Im Theater am Tanzbrunnen wurde die ZDF-Sitzung für Weiberfastnacht aufgezeichnet. Bei „Kölle alaaf“ gab es eine besondere Überraschung für Ingrid Kühne, die nach der Session im Karneval aufhört.
Überraschung zum AbschiedIngrid Kühne kämpft bei ZDF-Sitzung mit Tränen

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Ingrid Kühne kämpfte am Mittwochabend (14. Januar 2026) nach ihrem Auftritt bei der ZDF-Mädchensitzung mit den Tränen. Es war ihr letzter Auftritt bei diesem Karnevalsformat.
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Dass in der fünften Jahreszeit in Köln die Uhren anders ticken, ist hinlänglich bekannt. Wenn es jedoch um die Aufzeichnungen der Karnevals-Fernsehsitzungen geht, dann steht wirklich alles auf dem Kopf.
Am Mittwochabend (14. Januar 2026) war bereits Weiberfastnacht – zumindest im Theater am Tanzbrunnen. 600 bunt kostümierte Frauen waren Gast einer tollen Mädchensitzung, die am 11. Februar ab 20.15 Uhr im ZDF zu sehen sein wird.
„Kölle alaaf“: Aufzeichnung der ZDF-Sitzung für Weiberfastnacht
Aus einem über sechsstündigen Programm wird der Mainzer Sender dann einen 90-minütigen Zusammenschnitt unter dem Motto „Kölle alaaf“ zeigen. Viele Höhepunkte werden deshalb gar nicht erst über den Bildschirm flimmern.
Besonders emotional wurde es am Mittwoch nach dem Auftritt von Ingrid Kühne. Die Rednerin befindet sich auf ihrer Abschiedstour durch den Karneval und wird nach dieser Session nicht mehr in der Bütt zu erleben sein.
Das Publikum feierte die 57-Jährige noch einmal frenetisch. Ihre Erzählungen über die Vergesslichkeit im Alter sorgten für Jubelstürme. „Wir werden dich und deine Frauen-Power vermissen“, sagte Moderatorin Tanja Wolters zur Verabschiedung. Doch in dem Moment kämpfte sich Christoph Kuckelkorn zur Bühne.
„2013 ist bei der Kajuja ein Stern am Fastelovends-Himmel aufgegangen“, sagte der Festkomitee-Präsident. „Heute ist sie hier zum zehnten Mal in Folge. Eigentlich wären elf Auftritte ja eine schöne Zahl gewesen. Aber dann hast du im April vorgelegt mit deiner Abschiedsankündigung und dann habe ich mir gedacht: ‚Das macht auch keinen Sinn mehr ohne dich‘. Deshalb gehen wir zusammen.“

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Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn (l.) überraschte Ingrid Kühne, indem er sie in das Goldene Buch des Kölner Karnevals schreiben ließ.
Kuckelkorn, der sich selbst gerade auf Abschiedstour befindet, erinnerte an das soziale Engagement der Rednerin. „Ingrid ist eine Frau mit einem großen Herzen. Sie hat 2022 eine Stiftung gegründet, in der schon über 300.000 Euro gesammelt wurden, um das Geld ganz unkompliziert an benachteiligte Menschen zu geben.“
Als Abschiedsgeschenk durfte sich die Rednerin in das Goldene Buch des Festkomitees eintragen. Neben Päpsten, Bundespräsidenten, Kanzlern, Dreigestirnen und Künstlern steht nun auch Ingrid Kühne darin. „Bleibt dem Karneval treu, das ist ganz wichtig. Wenigstens ihr“, sagte die Geehrte, schwer gerührt und mit Tränen in den Augen.

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Scharmöör trat im Aufwärmprogramm auf. Das Festkomitee fördert so bei den TV-Sitzungen die Newcomer.
Zum Auftakt in den Abend hatte das Literarische Komitee wieder zwei Nachwuchs-Acts eine Bühne gegeben. Sänger KEV („Alaaf ju“) und die Band Scharmöör („Die Letzte“) brachten den jecken Saal auf Temperatur, ehe die Prinzen-Garde aufmarschierte.
Tanja Wolters führte wieder souverän wie im Vorjahr durch die Sitzung. „Das, was wir für Kölle tun, tut auch allen anderen gut. Wenn wir unsere Heimat in Schuss halten, können wir zuversichtlich in die Zukunft schauen“, sagte sie anlässlich des Sessionsmottos „Mer dun et för Kölle“.

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Sitzungspräsidentin Tanja Wolters (M.) mit dem Elferrat, den Tanzmariechen aus Traditionskorps und mehreren dem Festkomitee angeschlossenen Tanzgruppen bildeten.
Willi und Ernst eröffneten den Reigen der Redner. „Für Sie scheint selbst im Winter die Sonne. Vor Ihnen stehen zwei Singles. Sprechen Sie uns ruhig an. Wir können noch im Februar die Lohnsteuerklasse wechseln“, freuten sich die „Rentner aus Leidenschaft“ beim Blick in den Saal. „Wenn die ganzen Bekloppten da draußen wüssten, dass hier drinnen das Paradies ist, wäre die Welt schon etwas besser.“
Die Luftflotte, Achnes Kasulke und Dä Tuppes vum Land (Jörg Runge) folgten, ehe Brings passend zum 35. Jubiläum einen starken Auftritt hinlegte. „Wo sind hier die kölsche Mädche?“, wollte Frontmann Peter Brings wie immer wissen. Er sparte auch nicht mit kritischen Worten. „Wir schauen derzeit lieber keine Nachrichten mehr. Ich will nichts mehr von dem komischen Karottengesicht in Amerika hören.“

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Peter Brings gab auf der Bühne alles – sowohl beim Auftritt als auch mit deutlichen Worten.
Zu dieser Einstellung passt der neue Sessionshit „Lääv di Lääve“. Für Gänsehaut sorgte die ruhige Schunkelversion von „Kölsche Jung“. „Die Demokratie ist gerade in Gefahr. Dabei brauchen wir sie doch. Wir wollen doch in Frieden leben“, sagte der Frontmann ergriffen.
Volle Energie brachte die StattGarde Colonia Ahoj auf die Bühne. Ex-Bauer Michael ist nun wieder in der Bordkapelle in seinem Element und verausgabte sich bei „En d'r Kayjass Nummer Null“ an den Becken. Die Tanzgruppe, die schärfsten Schenkel Kölns, lässt in dieser Session die „Rakete“ und „Major Tom“ starten.

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Mitten im Auftritt verließ „Prinz Dancing“ Niklas I. die Bühne, um mit seiner Freundin Katrin mitten im Saal zu tanzen.
Als das Kölner Dreigestirn auf die Bühne kam, hielt es Prinz Niklas I. auf der Bühne nicht mehr aus. Er stürmte zu seiner Freundin Katrin ins Publikum, legte ein Tänzchen hin und gab ihr einige Küsse.

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Die Höhner waren bei der ZDF-Sitzung ebenfalls mit von der Partie.
Zudem blickte er schon auf „ein paar Wochen“ Session zurück, auch wenn er erst fünf Tage im Amt ist. „Der Fastelovend ist einfach schön. Egal, ob in kleinen oder großen Sälen, ob in Altenheimen und Kindergärten oder im Krankenhaus. Es ist schön zu sehen, wenn man mit einer 99-Jährigen im Arm schunkeln kann. Es ist einfach schön, wenn man so Freude schenken kann.“
Die Höhner, Marc Metzger und Cat Ballou rundeten das jecke Programm ab, bei dem die ZDF-Macher nun die Qual der Wahl beim Zusammenschnitt haben werden.
