Zum vierten Mal hat die 1. Damengarde Coeln den Nachwuchs-Wettbewerb „Prix de la Bütt“ durchgeführt, um Newcomern eine Chance auf den Bühnen zu geben.
Sie spricht den Frauen aus der SeelePaula Becker gewinnt Nachwuchspreis – mit 59 Jahren

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Paula Becker (Karin Schoenen-Schragmann. M.) freut sich am Sonntagabend (8. Februar 2026) über ihren Sieg beim „Prix de la Bütt“.
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Die 1. Damengarde Coeln hat ein Herz für den Nachwuchs. Um gegen den oft beklagten Mangel an Bütt-Newcomern anzukämpfen, hat das Damencorps bereits zum vierten Mal den Rednerwettstreit „Prix de la Bütt“ durchgeführt.
Im Gloria Theater kämpften am Sonntag (8. Februar 2026) Nachwuchsrednerinnen und Nachwuchsredner des Kölner Karnevals um die Sieger-Trophäe, den goldenen „Heinzel“. In Zusammenarbeit mit dem Literarischen Komitee des Festkomitees Kölner Karneval wurde der Wettstreit ins Leben gerufen.
„Prix de la Bütt“: Zum vierten Mal wurde der goldene „Heinzel“ vergeben
Martin Schopps, Guido Cantz, Volker Weininger und Marc Metzger zählen zu Kölns Büttenstars und sind seit Langem etabliert. Dagegen tut sich der Nachwuchs schwer und oft fehlt auch die Chance, sich einem größeren Publikum zu präsentieren. Umso wichtiger ist da der „Prix de la Bütt“, der eine wichtige Plattform darstellt.
Auf der Bühne im Gloria-Theater präsentierten sich in diesem Jahr Fabian Rangol, Paula Becker (Karin Schoenen-Schragmann), Ne Kleinkarierte (Elmar Malburg) und „En kölsche Mamm“.
Zwischen den Beiträgen sorgten die Schmucken Juwelcher, Et Vünckchen (Vera Passy) und Bohei für Stimmung. Kurz vor der Siegerehrung wurden die Bläck Fööss für ihr Medley aus neuen und alten Hits von einem riesigen Gloria-Chor gefeiert.
Während das Publikum auf Bierdeckeln abstimmte, wuchs die Nervosität bei den vier Kandidaten und Kandidatinnen. Mit über 50 Prozent der Stimmen setzte sich Paula Becker durch. Bei ihrem Verzäll nahm die Kunstblumenfloristikermeisterin aus Jülich kein Blatt vor den Mund.

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Paula Becker (Karin Schoenen-Schragmann) wurde von Barbara Brüninghaus (r.), der Präsidentin der Damengarde, ausgezeichnet.
Sie konnte ihr Glück kaum fassen, als die Präsidentin der Damengarde, Barbara Brüninghaus, unter dem Applaus des Publikums den „Heinzel“ überreichte. Zusätzlich beinhaltet der Preis einen Auftritt bei der Damengarde im Rahmen der Urkölsche Kostümsitzung im Maritim Hotel.
„Ich habe mit 17 bei uns im Dorf am Niederrhein mit dem Karneval angefangen. Ich war Funkemariechen und stand später zusammen mit meiner Schwester als Rednerinnen-Duett auf der Bühne. Seit 2019 mache ich die Paula“, sagte sie zu EXPRESS.de. Mit ihrer Type ist sie in Köln noch nicht so bekannt, dafür aber in Düsseldorf. „Die Düsseldorfer sind tatsächlich sehr lustig und nicht so kritisch wie die Kölner“, gesteht Karin Schoenen-Schragmann mit einem Augenzwinkern.

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Die Bläck Fööss sorgten zwischen den Auftritten für einen riesigen Gloria-Chor.
Thema ihrer Rede ist ihr Ehemann Willi, der in Rente ist. „Hinter jedem Rentner steht eine Frau, die sich wünscht, er würde wieder arbeiten gehen. Der Willi ist ein Faultier und eine echte Plage. Ferner gehe ich auf typische Frauenthemen wie Gewichtsprobleme und Nachbarschaft ein. Ich spreche gewissermaßen den Frauen aus der geplagten Seele.“
Nach dem Sieg blickt die Rednerin entspannt in die Zukunft. „Wo ich engagiert werde, trete ich auf. Wenn auch Köln dabei wäre, würde ich mich sehr freuen, denn der Kölner Karneval ist schon etwas ganz Besonderes. Ich tue mich nur dort schwer, wo die Leute nur Party machen wollen.“
Ihr Geheimrezept: „Das Beste ist, wenn man erst ein wenig mit denen singt, gewissermaßen als Notfallprogramm einen Karnevalshit anstimmt, und schon hat man die Leute bei sich. Man muss als Frau sehr selbstbewusst sein, dann erledigt sich vieles von selbst. Ich habe gehört, dass man in Köln mindestens zehn Jahre benötigt, bis man es im Karneval geschafft hat. Okay, dafür bin ich schon zu alt“, sagte die 59-Jährige lachend.

