Die Kölner Newcomer-Band Favorit absolviert in dieser Session rund 40 Auftritte. Mit ihrem Debütalbum träumen die Musiker davon, richtig Fuß in der kölschen Szene zu fassen.
Newcomer-Band FavoritKölsch-TÜV schützt vor Fehlern im Karneval

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Die Newcomer-Band Favorit will im Kölner Karneval Fuß fassen: Schlagzeuger David Koska-Kuchejda, Gitarrist Dennis Wurm und Sänger Fabian Pezl (v.l.).
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Die kölsche Musiklandschaft ist äußerst vielfältig. Immer wieder schaffen neue Bands den Sprung auf die jecken Bühnen der Stadt. Mit Favorit macht eine junge Kölsch-Pop-Band auf sich aufmerksam.
Passend zur Session hat das Trio das Debütalbum „11 joode Jründ“ veröffentlicht. Darauf sind Songs im modernen Sound mit traditionellen Elementen zu hören. Entscheidendes Merkmal: Gesungen wird ausschließlich op Kölsch.
Favorit: Debütalbum „11 joode Jründ“ ist auf dem Markt
Los ging die Bandgeschichte im Mai 2023. Der Kölner Schlagzeuger David Koska-Kuchejda, der bis dahin Indie-Pop- und Techno-Musik gemacht hatte, kam bei einem Festival in Frankreich mit Sänger und Gitarrist Fabian Pezl aus Leverkusen-Schlebusch ins Gespräch. Der hatte zwei Jahre zuvor den Nachwuchs-Wettbewerb „Euer Song für Köln“ mit dem Titel „Aanjekumme“ gewonnen.
„Wir haben schnell gemerkt, dass wir ähnliche musikalische Interessen haben“, sagt Fabian im EXPRESS.de-Gespräch. „Uns war aber auch klar, dass es zu zweit schwierig ist, eine Band zu gründen.“ David wiederum lernte den Sauerländer Produzenten Dennis Wurm, der hauptsächlich Rock-Pop und Alternative Rock gespielt hatte, über eine Kleinanzeige kennen, als der einen Proberaum suchte.
Das Trio nahm die ersten Songs auf und wagte am 11.11. den Sprung ins jecke Getümmel. „Wir sind mit einem Siebensitzer durch Köln gefahren, haben die Anlage hineingepackt und haben sechs Auftritte in Brauhäusern und Kneipen gespielt. Selbst auf der Fensterbank haben wir dabei gehockt“, erinnert sich David.
Um den breiten Sound mit nur drei Personen hinzubekommen, wechseln die Musiker oft zwischen den Instrumenten. Dann geht’s von der Gitarre zum Klavier oder an die Bongos im fliegenden Wechsel. Als Vorbild für Favorit dient die Erfolgsgruppe Cat Ballou. „Mit denen bin ich gewissermaßen aufgewachsen“, sagt Fabian. „Die haben bei uns immer beim Feuerwehrfest gespielt und ich liebe ihren Sound.“

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Die Newcomer-Band Favorit um Dennis Wurm (l.) und Fabian Pezl bei einem ihrer Sessionsauftritte.
Dennis fragte anfangs bei Pierre von Planschemalöör und bei Lukas von Zesamm‘ nach ein paar Tipps. „Es gibt zwar wahnsinnig viele tolle kölsche Bands auf professionellem Niveau und dadurch viel Konkurrenz. Aber der Zusammenhalt ist super. Man tauscht nicht nur Musiker aus, wenn mal einer krank wird. Das ganze Miteinander ist sehr wohlwollend“, sagt Dennis.
Die größte Herausforderung beim Schreiben der Songs ist das richtige Kölsch. „Wir haben schon das eine oder andere Mal einen draufbekommen, wenn wir die Texte vorgelegt haben“, sagt Fabian. „Deshalb haben wir einige TÜVs, die die Texte auf korrektes Kölsch überprüfen. Manchmal zerstört das dann zwar einen Reim, aber wir wollen der Sprache treubleiben.“

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Zwischendurch geht es für Fabian Pezl auch mal an die Bongos.
In dieser Session hat Favorit schon 40 Auftritte im Kalender stehen. „Nie jedaach“, „Dress ejal“, „Danze jonn“, „Aanjekumme“, „Ich find’ dich joot“, „Et kütt wie et kütt“ und „Bütz mich“ heißen die Songs. Frontmann Fabian ist noch als Referendar im Schuldienst. Für ihn geht es oft aus dem Klassenraum in den ersten Saal. David hat rechtzeitig zur Session sein Medizinstudium abgeschlossen.
Natürlich träumen auch die drei Musiker nach den ersten Schritten im Karneval von mehr. Gloria, E-Werk – das wären tolle Locations für eigene Konzerte. Dabei soll ihnen Horst Müller mit seiner Agentur Go helfen. „Ich habe selten eine so bescheidene und engagierte Gruppe erlebt“, sagt er zu EXPRESS.de. „Der Musikmarkt ist hart umkämpft. Aber die drei gehen einen Weg, wie wir ihn noch bei keiner Band erlebt haben. Wir glauben fest daran, dass sie es packen.“

