10 Jahre „Kölle singt“Gänsehaut-Jubiläum mit Überraschung für Höhner-Legende

Henning Krautmacher und Björn Heuser zusammen auf der Bühne.

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Henning Krautmacher (l.) sang bei „Kölle singt“ am Sonntagabend (27. September 2026) noch einmal „Viva Colonia“. Björn Heuser hatte zum Jubiläum wieder ein großartiges Programm zusammengestellt.

Emotionales und mitreißendes Jubiläum für „Kölle singt“. Zum Zehnjährigen hatte Björn Heuser auf besonders viele Mitsing-Momente gesetzt. Eine Kölner Musiklegende wurde von den Fans gefeiert.

„Un ejal wat kumme weed, wat die Zokunf uns och bringk: Mir stonn zesamme, wenn Kölle singt!“ Egal, wie anstrengend und verstörend die aktuellen Zeiten in einem zerrissenen Land auch sind: Wenn die Kölschen zusammen singen, dann sind alle Sorgen erst einmal ganz weit weg.

Denn nicht nur „En unserem Veedel“ hilft für das gemeinsame Schunkeln und Eintauchen in den großartigen Liederschatz der Stadt. „Kölle singt“ zelebriert dieses wunderbare Gefühl Jahr für Jahr mit Mitsing-König Björn Heuser (44).

10 Jahre „Kölle singt“: 14.000 Fans feiern Jubiläum in Lanxess-Arena

Am Sonntagabend (27. September 2026) stand bereits das Zehnjährige an. 14.000 Menschen sorgten in der Lanxess-Arena wieder für außergewöhnliche Momente und Emotionen.

„Mitsingen befreit und macht glücklich. ‚Kölle singt‘ ist Heimat“, fasste Mitveranstalter Stephan Brandt das Erfolgsrezept perfekt zusammen.

„An der Show wollten wir auch zum Jubiläum nicht viel verändern. Die Show liefern ohnehin die Menschen in der Halle“, sagte Mitveranstalter Lukas Wachten. Sinnbildlich dafür, dass alle in dieser Stadt singen dürfen und dadurch die kölsche Sprache weitergetragen wird, hatten sich die Verantwortlichen einen ganz besonderen Start überlegt.

Zum Auftakt kam der 25-köpfige Inklusionschor der Rheinischen Musikschule unter der Leitung von Michael Kokott auf die Bühne. Unterstützt von Malinee vom Kölner Jugendchor St. Stephan und Solistin Charlotte sangen alle „Zusammen laut!“. Den Titel hatte Henning Krautmacher (69) komponiert, denn kölsche Musik und gemeinsames Singen kennen keine Grenzen.

Der Inklusionschor der Rheinischen Musikschule auf der Bühne bei „Kölle singt“.

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Der Inklusionschor der Rheinischen Musikschule eröffnete den Abend mit dem Titel „Zusammen laut!“.

Der ehemalige Höhner-Frontmann wurde im Henkelmännchen auch noch überrascht. Zunächst kam er zusammen mit seiner Köbes-Truppe auf die Bühne, um den neuen Titel „Hier kommt der Köbes“ zu singen.

„Diese Menschen stehen nicht so im Rampenlicht. Dabei sorgen sie bei vielen Immis für den ersten Kontakt mit der kölschen Sprache“, sagte Moderator Wachten. Stellvertretend für alle Köbesse der Stadt wurde die Delegation mit dem Lebenswerk gekürt.

Die Köbesse mit ihrer Urkunde.

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Auch die kölschen Köbesse wurden für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Aber eigentlich sollte auch das Ex-Hohn gebührend gefeiert werden. Da Krautmacher sich seit Jahren jedoch beharrlich geweigert hatte, nach seinem Höhner-Aus noch mal auf die große Arena-Bühne zurückzukehren, wurde er am Sonntag regelrecht überrumpelt.

„Henning war über Jahrzehnte das Gesicht der Stadt. Dass hier auch so viele Pänz kölsche Lieder singen, das ist auch sein Verdienst. Er ist ein fantastischer Botschafter, Musiker und vor allem ene jode Fründ“, sagte Wachten und überreichte noch eine Urkunde für das Lebenswerk.

