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Er denkt trotzdem nicht an PensionKölner Urgestein mit kritischen Worten zum Karneval

Micky Brühl steht beim Auftritt auf der Bühne.

Copyright: Daniela Decker

Micky Brühl wird in diesem Jahr 65 Jahre alt. Dennoch hat der Ex-Frontmann der Paveier noch immer viel Lust an neuen Liedern. Das hat er in seiner aktuellen Single verdeutlicht.

Aktualisiert

Ex-Paveier-Frontmann Micky Brühl feiert im Juli seinen 65. Geburtstag. Dass der Musiker aber immer noch gerne auf der Bühne steht, besingt er in seinem neuen Song „Lang nit in Pension“.

Er ist ein absolutes Urgestein der kölschen Musikszene. Micky Brühl (64) steht schon seit über 50 Jahren auf der Bühne.

Mit 12 Jahren saß er bereits am Schlagzeug und hat Tanzmusik gemacht. Ab 1983 ging es für ihn dann in den Karneval mit der Gründung der Paveier, deren Frontsänger er 29 Jahre lang war.

Micky Brühl und Erry Stoklosa: Zwei Konzerte in der Stadthalle Köln

Seit vielen Jahren tritt Brühl als Solosänger auf und produziert für zahlreiche andere Künstlerinnen und Künstler Songs. Am 17. März und 13. April 2026 steht Brühl wieder gemeinsam mit seinem Freund Erry Stoklosa unter dem Titel „Legenden im Wohnzimmer“ im Keller der Stadthalle Köln auf der Bühne.

Frisch auf dem Markt ist jetzt sein neuer Titel, der einen Blick auf die eigene Karriere wirft. „Lang nit in Pension“ ist ein Song über Leidenschaft, Bühnenfieber und die Lust, immer weiterzumachen. Denn solange das Herz im Takt schlägt und das Publikum mitsingt, will der Musiker noch nichts von der Rente wissen, wie er EXPRESS.de sagte.

Gab es einen besonderen Moment, einen Auslöser für den Song?

Micky Brühl: Ich habe nach Karneval keinen Urlaub gemacht, weil wir direkt nach Aschermittwoch einen Auftritt in Spanien hatten. Zurück zu Hause hatte ich mit Erry Stoklosa Lust auf Kreativität. Ich dachte mir, ich mache jetzt einfach mal eine Ego-Nummer im schönen alten Rock-’n’-Roll-Gewand, einfach so zum Spaß. Vielleicht haben die Leute Spaß daran, ich habe ihn auf jeden Fall.

Im Lied heißt es, dass auch mal etwas in der Karriere daneben ging. Was ist da gemeint?

Micky Brühl: So wie bei allen Menschen läuft nicht immer alles rund, wie man es sich gewünscht hat. Da könnte man sicher viel aufzählen nach so vielen Jahren: Songs, die nicht funktioniert haben, Trennungen, Scheidung. Kennt jeder, hat jeder erlebt, oder?

Eine Zeile lautet: „Ist die Zeit auch nicht mehr, wie sie früher war.“ Was hat sich zum Negativen oder auch zum Positiven verändert?

Micky Brühl: Dazu müsste ich einen Aufsatz mit 100 Seiten schreiben. Der Karneval ist anders geworden, lauter und schnelllebiger. Traditionen und Brauchtum haben etwas gelitten. Radio- und Fernsehsender helfen nicht mehr wirklich, wenn man neue Songs präsentieren möchte. Sitzungsprogramme sind oft zu gleich. Das Publikum hört nicht mehr so gut zu wie früher, was besonders den Rednern das Leben schwer macht. Bei Liedern ist es ebenso. Da gilt das Motto: Möglichst wenig Text und Inhalt und schnell auf die Zwölf. Es wird stellenweise auch Kölsch gesungen, bei dem sich ein Hans Knipp sicher im Grab umdrehen würde. Aber das ist schon alles eine lange Diskussion und auch hypothetisch. Am Ende entscheidet ohnehin immer das Publikum.

Das Cover des neuen Micky-Brühl-Songs.

Copyright: Micky Brühl

Viele Jahre sind ins Land gegangen, Micky Brühl hat aber immer noch Lust auf die Musik. Das Cover des neuen Songs zeigt den Sänger im Wandel der Jahre.

Was motiviert einen dann, auch wenn es schwieriger geworden ist, die Leute zu begeistern?

Micky Brühl: Es laufen in Köln und Umgebung nicht nur Menschen herum, die 15 bis 25 Jahre alt sind. Da gibt es auch noch viele in meinem Alter, die mit unseren Songs groß und alt geworden sind. Die freuen sich sehr auf die Lieder jener Zeit. Solange die Menschen das hören wollen und die Gesundheit mitmacht, macht mir das sehr viel Spaß und Freude. Gelegentlich spiele ich auch mal eine neue Nummer dazwischen und alle sind happy.

Micky Brühl singt zusammen mit Erry Stoklosa.

Copyright: Daniela Decker

Micky Brühl und sein Freund Erry Stoklosa (l.). Zusammen geben die beiden kölschen Urgesteine weiter viele Konzerte.

Wie lange soll es noch weitergehen?

Micky Brühl: Ich werde zwar im Juli 65 Jahre, habe aber noch keine Lust auf Pension, wie ich nun auch singe. Die Konzerte mit Erry Stoklosa machen viel Spaß. Er ist noch fit, ich bin noch fit, Songs und Hitmaterial haben wir für drei bis vier Stunden, also machen wir noch eine Weile. Egal, ob ich mit meinem Soloprogramm unterwegs bin oder wir beide im Duett. Manchmal trete ich auch noch mit meinem Bruder Bubi auf.

Wenn du noch mal die Chance hättest, von vorn beginnen zu können: Gäbe es Dinge, die du anders machen würdest?

Micky Brühl: Ich glaube nicht. Ich sehe es eigentlich so wie Ludwig Sebus in seinem Lied, den ich sehr verehre, der da singt: „Ich däht et alles su widder dun, un hätt ming kölsche Siel och he un do ne Schrom.“

Am Zugweg in Köln-Merheim liegt immer noch Kunststoffkonfetti.

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