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10 Jahre „Kölle singt“Wie aus einer naiven Schnapsidee ein Gänsehaut-Erlebnis wurde

Björn Heuser bei „Kölle singt“ in der Lanxess-Arena.

Copyright: Daniela Decker

Konfetti und große Erleichterung. Mit einem umjubelten Finale endete am 2. Oktober 2016 die Premiere von „Kölle singt“. Mit auf der Bühne in der Lanxess-Arena stand unter anderem Hans Süper (M.).

Zehn Jahre „Kölle singt“. Das sind zehn Jahre voller Gänsehaut-Momente in der Lanxess-Arena. Zum Jubiläum blickt EXPRESS.de auf die Geschichte des beliebten Mitsing-Formats zurück.

Es ist die Veranstaltung mit der Gänsehaut- und Mitsing-Garantie. Keine Stadt darf sich mit derart vielen Hymnen und liebevollen Songs schmücken. „Kölle singt“ feiert diesen Schatz an wunderbaren Liedern seit zehn Jahren.

Am 27. September 2026 findet die Jubiläumsausgabe ab 18 Uhr in der Lanxess-Arena statt. Zehn Jahre „Kölle singt“, das sind auch viele Geschichten rund um dieses emotionale Erlebnis. EXPRESS.de blickt in einer Serie darauf zurück.

„Kölle singt“: Jubiläumsausgabe am 27. September 2026

Am Anfang stand, wie so oft, eine Schnapsidee. Es war der 27. Februar 2015, als die beiden Freunde Lukas Wachten und Stephan Brandt im Gaffel-Brauhaus am Dom das Auswärtsspiel des 1. FC Köln bei Bayern München verfolgten. Der Frust über die 1:4-Niederlage wurde mit einem Pittermännchen heruntergespült.

Hier Karten für Kölle singt 2026 sichern: Kölle singt am 27.9.2026 in der Lanxess-Arena.

Nach der Fußballübertragung betrat wie immer seit 2009 an einem Freitagabend Liedermacher Björn Heuser die Bühne im Brauhaus und stimmte kölsche Klassiker und eigene Hits an. Die Stimmung im Saal kippte schnell ins Positive, die Menge feierte und schunkelnd schmiedeten die beiden Freunde einen Plan.

„Wir haben uns gedacht, dass man diese wunderbar kölsche Atmosphäre doch in Groß aufziehen müsste“, erinnert sich Wachten. „Natürlich war der Plan ambitioniert bis größenwahnsinnig.“ Brandt nennt das Vorgehen rückblickend sogar „naiv“. Aber die beiden glaubten daran, nur der Mitsing-König hatte Bedenken.

Stephan Brandt, Björn Heuser, Lukas Wachten und Stefan Löcher mit Sold-out-Awards.

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Für die ausverkaufte Premiere von Kölle singt erhielten Stephan Brandt, Björn Heuser und Lukas Wachten Sold-out-Awards von Arena-Geschäftsführer Stefan Löcher (v.l.).

„Wir haben am nächsten Morgen telefoniert und haben Björn von unserer Vision eines Mitsing-Spektakels in der Lanxess-Arena erzählt. Er hat das kategorisch abgelehnt“, sagt Wachten. „Ich habe mich natürlich geehrt gefühlt. Aber für mich war klar: Wer soll da hinkommen und die Halle füllen?“, sagt der Musiker.

Die beiden Freunde nahmen Arena-Geschäftsführer Stefan Löcher mit ins Boot. „Der hatte tatsächlich selbst schon mal mit dem Gedanken gespielt, eine Mitsing-Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Er hat an uns geglaubt“, sagt Wachten. „Als ich das gehört habe, ist die Meinung bei mir gekippt“, sagt Heuser. „Ich habe daraufhin zugestimmt, ‚Kölle singt‘ einmal zu meinem 20. Bühnenjubiläum zu machen. Zu der Zeit hatte ich noch keine Ahnung, wie lebensverändernd dies für mich war.“

Björn Heuser sitzt mit Andrea Schönenborn und Wolfgang Bosbach auf einem Sofa.

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Björn Heuser mit Andrea Schönenborn und Wolfgang Bosbach (r.), die bei der Premiere von „Kölle singt“ dabei waren.

Doch dann begannen die Herausforderungen. Der technische Aufwand für eine Arena-Show ist immens. Für Heuser war es ebenfalls Neuland, ein über zweistündiges Programm zu erstellen. „Für mich war sofort klar, dass es in dieser Größenordnung nur mit einer Band geht. Außerdem wollten wir eine Lagerfeuer-Atmosphäre, weshalb wir uns für eine Mittelbühne entschieden haben.“ Zudem kam in jede Ecke ein Mikrofon, um Spontanität zu ermöglichen.

Christian Kock wurde der musikalische Leiter und gab sich mit Heuser an die Planungen. „Die ersten Proben haben im Stuhllager der Arena stattgefunden“, erinnert sich Brandt. „Wir haben die Bühnenmaße auf dem Boden abgeklebt, damit alle ein Gefühl für die Dimensionen bekamen.“

Proben für „Kölle singt“ im Lager der Lanxess-Arena.

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Kurz vor der Premiere von „Kölle singt“ wurde im Stuhllager der Lanxess-Arena geprobt.

Das Ticketangebot wurde zunächst limitiert, der Oberrang wurde nicht in den Verkauf gegeben. Am Ende feierten jecke 11.111 bei der ausverkauften Premiere am 2. Oktober 2016 mit. Noch beeindruckender als die Atmosphäre in der Halle waren die Reaktionen danach. „Uns wurden Videos aus der KVB geschickt, in denen die Leute nachher auf dem Heimweg weitergesungen haben“, sagt Wachten. „Die Leute waren in einem glückseligen Rausch.“

Auch für Löcher war die Premiere ein voller Erfolg. Normalerweise gehen bei der Mega-Halle nach Events immer einzelne Beschwerden ein. „Hier gab es nicht eine Mail, alles lief perfekt, obwohl es für alle Neuland war.“ Nicht mal ein offizieller Nutzungsvertrag war vorher unterschrieben worden, alles lief auf Vertrauensbasis.

Iris und Björn Heuser mit Sohn Benni.

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Björn Heuser war kurz vor der „Kölle singt“-Premiere Vater geworden. Ehefrau Iris kam mit dem gerade geborenen Sohn Benni zur Show.

Für Heuser war die Premiere doppelt aufregend. Sein Sohn Benni war wenige Wochen zuvor auf die Welt gekommen. Ehefrau Iris stillte den Nachwuchs in der Garderobe. Auf der Bühne stimmte Hans Süper den „Kölsche Jung“ an. Guido Cantz trommelte, die Klüngelköpp sangen „Stääne“, Wolfgang Bosbach war als Schirmherr dabei, zudem Andrea Schönenborn und Michael Trippel.

Der Mitsing-König war begeistert. „Im Brauhaus geht es ja immer zünftig, laut und wuselig zu. In der Arena hat so ein Abend mehr Kultur und Kunst. Da können die Menschen auch mal mucksmäuschenstill sein. Auf jeden Fall wurde deutlich, dass die kölsche Musik Stimmungen in allen Facetten erzeugen kann. Ich war an dem Abend von Emotionen überwältigt.“

Micky Nauber singt mit Frank Reudenbach auf der Bühne.
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