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Karnevalisten in Rio zu GastWenn der „Kölsche Jung“ zum Caipirinha greift

Milton Cunha trifft die Kölner Karnevalisten.

Copyright: Festkomitee/Belibasakis

Die brasilianische Karnevalsikone Milton Cunha war auch beim Empfang der Kölner Delegation in Rio de Janeiro dabei.

Aktualisiert

Die Karnevalshochburgen Köln und Rio de Janeiro machen gemeinsame Sache. Zur Festigung der Partnerschaft ist eine 50-köpfige Delegation nach Brasilien geflogen. Dort gibt es zahlreiche offizielle Termine.

„Fastelovend em Blot – he un am Zuckerhot“. Nicht nur Marie-Luise Nikuta besang schon vor vielen Jahren die Gemeinsamkeiten des Kölner Karnevals mit dem bunten Treiben in Brasilien.

Durch eine Städtepartnerschaft sind Köln und Rio de Janeiro bereits seit 2011 miteinander verbunden. Die beiden Karnevalsmetropolen pflegen seit dem vergangenen Jahr einen engen kulturellen Austausch.

Kölner Karneval: Ex-Dreigestirne und Vorstände in Rio de Janeiro

Direkt am Aschermittwoch machte sich eine 50-köpfige Delegation aus Köln auf den Weg zum Zuckerhut. Es ist auch die Abschiedsreise für Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn. Vor Ort wird er die Partnerschaft zwischen der LIESA (Unabhängige Liga der Sambaschulen von Rio de Janeiro) und dem Festkomitee Kölner Karneval weiter besiegeln.

Zweimal waren bereits Vertreterinnen und Vertreter der LIESA in Köln zu Gast. Nun findet der Gegenbesuch mit Ex-Dreigestirns-Mitgliedern und Offiziellen statt. „Es ist weit mehr als ein formeller Vertrag. Es ist der Beginn einer lebendigen Verbindung zwischen Menschen, die eine gemeinsame Leidenschaft teilen: die Freude am Feiern, an der Musik, am Tanz, an Kreativität und an Gemeinschaft“, sagte Kuckelkorn.

Zum Start gab es einen Empfang beim Deutschen Generalkonsul in Rio, Jan Freigang. Dort ertönten bekannte Klänge. Nur wurde zum „Kölschen Jung“ Caipirinha gereicht. Krätzchen und Orden neben Sambatänzerinnen – es ging hoch her.

Karnevalisten feiern mit Sambatänzerinnen.

Copyright: Festkomitee/Belibasakis

Beim Deutschen Generalkonsul gab es einen Empfang, der in eine ausgelassene Party mündete.

„Der Karneval steht für Gemeinschaft, Kreativität und Vielfalt – das zeigen Köln und Rio gleichermaßen. Beide Städte zeigen ganz besonders, wie Karneval die Kultur, die wirtschaftliche Dynamik und den gemeinschaftlichen Zusammenhalt stärken kann“, sagte Freigang.

Auch die brasilianische Karnevalsikone Milton Cunha war dabei. „Die bunten Kostüme und die Musik sind in Köln wie in Rio nur das, was der Zuschauer sieht. Mit den Gästen aus Köln möchten wir uns darüber austauschen, was hinter den Kulissen passiert und wie wir uns elf Monate auf die tollen Tage vorbereiten. Da hat ein spannender Austausch schon begonnen“, sagte der Kommentator.

Dirk Wissmann und Boris Müller in Rio de Janeiro.

Copyright: Festkomitee/Belibasakis

Auch Rote-Funken-Präsident Dirk Wissmann (r.) sowie Vize-Präsident Boris Müller sind Teil der Reisegruppe in Rio.

Weiter ging es mit einem Besuch bei der LIESA sowie dem Bürgermeister von Rio und anderen offiziellen Vertretern der Stadt. Zudem ging es ins berühmte Sambodrom, wo die Kölner Delegation eine 15 Meter lange Fahne zur Partnerschaft präsentieren durfte.

„Unsere Karnevalsformen unterscheiden sich“, hat Kuckelkorn festgestellt. „In Köln prägen Sitzungen, Büttenreden, das gemeinsame Singen und Karnevalsumzüge unser Brauchtum. In Rio erleben wir den Karneval als ein Fest der Farben, der Rhythmen, der großen Sambaschulen und der beeindruckenden Paraden.“

Christoph Kuckelkorn lässt sich von Ehefrau Katia durch den Flughafen schieben.

Copyright: Festkomitee/Belibasakis

Für Christoph Kuckelkorn ist der Trip nach Brasilien die Abschiedsreise vom Festkomitee, für Ehefrau Katia der Besuch in ihrem Heimatland.

In beiden Kulturen gehe es aber um Zusammenhalt, das Überwinden von Alltagsgrenzen und um das Feiern des Lebens unabhängig von Herkunft, Alter und sozialem Status, hebt der scheidende Präsident hervor.

„Karneval ist bei uns allen eine Sprache, die jeder versteht. In einer Welt voller Herausforderungen und Spaltung der Gesellschaft ist sie unverzichtbar. Karneval baut Vorurteile ab, schafft Freundschaften, öffnet Herzen. Mit dieser Partnerschaft haben wir eine kulturelle Brücke zwischen Deutschland und Brasilien geschlagen. Diese Verbindung wird ein Zeichen setzen für internationale Freundschaft, Respekt und Zusammenarbeit.“

Rosenmontagszug, Pferdegespann der Ehrengarde auf der Severinstraße, 12.02.2024, Bild: Herbert Bucco

Kölner Rosenmontagszug

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