Bands wie Brings oder BAP. Dann geht es um den Moment, in dem alles anfing: eine Party in Peils Küche. Dort sagte Günther „Bömmel“ Lückerath von den Bläck Fööss damals: „Hör mal, es gibt so wenig Nachwuchs in Köln. Macht das doch mal.“
Peil sprach daraufhin mit Campmann über die Idee. „Hör mal, der Bömmel meinte, wir sollen das jetzt selber machen. Und Basti meinte dann: ,Wenn du das machst, dann machen wir das zusammen'“, erinnert sich der Gitarrist. Kasalla war geboren. Campmann: „Wenn uns damals einer gesagt hätte, wir dürfen in 15 Jahren in einem Stadion spielen, dann hätten wir den Arzt angerufen.“
„Weniger mit dem Zeigefinger“
Ist das Thema Haltung in den letzten Jahren für Bands wichtiger geworden, will Link wissen. Campmann: „Ich denke schon. Und wir wollen das auch weiter zeigen. Aber weniger mit dem Zeigefinger, sondern wir wollen mehr auf das Verbindende verweisen, weil es hilft wirklich niemandem, wenn man seine politische oder gesellschaftliche Haltung ins Gesicht schreit. Ich glaube, jeder weiß, wo wir stehen, aber jetzt kommt es mehr aufs Verbinden an.“
Auf ihrem neuen Album verbinden Kasalla Gefühl und Karneval. „Trone & Konfetti“ heißt es, auf Hochdeutsch: Tränen und Konfetti. Ist das die Philosophie der Band? Peil: „Das Leben ist eben nicht nur Konfetti, es gibt auch die traurigen Momente. Es gibt natürlich auch Freudentränen. Aber man versucht eben auch, das festzuhalten, was einen privat bewegt.“
Ein Lied für einen verstorbenen Freund
Wie persönlich das wird, zeigt ein Lied auf der Platte: „Ne Jode“ ist einem verstorbenen Freund gewidmet. Das sechste Studioalbum erschien am 16. Oktober, also genau am Abend des ersten Konzerts in der Arena. Mit 18 Liedern ist es das längste Studioalbum in der Geschichte der Band.
Für Susan Link steht am Ende fest: Das Konfetti in Köln ist jedenfalls schon mal verschossen. Später am Morgen spielten Kasalla dann noch live auf der ARD-Bühne. (mg)