Lukas Wachten mit Henning Krautmacher und Stephan Brandt.

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Die Mitveranstalter Lukas Wachten (l.) und Stephan Brandt (r.) zeichneten Henning Krautmacher für sein Lebenswerk aus.

Als die Menge gröhlte, kam der Sänger nicht umhin, doch „Viva Colonia“ anzustimmen. „Wenn ihr wüsstet, wie es in mir aussieht“, sagte Krautmacher emotional überwältigt und genoss die Begeisterung. Direkt im Anschluss kündigte FC-Stadionsprecher Michael Trippel die FC-Hymne an.

Michael Trippel auf der Tribüne bei „Kölle singt“.

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FC-Stadionsprecher Michael Trippel sagte wie in Müngersdorf die FC-Hymne an.

Ein weiterer Gast auf der Mittelbühne war Michael Kuhl, der seinen großen Hit „Ich han dä Millowitsch jesinn“ sowie den Fööss-Klassiker „Katrin“ samt Trompeten-Begleitung präsentierte. Die Menge jubelte begeistert nach diesem genialen Doppelpack.

Björn Heuser hatte bei der Programmgestaltung mit seiner Band auf besonders viele Mitsing-Momente Wert gelegt. Im Vergleich zu den Vorjahren waren beim Jubiläum deutlich weniger Gäste dabei, um dem gemeinsamen Feiern der Lieder noch mehr Raum zu geben.

Michael Kuhl und Björn Heuser auf der Bühne.

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Michael Kuhl (r.) sang zwei Lieder zusammen mit Björn Heuser.

Dazu hatte der Liedermacher wieder großartige Titel aus allen Jahrzehnten zusammengestellt. Viele Klassiker, neuere Hits und Heuser-Kompositionen reihten sich aneinander. Von „Heidewitzka, Herr Kapitän“, „Ming eetzte Fründin“ über „Kölsche Bröck“, „Jedäuf met 4711“ bis zu „Minge ahle Hoot“ reichte das Repertoire.

„Du bes die Stadt“ leitete Dennis Kleimann wunderbar mit der Gitarre ein. Bei „Wolkeplatz“ gab es den ersten „Kölle singt“-Strudel im Innenraum zu bestaunen. Die Menge flippte zum Miljö-Hit komplett aus.

Björn Heuser mit Band am Lagerfeuer.

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Erstmals versammelte sich Björn Heuser mit seiner Band rund um ein Lagerfeuer.

Tanzgruppen, Ehrenamtler sowie Zugordner der Schull- und Veedelszöch feierten das kölsche Ereignis. „Wir wissen, wie es um diese Stadt bestellt ist. Sie sorgen dafür, dass Köln doch noch lebenswert bleibt“, sagte Wachten.

Emotionaler wurde es bei der Lagerfeuer-Premiere. Die Band begleitete den Liedermacher mit Cajon, Quetsch und Tamburin. „Ich ben ne Räuber“, „Ich han nen Deckel“ und „Immer noch do“ auf Bierkisten sitzend, rund um die Flammen, wärmte die Musiker auf der Bühne und die Herzen im Publikum.

Blick auf die Bühne bei „Kölle singt“.

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Zum Finale mit reichlich Konfetti kamen noch einmal alle Gäste auf die Bühne.

Ein Novum gab es auch beim „Kölle singt“-Evergreen „Stääne“. Da die Klüngelköpp in diesem Jahr zeitgleich auf dem Jeckliner unterwegs sind, wurde eine Firma aus Österreich für eine Handy-Lichtershow engagiert. So richtig wollte das Lichtermeer mit der neuen Technik in der Halle aber nicht zünden.

Dafür endete nach 160 Minuten das einzigartige Gemeinschaftserlebnis mit Gänsehaut-Momenten beim „Stammbaum“, „Tommi“, „Jraaduss“, „Kölsche Jung“ und „Heimweh nach Köln“. Im kommenden Jahr steht dann das echte kölsche Jubiläum an. Am 3. Oktober 2027 feiert das Spektakel in der Lanxess-Arena Elfjähriges.