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„Das haben wir nicht nötig“Zoff um Zoch-Teilnahme – Brauchtumsgruppe nicht dabei

Die Fidele Kölsche stehen bei einem Auftritt auf der Bühne.

Die Fidele Kölsche sind eine Brauchtumsgruppe mit Musik und urkölschen Kostümen.

Seit 1989 verkörpern die Fidele Kölsche das Brauchtum in seiner ursprünglichen Form. Seit 2009 ging der Verein auch im Rosenmontagszug mit. In diesem Jahr darf die Gruppe nicht teilnehmen.

Sie sind Kölns buntester Spielmannszug. Wenn die Fidele Kölsche auftreten, wird es nicht nur ziemlich voll auf der Bühne, sondern vor allem auch urkölsch. Die Brauchtumsgruppe trägt Kostüme und Uniformen von Jan un Griet, Hänneschen und Bärbelchen sowie von den neun Kölner Traditionskorps.

Peter Hörth hatte 1988 zusammen mit dem ersten Vorsitzenden Marcel Geipel die Idee, den Verein zu gründen. „Wir bieten einen Querschnitt vom Fastelovend und bringen kölsche Originale und Typen musikalisch auf die Bühne“, sagt der Präsident zu EXPRESS.de.

Fidele Kölsche sind 2009 erstmals im Rosenmontagszug dabei gewesen

Die Gruppe war mehrmals im Programm der Prinzenproklamation und bei der Matinee des Festkomitees Kölner Karneval zugunsten des Rosenmontagszuges. 70 bis 80 Auftritte stehen auch in dieser Session wieder an. „Wir sind ein Familienverein und stehen nicht wie Zinnsoldaten auf der Bühne. Bei unseren Auftritten geht es richtig rund.“

2009 gingen die Fidele Kölsche erstmals im Rosenmontagszug mit. Seitdem war die bunte Truppe eine feste Größe im Zoch. Doch in diesem Jahr ist der Verein nicht mehr dabei. Hinter den Kulissen gibt es deshalb Zoff.

Der Verein aus dem Agnesviertel ist kein reiner Musikzug. In der Vergangenheit sind auch stets Nichtmusiker im Zoch mitgegangen. Die haben dann Kamelle und Strüßjer geworfen, während um sie herum die Musik spielte. Doch da sah Zugleiter Marc Michelske einen Widerspruch zur Satzung.

„Unsere Mitglieder haben in der Satzung verankert, dass nur ordentliche Gesellschaften des Festkomitees im Zug mitgehen können. Die Fidele Kölsche ist aber nur eine hospitierende Gesellschaft. Daher können sie nur als Musikgruppe teilnehmen, nicht aber mit Begleitpersonen, Baggagewagen und eigenem Schild“, sagt er zu EXPRESS.de.

Die Fidele Kölsche stehen auf der Bühne.

Die Fidele Kölsche bei einem Auftritt mit ihrem Spielmannszug in der Flora.

Hinzu kommt, dass der Rosenmontagszug in diesem Jahr kürzer als im Vorjahr wird, da er früher im Jahr stattfindet und der einsetzenden Dunkelheit Rechnung getragen werden muss. Mit 11.500 Teilnehmenden sind rund 1000 weniger als im Vorjahr dabei. Zudem gibt es eine lange Warteliste. Da musste Michelske selektieren.

„Ich hatte geplant, die Musikgruppe vor dem Präsidentenwagen zu platzieren. Das wäre ein wunderbar buntes Bild zum Abschiedszug von Christoph Kuckelkorn gewesen und hätte super gepasst. Aber ich habe auch gesagt, dass es nicht geht, dass die Gruppe noch einen Baggagewagen mitnimmt und Kamelle wirft. Jetzt kann ich den Frust natürlich verstehen.“

Fidele Kölsche beim Rosenmontagszug.

Die Fidele Kölsche haben in der Vergangenheit beim Rosenmontagszug auch immer Kamelle und Strüßjer geworfen.

Präsident Hörth wiederum versteht nicht, warum eine fast zwei Jahrzehnte lang gültige Regelung nun nicht mehr gültig ist. „Unter den Voraussetzungen gehen wir nicht mit. Die ganze Art und Weise, wie mit uns umgegangen wurde, hat uns nicht gefallen. Das haben wir auch nicht nötig. Es werden Kapellen von sonst wo verpflichtet und wir schauen in die Röhre“, sagt er zu EXPRESS.de.

Die Fidele Kölsche wollten mit 60 Personen im Zoch mitgehen. 40 Musiker, 15 Nichtmusiker und Begleitpersonal waren eingeplant. „Unsere Durchlaufzeit liegt bei gut einer Minute. Als ob es darauf ankommt“, sagt Hörth. „Es war immer schön, aber wenn jetzt stur auf Paragrafen und Statuten beharrt wird, hat das alles einen bitteren Beigeschmack.“

Volker Marx, Werner Klupsch und Michael Müller von der KG Seiner Deftigkeit Kölsche Boor.

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