Zehn Jahre „Kölle singt“. Das sind zehn Jahre voller Gänsehaut-Momente in der Lanxess-Arena. Zum Jubiläum blickt EXPRESS.de auf die Geschichte des beliebten Mitsing-Formats zurück.
10 Jahre „Kölle singt“2021 hat das Mitsing-Spektakel Geschichte geschrieben

Copyright: Daniela Decker
Endlich wieder feiern und gemeinsam singen. „Kölle singt“ war 2021 die erste Großveranstaltung nach der Coronapandemie.
Es ist die Veranstaltung mit der Gänsehaut- und Mitsing-Garantie. Keine Stadt darf sich mit derart vielen Hymnen und liebevollen Songs schmücken. „Kölle singt“ feiert diesen Schatz an wunderbaren Liedern seit zehn Jahren.
Am 27. September 2026 findet die Jubiläumsausgabe ab 18 Uhr in der Lanxess-Arena statt. Zehn Jahre „Kölle singt“, das sind auch viele Geschichten rund um dieses emotionale Erlebnis. EXPRESS.de blickt in einer Serie darauf zurück.
„Kölle singt“: Jubiläumsausgabe am 27. September 2026
Mit dem Erlebnis des Besucherrekords in der Lanxess-Arena schmiedeten die beiden Veranstalter Lukas Wachten und Stephan Brandt mit Mitsing-König Björn Heuser neue Pläne. Der Traum von noch größeren „Kölle singt“-Shows geisterte durch die Köpfe.
Hier Karten für Kölle singt 2026 sichern: Kölle singt am 27.9.2026 in der Lanxess-Arena.
Doch das kölsche Gänsehaut-Erlebnis wurde wie viele andere Veranstaltungen von der Corona-Pandemie brutal ausgebremst. Die für 2020 geplante Show wurde zunächst auf Muttertag 2021 verlegt. Aber auch da war ein Event in dieser Größenordnung nicht durchführbar.
„Kölle singt“ wurde auf den 3. Oktober 2021 verschoben – ein ganz besonderes Datum für die Eventbranche und für Köln. Dieser Abend ging auch als Tag der kölschen Einheit in die Geschichtsbücher ein. Endlich wieder Leben und Unterhaltung im Henkelmännchen.

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Stephan Brandt, Björn Heuser und Lukas Wachten (v.l.) erhielten einen Sold-out-Award unter 2-G-Regeln. Arena-Geschäftsführer Stefan Löcher (2.v.r.) hatte sich zur Feier des Tages in den Smoking geschmissen.
Das Kölner Mitsing-Erlebnis war die erste Großveranstaltung in Deutschland, zu der 12.600 Menschen nach 2-G-Regel zugelassen waren. Das Problem: Im Vorfeld der Pandemie waren jedoch schon über 14.000 Tickets verkauft worden. Was würde passieren, wenn die alle am Abend zur Halle kommen?
Wachten spricht rückblickend von einer noch größeren Anspannung als bei der Premiere 2016. „Wir hatten stundenlange Sitzungen mit dem Sicherheitsdienst. Vorsichtshalber hatten wir einen Rechtsanwalt vor Ort, der sich eingeschaltet hätte, falls jemand von der Stadt Köln gekommen wäre. Unser Horrorszenario war ein Show-Abbruch wegen einer vielleicht doch noch unklaren Rechtslage.“

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Björn Heusers Frau Iris verfolgte den Start von „Kölle singt“ zusammen mit Sohn Benni noch mit Coronamaske.
Am Ende ist nichts passiert. Auch gingen die Coronazahlen in Köln im Nachgang nicht hoch. „Wir waren plötzlich Vorreiter für ganz Deutschland und haben nach anderthalb Jahren Wahnsinn die Hoffnung zurückgebracht. Alle haben auf uns geschaut und ich war emotional vollkommen fertig“, erinnert sich Wachten.
„Die Menschen haben nach Normalität gelechzt. Früher sind sie in die Kirche gegangen, wenn die Zeiten schlecht waren. Und auch nach der Pandemie haben sich alle nach Lebensfreude und heiler Welt gesehnt. Ich habe noch nie so viele weinende Menschen gesehen.“ Alle waren infiziert – vom Colonia-Virus.

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Auch für Björn Heuser ging mit „Kölle singt“ 2021 eine schwere Zeit zu Ende. Endlich durfte er wieder auf die Bühne.
Beim Neustart waren noch keine Stehplätze erlaubt, im Innenraum standen Stühle. Zum Auftakt sang Björn Heuser erstmals die Hymne „Loss mer singe“ von Wolfgang Anton. Das zweite Stück war „Hey Kölle“ von den Höhnern. Der Musiker hat die Bilder noch vor Augen. „Ab dem Intro saß niemand mehr. Ich habe beobachtet, wie die wenigen, die beim Start noch eine Maske getragen hatten, sich diese heruntergerissen haben.“

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Im Innenraum mussten bei „Kölle singt“ 2021 noch Stühle stehen. Das Publikum stand aber von Anfang an und genoss die Rückkehr zur Normalität.
Für Heuser ging mit der Show auch eine harte Zeit zu Ende. „Ich war monatelang arbeitslos und konnte die ersten Treffen mit der Band nur durch Video-Calls machen.“ Passend zur musikalischen Wiedergeburt hatte er mit Mike Kremer und Frank Reudenbach den Titel „Kölle singt“ komponiert. „Wir standen mit Masken im Tonstudio und haben das Lied aufgenommen.“
„Un ejal wat kumme weed, wat die Zokunf uns och bringk: Mir stonn zesamme, wenn Kölle singt“, heißt es im Refrain. Als Schlusssong wurde die Nummer 2021 erstmals gesungen. „Das Stück habe ich in dunkelsten Momenten geschrieben und darin thematisiert, wie die Stadt abends klatschend auf dem Balkon gestanden hat. In dem Moment war es emotional extrem intensiv. Jedes Mal, wenn wir jetzt das Lied spielen, werde ich an diese Corona-Zeit erinnert“, sagt Heuser.
