Abo

+++ EILMELDUNG +++ Abflug betroffen Störung sorgt für Probleme am Flughafen Düsseldorf

+++ EILMELDUNG +++ Abflug betroffen Störung sorgt für Probleme am Flughafen Düsseldorf

„Loss mer singe“22 Songs stehen zur Wahl: Überraschungs-Sieger beim Auftakt

Auftakt der „Loss mer singe“-Kneipentour im Lapidarium am Eigelstein.

Ab jetzt werden wieder die neuen Sessionslieder gemeinsam gesungen. Der Auftakt der „Loss mer singe“-Kneipentour fand am Mittwochabend (7. Januar 2026) im Lapidarium am Eigelstein statt.

Aktualisiert

Die Mitsing-Initiative „Loss mer singe“ hat die diesjährige Kneipentour gestartet. Bei rund 50 Veranstaltungen werden 22 Titel gespielt und gesungen. Am Ende verteilt das Publikum wieder Punkte.

Was wird der neue Hit der Karnevalssession? Ein wichtiger Indikator ist in jedem Jahr „Loss mer singe“. Im 26. Jahr können die Mitsing-Fans nun wieder ihre Stimmen für ihre Lieblingssongs abgeben. Gleich der Auftakt endete am Mittwochabend (7. Januar 2026) mit einer Überraschung.

Was einst als kleine private Initiative in der Küche von Georg Hinz in Nippes begann, ist mittlerweile eine große Kultreihe geworden. Rund 50 Einsingabende stehen in den nächsten vier Wochen in Köln an. Hinzu kommen Veranstaltungen im Umland („Op Jöck“) und Events in Berlin, München, Hamburg und Stuttgart.

„Loss mer singe“: 22 Titel kämpfen um die Stimmen des Publikums

Überall geht es um die Frage: Welcher neue Song überzeugt das singfreudige Kneipenpublikum am meisten? Ein 14-köpfiges „Loss mer singe“-Team hörte sich zunächst 380 neue kölsche Lieder an, die seit Aschermittwoch 2025 auf den Markt gekommen sind. Dabei wurden sogar Albumtitel berücksichtigt, die noch gar nicht als Single veröffentlicht worden sind.

„Die Entscheidung wird immer schwieriger und wir können unserer Verantwortung kaum mehr gerecht werden“, sagt Hinz im EXPRESS.de-Gespräch ehrlich. „Die Qualitätsdichte sowie die Anzahl guter Produktionen und konkurrenzfähiger Lieder nehmen kontinuierlich zu. Erschwerend kam hinzu, dass fast alle etablierten Musikerinnen und Musiker mindestens zwei Lieder für den Fastelovend produziert hatten.“

42 Neuerscheinungen wurden schließlich an drei Abenden in einen sogenannten „Leedercheck“ geschickt. Rund 500 Fans gaben einen ersten Eindruck ab, welche Titel in der Kneipe und mit Texthilfe in der Hand besonders funktionieren. „Es macht einen großen Unterschied, ob man ein Lied mit der Band in einem Saal, zu Hause im kleinen Kreis, im Fernsehen oder in einer vollen Kneipe mit Textzettel erlebt“, sagt der Initiator.

Die Geschmäcker seien sehr unterschiedlich, die kölsche Musikszene befinde sich im Wandel. Zudem hat sich „Loss mer singe“ zum Ziel gesetzt, Nachwuchsbands eine Chance zu geben und weibliche Stimmen in der Karnevalsmusik zu fördern. Außerdem bevorzugt man Lieder op Kölsch und mit einer sinnvollen Botschaft. „Das Verfahren mit der Vorauswahl korrigiert uns ein wenig. Wir können durch die Resonanz oft fühlen, ob ein Lied wirklich passt“, sagt Hinz.

Auftakt der „Loss mer singe“-Kneipentour im Lapidarium am Eigelstein.

Initiator Georg Hinz führte wieder als Moderator durch den Auftaktabend von „Loss mer singe“ im Lapidarium.

So schaffte es in diesem Jahr beispielsweise „Gisela“ nicht in die Endauswahl von 22 Songs. Die Höhner finden nur im Rahmenprogramm mit „How do you do“ (Siegertitel 2006) statt. Gleich drei Songs von Rekordsieger Brings (sieben Erfolge) wurden im Vorfeld getestet. „Der hellste Stään“ erhielt dabei die besten Bewertungen im Vergleich zu „Dat Beste wat mer han“ und „Lääv di Lääve“ und kämpft nun um Stimmen.

Beim Auftakt der diesjährigen Kneipentour im Lapidarium reichte es aber nicht für einen Platz in der Spitzengruppe. Zwei Songs setzten sich im Voting der Besucherinnen und Besucher deutlich ab. Am Ende hatte Lupo mit „Minsche der Stadt“ die Nase vorn. Dicht dahinter landete die gefeierte „Karnevalsmaus“ von Druckluft, die in der Generation „Jeck im Sunnesching“ punkten kann.

Auftakt der „Loss mer singe“-Kneipentour im Lapidarium am Eigelstein.

Wie immer wurden die Texthilfen im Publikum verteilt, damit auch alle zumindest die Refrains fehlerfrei mitsingen können.

Der noch eher unbekanntere Lupo-Song, ein Schunkelwalzer im Dreivierteltakt, erreichte die Herzen des Publikums besonders. „Das Lied passt in einen Trend. Nachdem in den vergangenen Jahren oft gesellschaftliche Botschaften aufgegriffen worden waren, transportieren viele Lieder jetzt Beziehungen, das Tanzen oder die Liebe zum Karneval“, sagt Hinz.

Lupo-Frontmann Nico von Styp war begeistert, als er vom Triumph erfuhr. „Das waren tolle Nachrichten. Darüber habe ich mich natürlich super gefreut. Dass unsere gefühlte B-Seite auf Platz 1 geht, ist natürlich komplett geil. Jetzt sind wir gespannt, wo die Reise hingeht“, sagte er zu EXPRESS.de.

„Loss mer singe“: Diese Songs stehen in der Session 2026 zur Wahl

  1. Laut aber Schief: Fastelovend Fiewer
  2. Planschemalöör: Danze
  3. Brings: Der hellste Stään
  4. Räuber: Weil mer Kölsche sin
  5. Mätropolis: Niemols im Levve
  6. Fiasko: Et Lävve kütt vür’m Dud
  7. Miljö: Superheld
  8. Lupo: FastelovenDJ (Bum Bum)
  9. Bläck Fööss: Noh all denne Johr
  10. Stadtrand: Papajei
  11. Eldorado: Annalena
  12. Kempes Feinest: Dat bes du
  13. Paveier: Konfettirään
  14. Bohei: Jlitzer
  15. Lupo: Minsche der Stadt
  16. King Loui: Schenk mir noch ’ne Danz
  17. Kasalla: Adios Amigos
  18. Klüngelköpp: C’est la vie
  19. Druckluft: Karnevalsmaus
  20. Scharmöör: Die Letzte
  21. Cat Ballou: Eau de Cologne
  22. Miljö & Brings: Nie ohne Hoffnung

Im Vorjahr feierte mit Kempes Feinest („Wenn et Leech usjeiht“) erstmals eine Band mit einer weiblichen Stimme den Gesamtsieg auf der Tour. Dieses Mal geht die Gruppe um Nici Kempermann mit „Dat bes du“ an den Start und landete beim Auftakt auf Platz drei. Knapp dahinter holten Mätropolis mit „Niemols im Levve“ die viertmeisten Stimmen.

Die Paveier schafften es mit „Konfettirään“ als etablierte Gruppe auf Rang fünf. Kasalla, die sechsmal die Kneipentour gewonnen haben, sind mit „Adios Amigos“ im Rennen, Cat Ballou mit „Eau de Cologne“. Künstlerinnen und Künstler von Scharmöör, Bohei, Klüngelköpp, Fiasko, Laut aber Schief, Kempes Feinest oder Kasalla waren zum Auftakt mit im Lapidarium, um die Reaktionen zu beobachten.

Die Band Lupo beim Auftritt auf der Bühne.

Lupo sicherten sich beim Auftakt von „Loss mer singe“ den Sieg mit Minsche der Stadt.

Ein weiteres Herzenslied der Veranstalter ist „Nie ohne Hoffnung“ von Miljö zusammen mit Peter Brings. „Das ist in der Kneipe ein Gänsehaut-Titel, auch wenn der in der Session wohl kaum zu hören sein wird“, sagt Hinz. „Wir leisten uns gerne auch mal Lieder, die einen ganz besonderen Moment erzeugen. Denn wir stellen auch fest, dass es in Zeiten von Krisen wichtig ist, den Karneval zu nutzen, um Kraft für den Alltag zu sammeln und für ein paar Stunden eine schwerelose Zeit zu haben.“

Wie immer gibt es bei den „Loss mer singe“-Abenden neben den 22 Wettbewerbs-Titeln ein Rahmenprogramm. Das würdigt in diesem Jahr zahlreiche Jubiläen. An 150 Jahre Willi Ostermann erinnert „Heimweh nach Köln“. Marita Köllner feiert 60-jähriges Bühnenjubiläum. Deshalb werden „Denn mir sin kölsche Mädcher“ und „Weißte wat, mir maache Polonaise“ geschmettert.

„Loss mer singe“ würdigt Jubiläen von Ostermann, Köllner, BAP & Co.

50 Jahre BAP wird durch „Jraaduss“ gewürdigt. Seit 30 Jahren macht Björn Heuser Musik. Seine Hymne „Kölle singt“ ist ebenfalls dabei. Und das 20-jährige Domstürmer-Bestehen wird durch „Meine Liebe, meine Stadt, mein Verein“ abgedeckt. Ein Blick ins Archiv bringt „Dä Nubbel“ von Schmackes noch mal in die Kneipe.

Am 7. Februar wird beim Finale von „Loss er singe“ in der Live Music Hall das Endergebnis verkündet. Die Wertungen aus dem Umland fließen dabei nicht in das Resultat ein. „Jeder darf Karneval feiern, wie er möchte. Daher sind wir gespannt, welches Lied am Ende die Nase vorn haben wird“, sagt Hinz.